Denkmalgeschichten – Die Höllenbachtalbrücke auf der BAB 1


Die Höllenbachtalbrücke auf der BAB 1

Wer mit dem Auto häufiger auf der A1 unterwegs ist, wird sich darüber wundern, dass die Baustelle in der Nähe der Raststätte Remscheid über viele Jahre nicht fertig wird.

Was der Autofahrer nicht sehen kann ist, dass eine historische Brücke das Tal 300 m weit überspannt und an ihrer höchsten Stelle 50 m hoch ist. Die Brücke wurde in den 1930er Jahren gebaut und besteht aus zwei parallelen Bauwerken mit jeweils 11 Bögen. Über natursteinverkleideten Sockeln erheben sich gemauerte Ziegelbögen, die an den Außenseiten mit Naturstein eingefasst sind. Diese Einfassungen binden unterschiedlich tief in das Ziegelmauerwerk ein und bilden dadurch ein Muster ab. Die Brücke fällt durch ihre Eleganz auf, die durch sich verjüngende Pfeiler erreicht wird. Auch die Abfolge der Bögen und die architektonischen Feinheiten, die von einer handwerklichen Qualität in der Bauausführung zeugen, verfehlen ihre Wirkung nicht.

Erst eine genaue Untersuchung hat ergeben, dass die Naturstein-Einfassungen der Bögen an den Außenseiten erhebliche Schäden aufwiesen. Ein Austausch der geschädigten Steine war aufgrund der Menge und der statischen Erfordernisse nicht vertretbar. Das „Einpacken“ der Bögen mit Betonmanschetten hätte das Erscheinungsbild des besonderen Brückenbauwerks zerstört.

Der Landesbetrieb Straßenbau hat mit den zuständigen Denkmalbehörden nach Wegen gesucht, das Erscheinungsbild der Brücke zu retten und den heutigen statischen Anforderungen gerecht zu werden. Die Natursteinverkleidungen an den Außenseiten wurden abgenommen und auf Paletten entlang der Autobahn zwischengelagert. Ein ungewöhnlicher Anblick für die Autofahrer. Die Bogeneinfassungen wurden durch Betonfertigteil-Elemente ersetzt, die stückweise von der Brücke aus an ihre Position gehoben und dann vergossen wurden. Um das Muster der ehemaligen Natursteine wieder aufzunehmen, wurden die Steinformate an der Oberfläche des Betons abgebildet. Vorbilder für solch eine Vorgehensweise gibt es nicht und die Baubeteiligten haben mit Spannung das Ergebnis erwartet. Nun ist es soweit. Der erste Teil der Brücke ist vom Gerüst befreit und die Brücke kann in dieser Form in den nächsten Jahrzehnten ihre Dienste tun.