Liegenschaftskataster NRW


Das Liegenschaftskataster NRW wird bei der Bezirksregierung Köln, Geobasis NRW, zentral als Sekundärdatenbestand bereitgestellt. Katasterbehörden und Land stimmen die Aufgabenwahrnehmung über einen Koordinierungsausschuss ab.

Das Liegenschaftskataster enthält für Flurstücke und Gebäude Geobasisdaten in beschreibender und darstellender Form. Auf rund 34 000 km² Landesfläche gibt es rund 9 Millionen Flurstücke. Für alle Flurstücke weist das Liegenschaftskataster deren Form, Lage, Nutzung, Größe, Bebauung und charakteristische Topographie nach. Es enthält die Ergebnisse der Bodenschätzung sowie den Nachweis der Eigentümer und Erbbauberechtigten. Das Liegenschaftskataster ist amtliches Verzeichnis im Sinne der Grundbuchordnung. An jedem Eigentumsübergang von Grund und Boden sind Kataster und Grundbuch gleichermaßen beteiligt.

In NRW ist es Aufgabe der Kreise und kreisfreien Städte als Katasterbehörden, die Geobasisdaten des Liegenschaftskatasters im einheitlichen Standard des Amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS) zu erheben, zu führen und bereitzustellen. Für eine überregionale Datenbereitstellung wurde bei der Bezirksregierung Köln ein Geodatenzentrum eingerichtet. Das Geodatenzentrum Liegenschaftskataster baut aus den Daten der Katasterbehörden einen Sekundärdatenbestand auf, der derzeit einmal jährlich aktualisiert wird. Bedarfsgerecht werden die Geobasisdaten aufbereitet und nach Abschluss einer Nutzungsvereinbarung dem Kunden zum vereinbarten Zweck bereitgestellt. Es gelten die Allgemeinen Geschäfts- und Nutzungsbedingungen. Die Zuständigkeit der Katasterbehörden und damit auch das Wahlrecht des Kunden, die Daten unmittelbar von den Katasterbehörden zu beziehen, bleibt von dieser Regelung unberührt.

Das Gesetz über die Landesvermessung und das Liegenschaftskataster (VermKatG NRW) gibt zur Schaffung einer einheitlichen landesweiten Geodatenbasis im Sinne eines "Nutzungsgebotes" vor, dass die Geobasisdaten als Grundlage für alle raum- und bodenbezogenen Informationssysteme, Planungen und Maßnahmen der Landesverwaltung und der Kommunen zu verwenden sind. Andere öffentliche und private Stellen sollen die Daten verwenden. Zweck ist insbesondere die Verknüpfung der Geobasisdaten mit den Fachdaten in nutzerspezifischen Geoinformationssystemen. Durch die Daten des Liegenschaftskatasters ergeben sich vielfältige Nutzungsmöglichkeiten sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor. Anwendungen liegen überall dort, wo rechtlich verbindliche, aktuelle und genaue Geobasisdaten benötigt werden, z.B.: Rechtspflege, Verwaltung, Wirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Energiebewirtschaftung, Umweltschutz, Wohnungswesen, Landnutzungsplanung, Straßenbewirtschaftung, Straßenplanung, Stadtplanung, Statistik, Demographie, Kommunikation, Erholung, Transportwesen etc. Die Geobasisdaten werden jedem zur Nutzung für eigene Zwecke zugänglich gemacht. Zur Nutzung der Eigentümerangaben ist das berechtigte Interesse darzulegen.