Luftbilder - ältere Bildflugjahre


Bestände historischer Luftbilder reichen bis in die Zeit Mitte der Fünfzigerjahre zurück. Anfangs wurden sie nur in Projekten aufgenommen und erst seit 1978 flächendeckend in einem regelmäßigen Turnus erneuert.

Luftbild aus der Zeit von 1954 bis 2007

Historische Luftbilder, also alle Luftbilder, die nicht aus dem aktuellen Bildflugjahr stammen, werden in der Landesluftbildsammlung des Landes für die gesamte Landesfläche Nordrhein-Westfalens geführt. Luftbilder aus der Zeit von 1954 bis 2006 liegen auf Rollfilm oder als Einzelbilder vor. In 2007 und 2008 wurden Teile des Bildflugprogramms schon mit Digitalkameras und nur der Rest mit analogen Kameras auf Rollfilm aufgenommen. Seit dem Bildflugjahr 2009 kommen ausschließlich Digitalkameras zum Einsatz.

Anfangs wurden Luftbilder nur in abgegrenzten Projekten aufgenommen, seit 1978 wurden sie flächendeckend in einem regelmäßigen Turnus von 6 Jahren hergestellt und erneuert. 1994 wurde der Erneuerungsturnus auf 5 Jahre umgestellt und im Jahr 2006 nochmals auf 3 Jahre verkürzt. Bis 1998 wurden die Luftbilder als Grauwertbilder aufgenommen, 1999 wurde auf Farbfilm umgestellt.

Seit 1998 erfolgt die Orthophotoproduktion am Digitalen Bildverarbeitungssystem. Die analogen Luftbilder mussten daher vor der Bearbeitung am photogrammetrischen Präzisionsscanner digitalisiert werden. Aus der eingestellten Pixelgröße von 25 µm und dem Bildflugmaßstab von 1:13.000 ergab sich dabei eine Bodenauflösung von ca. 30 cm pro Pixel (GSD 30 cm). Ein aus einem Scanvorgang eines analogen Luftbildes hervorgegangenes Digitales Luftbild wird daher als DLB30 bezeichnet, das Ausgangsluftbild als LB30.

Im Jahr 2008 wurde im Bildflug auf einen Bildmaßstab von 1:8.000 umgestellt, um den innerhalb der AdV vereinbarten Standard einer GSD20 zu erreichen. Mit dem Bildflug 2014 wurde auf eine GSD von 10 cm umgestellt. Vereinzelt liegen auch in kommunalen Kooperationsgebieten der Bildflugjahre 2007 bis 2013 DLB10 vor.

Da die Bilder so aufgenommen wurden, dass sie sich in Flugrichtung jeweils um ca. 60% und zum Streifennachbarn um ca. 30% überdecken, sind im Überdeckungsbereich der Einzelbilder eine stereoskopische Betrachtung und damit eine dreidimensionale Ausmessung möglich.

Luftbilder sind nicht georeferenziert. Erst unter Hinzunahme ihrer Orientierungsparameter können sie photogrammetrisch mit Georeferenz ausgewertet werden. So genannte Orientierte Luftbilder sind erst seit dem Bildflugjahr 2004 verfügbar, die vor diesem Zeitpunkt ermittelten Orientierungsparameter wurden nicht gespeichert.

Nur ein Teil der analogen Luftbilder aus der Zeit bis 2008 ist auch als DLB30 bzw. DLB20 verfügbar. Erst seit dem Bildflugjahr 2006 werden nicht nur die Rollfilme sondern auch die durch deren Digitalisierung entstandenen Daten in der Landesluftbildsammlung archiviert. Im Laufe der kommenden Jahre sollen im Rahmen verfügbarer Kapazitäten die noch nicht digital vorliegenden Filmbestände gescannt werden. Seit 2007 mit Digitalkameras aufgenommene Luftbilder liegen ausschließlich als DLB vor.

  • als Planungsgrundlage (z.B. im Straßenbau, im Umweltschutz und in der Land- und Forstwirtschaft)
  • zur Beweissicherung im Schadensfall z.B. durch Naturereignisse
  • für bodenkundliche Erhebungen
  • für archäologische Untersuchungen
  • bei der Altlastenermittlung
  • für stereoskopische Auswertungen und 3D-Messungen
  • als Geschenk

In der Landesluftbildsammlung kann auf einen Bestand historischer Luftbilder zugegriffen werden, der flächendeckend bis ins Jahr 1978 und vereinzelt sogar bis 1954 zurückgeht. Eine Übersicht über die wesentlichen Bestände gibt der Bildflugnachweis.

Die Orientiertierungsparameter der Luftbilder werden, soweit vorhanden,

  • bis zum Bildflugjahr 2009 in DHDN/GK angegeben, Höhenangaben beziehen sich auf NN.
  • ab dem Bildflugjahr 2010 in ETRS89/UTM (WGS84/ETRS89) angegeben, Höhenangaben beziehen sich auf NHN

Der Fortführungsturnus hat sich im Laufe der Jahre mehrfach verkürzt:

  • bis 1977 nur Aufnahmen in räumlich abgegrenzten Projekten
  • 1978 – 1993 6-Jahresturnus
  • 1994 – 2005 5-Jahresturnus
  • seit 2006 3-Jahresturnus
  • Die Lagegenauigkeit stereophotogrammetrisch bestimmter, gut einstellbarer Punkte liegt in Lage und Höhe bei einem Pixel.

DLB10:

  • nicht flächendeckend vorhanden; vereinzelte Kooperationsprojekte seit 2007, Erhebungsstandard ab 2014, Umstellung wird mit dem Bildflug 2016 abgeschlossen
  • Bodenauflösung 10 cm pro Pixel (GSD 10 cm)
  • Vegetationszustand möglichst unbelaubt, seit 2014 alternierend unbelaubt belaubt
  • Farbluftbild (RGB) seit dem Bildflugjahr 2011 auch nahes Infrarot als 4. Farbkanal (RGBI)
  • Farbtiefe 8 Bit pro Kanal

DLB20:

  • Bodenauflösung 20 cm pro Pixel (GSD 20 cm)
  • Vegetationszustand vollbelaubt
  • Farbluftbild (RGB) seit dem Bildflugjahr 2010 auch nahes Infrarot als 4. Farbkanal (RGBI)
  • Farbtiefe 8 Bit pro Kanal

LB30/DLB30:

  • Bodenauflösung 30 cm pro Pixel (GSD 30 cm)
  • Vegetationszustand vollbelaubt
  • Grauwertluftbild bis Bildflugjahr 1998, Farbluftbild (RGB) seit dem Bildflugjahr 1999
  • Farbtiefe 8 Bit pro Kanal
  • Kleinste Abgabeeinheit ist das Original-Einzelluftbild.
  • Für photogrammetrische Auswertezwecke werden einzelne DLB in Originalauflösung verlustfrei komprimiert im Datenformat JPG2000 abgegeben.
  • Luftbilder und Luftbildausschnitte können auch stärker bildkomprimiert mit einer geringeren Dateigröße bereit gestellt werden.

Auf Wunsch werden Ausschnittvergrößerungen aus Luftbildern als Plot hergestellt.

Rasterdaten

  • DLB20: 9,00 EUR je km2
  • DLB30: 9,00 EUR je km2
  • DLB40: 9,00 EUR je km2

Die genannten Gebühren sind in der Gebührenordnung für das amtliche Vermessungswesen und die amtliche Grundstückswertermittlung in Nordrhein-Westfalen (Vermessungs- und Wertermittlungsgebührenordnung – VermWertGebO NRW) vom 05.07.2010 in der jeweils gültigen Fassung und dem zugehörigen Vermessungs- und Wertermittlungsgebührentarif (VermWertGebT) festgelegt.

Es gelten die Allgemeinen Geschäfts- und Nutzungsbedingungen (AGNB).