Orthophotos - ältere Bildflugjahre


Orthophotos sind hochauflösende, verzerrungsfreie, maßstabsgetreue, photographische Abbildungen der Erdoberfläche.

Bedingt durch den Wandel der technischen Möglichkeiten und den veränderten Nutzeranforderungen Rechnung tragend liegen Datenbestände historischer Orthophotos mit unterschiedlichen Produktmerkmalen vor. Sie unterscheiden sich in Bodenauflösung und Bildflugzeitpunkt, sind entweder Grauwert- oder Farbbilder und liegen analog als Halbtonbild oder als Folienplot oder digital (abgeleitet aus Digitalen Luftbildern oder Scan von Folie) vor. Die Bezeichnungen lauten DOP10, DOP20, DOP30 und DOP40. Die Zahlenangabe bezieht sich auf die Bodenauflösung pro Pixel in cm (Ground Sample Distance, GSD).

DOP20

DOP30

In 2008 erfolgte eine Erhöhung der Bodenauflösung auf eine GSD von 20 cm. Eine weitere Erhöhung der Bodenauflösung auf eine GSD von 10 cm fand mit dem Bildflug 2014 statt. Vereinzelt gibt es aus den Jahrgängen 2007 bis 2013 auch schon DOP10, die im Rahmen von Kooperationen mit Kommunen entstanden.

DOP30 (bis 2007)

DOP20 (bis 2013)

DOP10 (ab 2014)

Bis 1998 wurden die DOP aus Grauwert-Luftbildern auf Rollfilm abgeleitet, seitdem ist der Produktstandard das farbige DOP. Mit dem Bildflugjahr 2009 wurde auf die vollständig digitale Aufnahme umgestellt, in 2010 wurde die Erfassung der DLB20 um das Nahe Infrarot als 4. Kanal erweitert. Bei Bedarf können seitdem auch IR-DOP oder CIR-DOP abgegeben werden.

Digital prozessierte DOP sind seit dem Bildflugjahr 1998 verfügbar. Frühere Orthophoto-Jahrgänge seit 1978 liegen als Raster- oder Halbton-Folien im Archiv und werden zurzeit kreisweise sukzessive am Einzugscanner digitalisiert und können als DOP40 bereitgestellt werden.

Aus einer einmaligen flächendeckenden Befliegung im Bildmaßstab 1:70.000 der Jahre 1985 bis 1990 stammen nur analog vorliegende Orthophotos, aus denen die Luftbildkarte im Maßstab 1:25.000 abgeleitet wurde. Diese Orthophotos wurden in Anlehnung an die Maßstabszahl des Folgeprodukts als Orthophoto 1:25.000 (OP25) bezeichnet und liegen im Blattschnitt der Topographischen Karte 1:25.000 flächendeckend vor.

Orthophotos 1:25.000 sind für die gesamte Landesfläche von NRW verfügbar. Nach Abschluss eines Turnus wurde die Produktion eingestellt.

Historische Digitale Orthophotos bis ins Jahr 1996 können als sogenannter WebMapService (WMS) in der Internetanwendung TIM-Online (TIM-online.nrw.de) hinzugeladen werden.

  • Planungsgrundlage (z.B. im Straßenbau, im Umweltschutz und in der Land- und Forstwirtschaft)
  • Beweissicherung im Schadensfall (z.B. bei Naturereignissen)
  • bodenkundliche Erhebungen
  • archäologische Untersuchungen
  • Altlastenermittlung
  • Dokumentation einer Zeitreihe
  • stereoskopische Auswertungen und 3D-Messungen
  • Geschenk

In der Orthophotosammlung kann auf einen Bestand historischer Orthophotos zugegriffen werden, der flächendeckend bis ins Jahr 1978 und vereinzelt sogar bis 1954 zurückgeht.

  • Historische Digitale Orthophotos (seit 1988) sind flächendeckend verfügbar.
  • Historische Orthophotos auf Folie (1978 – 1997) sind flächendeckend verfügbar und können im Rahmen vorhandener Kapazitäten auf Antrag kreisweise digitalisiert werden.
  • Analoge Orthophotos 1:25.000 (1985 – 1990) sind für die gesamte Landesfläche von NRW verfügbar.

bis zum Bildflugjahr 2008

  • Lage: DHDN/GK

ab dem Bildflugjahr 2009

  • Lage: ETRS89/UTM32 (EPSG 25832)

Der Fortführungsturnus hat sich im Laufe der Jahre mehrfach verkürzt:

  • 1978 – 1993 6-Jahresturnus
  • 1994 – 2005 5-Jahresturnus
  • seit 2006 3-Jahresturnus

Die mittlere Lagegenauigkeit eines DOP beträgt 2 bis 3 Pixel.

  • DOP10: 3 dm
  • DOP20: 6 dm
  • DOP30: 1 m
  • DOP40: 1,2 m

Bei farbigen DOP:

  • RGB (ab 1999)
  • RGBI (ab 2010)

DOP10 (vereinzelt aus den Jahrgängen 2007 bis 2013):

  • Bodenauflösung 10 cm pro Pixel (GSD 10 cm)
  • Vegetationszustand nicht bzw. wenig belaubt
  • Farb-Orthophoto (RGBI)
  • Farbtiefe 8 Bit pro Kanal
  • nicht flächendeckend verfügbar, in kommunalen Kooperationsprojekten entstanden

DOP20 ((ab 2008):

  • Bodenauflösung 20 cm pro Pixel (GSD 20 cm)
  • Vegetationszustand vollbelaubt (wenig belaubt bei DOP20, die aus DOP10 abgeleitet wurden)
  • Farb-Orthophoto (RGB), seit dem Bildflugjahr 2010 (2011 bei Ableitung aus DOP10) auch nahes Infrarot als 4. Farbkanal (RGBI)
  • Farbtiefe 8 Bit pro Kanal

OP30/DOP30 (bis 2007):

  • Bodenauflösung 30 cm pro Pixel (GSD 30 cm)
  • Vegetationszustand vollbelaubt
  • Grauwert-Orthophoto bis Bildflugjahr 1998, Farb-Orthophoto (RGB) seit dem Bildflugjahr 1999
  • Farbtiefe 8 Bit pro Kanal

DOP40:

  • Bodenauflösung 40 cm pro Pixel (GSD 40 cm)
  • Vegetationszustand vollbelaubt
  • Grauwert-Orthophoto Bildflugjahre 1978 - 1997
  • Farbtiefe 8 Bit pro Kanal

WMS

  • Historische DOP: https://www.wms.nrw.de/geobasis/wms_nw_hist_dop
  • Historische Orthophotos 1988 bis 1994: https://www.wms.nrw.de/geobasis/wms_nw_histortho_1988-1994

Im Einzelfall kann auf Antrag eine individuelle Selektion der digitalen Daten durch eine Fachkraft erfolgen. Die Aushändigung oder Übersendung der Geobasisdaten erfolgt i. d. R. mit Hilfe eines Datenträgers. Diese Amtshandlung ist gebührenpflichtig (Zeitaufwand).

Die DOP10 werden demjenigen auf Antrag bereitgestellt, der ein berechtigtes Interesse darlegt (§ 14 Abs. 2 VermKatG NRW). Die Prüfung des berechtigten Interesses sowie die erforderliche Datenselektion werden durch eine Fachkraft durchgeführt und sind gebührenpflichtig (Zeitaufwand).

Historische Orthophotos können analog abgegeben werden.

Für analoge Datenabgaben (Plots) werden gemäß Anlage zur VermWertGebO NRW, Tarifstelle 2.2 Nr. 2 Gebühren nach Zeitaufwand festgesetzt.

  • Bis einschl. DIN A1: Eine Arbeitshalbstunde: 30,- Euro
  • Größer als DIN A1: Zwei Arbeitshalbstunden: 60,- Euro

Für individuell zusammengestellte Datenpakete sowie Auswertungen von Geobasisdaten werden gemäß Anlage zur VermWertGebO NRW, Tarifstelle 2.2 Nr. 4 Zeitgebühren festgesetzt.

  • Zeitgebühr: Je Arbeitshalbstunde 30,- bzw. 44,- Euro

Für dieses Produkt gelten die Lizenzbedingungen Geobasis NRW.

Die Gebühren sind in der Gebührenordnung für das amtliche Vermessungswesen und die amtliche Grundstückswertermittlung in Nordrhein-Westfalen (Vermessungs- und Wertermittlungsgebührenordnung – VermWertGebO NRW) vom 05.07.2010 in der jeweils gültigen Fassung und dem zugehörigen Vermessungs- und Wertermittlungsgebührentarif (VermWertGebT) festgelegt (SGV.NRW.7134).