Digitale Luftbilder (DLB)


Luftbilder sind verkleinerte photographische Abbilder eines Teiles der Erdoberfläche. Sie werden aus Flugzeugen mit Spezialkameras in Nadirrichtung aufgenommen.

Luftbild - Ausschnitt

Luftbilder sind verkleinerte photographische Abbilder eines Teiles der Erdoberfläche. Sie werden aus Flugzeugen mit Spezialkameras in Nadirrichtung (senkrecht nach unten) aufgenommen. Sie dokumentieren den Zustand der Landschaft zum Aufnahmezeitpunkt und enthalten alle aus der Vogelperspektive sichtbaren Informationen zur Landschaft.

Bedingt durch die zentralprojektive Abbildung der Photographie und weil Geländeoberfläche und Bildebene in der Regel nicht parallel sind, wird das Gelände im Luftbild verzerrt dargestellt.

In einem dreijährigen Aktualisierungszyklus wird das aufzunehmende Gebiet in Ost-West-Richtung beflogen. Dabei werden die Bilder in den Flugstreifen so aufgenommen, dass sie sich in Flugrichtung jeweils um ca. 60% überdecken. Mit dem Bildflugjahr 2017 wird auf eine höhere Längsüberdeckung von 75% umgestellt werden. Benachbarte Streifen überdecken sich seitlich um mind. 30%. Auf diese Weise entsteht eine lückenlose Abbildung der Erdoberfläche. Im Überdeckungsbereich der Einzelbilder ist eine stereoskopische Betrachtung und damit eine dreidimensionale Ausmessung möglich.

Digitale Luftbilder (DLB) sind nicht georeferenziert. Erst unter Hinzunahme ihrer Orientierungsparameter können sie photogrammetrisch mit Georeferenz ausgewertet werden. So genannte Orientierte Luftbilder sind seit dem Bildflugjahr 2004 verfügbar. Aktuelle DLB werden mit großformatigen digitalen Luftbildkameras (z.B. Leica DMC II oder III, Vexcel Ultracam UCX, UCXp, UCE) aufgenommen. Die Dateigröße eines Bildes in unkomprimiertem TIFF variiert in Abhängigkeit von Kamera und Anzahl der Farbkanäle zwischen 300 und 1000 MByte.

Die Spezifikationen der DLB werden durch einen von der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder (AdV) verabschiedeten Standard vorgegeben. Digitale Luftbilder basieren auf diesem AdV-Standard und können lediglich in einer höheren Bodenauflösung von diesem abweichen.

Auf Grund der zunehmenden Nachfrage auf Landes- und Kommunalebene nach höher aufgelösten Bildinformationen mit dem Bildflug 2014 auf eine GSD von 10 cm umgestellt. Die Anzahl der Farbkanäle beträgt vier (Rot-Grün-Blau-Nahes Infrarot RGBI), der Befliegungszeitpunkt alterniert in den aufzunehmenden Gebieten. So werden 50 % der in einem Bildflugjahr aufzunehmenden Fläche im Frühjahr in der vegetationsarmen Zeit, die andere Hälfte als Sommerbildflug unter Vollbelaubung aufgenommen. Sobald die Region nach 3 Jahren wieder an der Reihe ist, wechseln die Aufnahmezeitpunkte von Frühjahr auf Sommer und umgekehrt.

Luftbilder werden in die Landesluftbildsammlung von Geobasis NRW aufgenommen. Der Bestand historischer Luftbilder reicht flächendeckend bis ins Jahr 1978 und vereinzelt sogar bis in die 50er-Jahre zurück.

  • als Planungsgrundlage (z.B. im Straßenbau, im Umweltschutz und in der Land- und Forstwirtschaft),
  • zur Beweissicherung im Schadensfall (z.B. bei Naturereignissen),
  • für bodenkundliche Erhebungen,
  • für archäologische Untersuchungen,
  • bei der Altlastenermittlung,
  • zur Dokumentation einer Zeitreihe,
  • für stereoskopische Auswertungen und 3D-Messungen und
  • als Geschenk.

Digitale Luftbilder liegen für die gesamte Landesfläche Nordrhein-Westfalens vor.

Orientierungsparameter der Luftbilder sind für alle Bildflugergebnisse seit 2004 verfügbar und werden in ETRS89/UTM32 angegeben, Höhenangaben beziehen sich auf NHN.

Projektfiles der trimble-/inpho-Software der Arbeitsgebiete können bereitgestellt werden.

Die Lagegenauigkeit stereophotogrammetrisch bestimmter, gut einstellbarer Punkte liegt in Lage und Höhe bei einem Pixel und entspricht damit der Bodenauflösung (GSD).

DLB20:

  • Bodenauflösung 20 cm pro Pixel (GSD 20 cm) Erhebungsstandard bis einschließlich Bildflugjahr 2013
  • Vegetationszustand vollbelaubt
  • 4-Kanal-Farbluftbild (RGBI)
  • Farbtiefe 8 Bit pro Kanal

DLB10:

  • Bodenauflösung 10 cm pro Pixel (GSD 10 cm) Erhebungsstandard seit dem Bildflugjahr 2014. Flächendeckung wird mit dem Bildflug 2016 erreicht.
  • Vereinzelt liegen auch für die Bildflugjahre 2007 bis 2013 in Kooperation mit Kommunen entstandene DLB10 vor
  • Vegetationszustand alternierend unbelaubt/belaubt
  • 4-Kanal-Farbluftbild (RGBI)
  • Farbtiefe 8 Bit pro Kanal
  • Kleinste Abgabeeinheit ist das Original-Einzelluftbild, dessen abgebildete Geländefläche von der Aufnahmekamera abhängig ist.
  • Format: TIFF

Luftbilder werden analog als Plot abgegeben. Auf Wunsch werden Ausschnittvergrößerungen aus Luftbildern hergestellt.

Die genannten Gebühren sind in der Gebührenordnung für das amtliche Vermessungswesen und die amtliche Grundstückswertermittlung in Nordrhein-Westfalen (Vermessungs- und Wertermittlungsgebührenordnung – VermWertGebO NRW) vom 05.07.2010 in der jeweils gültigen Fassung und dem zugehörigen Vermessungs- und Wertermittlungsgebührentarif (VermWertGebT) festgelegt.

Es gelten die Allgemeinen Geschäfts- und Nutzungsbedingungen (AGNB).