TRABBI-EDBS (Transformation von EDBS-Daten)


Mit TRABBI-EDBS wird ein Programm zur Verfügung gestellt, das die Überführung von ALK-konformen Punkt- und Grundrissinformationen aus unterschiedlichsten Bezugssystemen DHDN/GK in das Bezugssystem ETRS89/UTM realisiert.

Um in Nordrhein-Westfalen eine einheitliche Vorgehensweise bei der Überführung der Daten des Liegenschaftskatasters in das Lagebezugssystem ETRS89 mit UTM-Abbildung zu erarbeiten, wurde im Oktober 2001 eine Arbeitsgruppe (AG) "Überführung in das ETRS89" eingerichtet. Die Leitung dieser AG lag beim Innenministerium NRW. Da die AG die umfangreichen Fragestellungen zur Realisierung dieser Aufgabe nicht allein erarbeiten konnte, wurden drei Unterarbeitsgruppen zur Bearbeitung von konkreten Teilbereichen gebildet.

Als eine wichtige Erkenntnis wurde festgestellt, dass eine wirtschaftliche Überführung der Massendaten des Liegenschaftskatasters nur über Transformationsverfahren erfolgen kann. Voraussetzung hierfür sind geeignete und gut verteilte Stützpunkte, für die Koordinaten im jeweiligen Ausgangssystem des Liegenschaftskatasters und im ETRS89 vorliegen. Die Dichte sowie die Verteilung der Stützpunkte kann nicht normiert und reglementiert werden, sondern hängt von der jeweiligen Qualität des Katasters ab. Angestrebtes Ziel ist, dass alle durchgeführten Transformationen stets zu einem eindeutigen und wiederholbaren Ergebnis im Sinne des Koordinatenkatasters führen. Voraussetzung hierfür ist die einheitliche Verwendung ein- und derselben Stützpunktmenge. Daher werden die von den nordrhein-westfälischen Katasterbehörden für ihre Bezirke ermittelten Stützpunkte in einer Stützpunktdatei eingetragen, die zentral bei der Bezirksregierung Köln, Abteilung 7, GEObasis.nrw eingerichtet ist und auf die alle berechtigten Nutzer in NRW zugreifen können.

Unabhängig von diesen Aufgabenstellungen bietet die Abteilung GEObasis.nrw der Bezirksregierung Köln seit einigen Jahren die DV-Programme TRABBI-2D und TRABBI-3D an (Transformationen und Abbildungsübergänge zweidimensional und dreidimensional). Die Programme lösen Umrechnungs- und Umformungsaufgaben im Dialog und für große Punktmengen über frei formatierbare ASCII-Dateien. Schon häufiger wurde gefordert, die Programme ebenso mit Ein- und Ausgaben im Format der Einheitlichen Datenbankschnittstelle (EDBS) zu versehen, um einen Datenfluss zur Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK) bzw. ALK-konformen Datenbanken zu erzielen. Aufgrund der Komplexität der ALK-Grundriss- und Punktdateistrukturen wurde jedoch zur Transformation der Liegenschaftsdaten nach ETRS89 ein gesondertes TRABBI-EDBS entwickelt.

Eine Besonderheit ist, dass das Programm gleichzeitig Auszüge aus der Punktdatei und der Grundrissdatei transformieren kann, um bei integrierter Führung des Katasternachweises die Homogenität und Integrität des Datenbestandes sicherzustellen.

Grundsätzlich werden die Stützpunkte mit dem Einlesen eines Auszugs aus der Stützpunktdatei definiert. Um die vorhandene Genauigkeit und Homogenität zu gewährleisten, wird eine zu bearbeitende Punktdatei auf weitere Stützpunkte mit durch Messung entstandenen ETRS89-Koordinaten hin untersucht.

Während der Verarbeitung werden alle Lagekoordinaten, die nur im Lagestatus des Startsystems vorliegen, in das ETRS89 transformiert. Die Punkte der Punktdatei, die noch keine Koordinaten im ETRS89 aufweisen, erhalten eine entsprechende Datengruppe mit Lagestatus 489. Im Grundriss werden alle Lageinformationen und Lagekoordinaten der ausgestaltenden Geometrien durch Koordinaten im ETRS89 ausgetauscht. Je nach Ziel und Einrichtung der Verfahren werden die transformierten Daten im Operationsschlüssel FEIN (Fortführung Eintragen) mit redundanten oder im Operationsschlüssel BSPE (Benutzung Speicherungseinheiten) mit redundanzfreien Geometrieteilen ausgegeben. Sollte nach der Transformation die sogenannte "200-gon-Regel" der ALK nicht mehr erfüllt sein, so wird diese durch Neuordnung der Anfangs- und Endpunkte der betroffenen Linienteile wieder erzeugt.

Die Transformationen werden mit den in TRABBI-2D verwendeten Schnittstellen (Koordtrans.dll) durchgeführt. Zur Bestimmung der Transformationsparameter werden vorab die Startsystemkoordinaten der Stützpunkte über geographische Koordinaten in die UTM-Abbildung und die Zone des ETRS89 umgerechnet. Der gleichen Umrechnung werden die Koordinaten der zu transformierenden Punkte unterzogen. Damit wird erreicht, dass in räumlich größeren Verfahren unterschiedliche Abbildungen oder Mittelmeridiane nicht zu Verzerrungen des zu transformierenden Gebietes führen.

Die bestehende Koordtrans.dll wurde um die Natural Neighbour Interpolation erweitert, um sie neben der Methode nach Abstandsgewichten für die Restklaffenverteilung anbieten zu können.

Neues von Version 1.9 nach Version 2.0

  • Die automatische Steuerung der Einstellungen in Abhängigkeit der eingegebenen Daten wurde überarbeitet.
  • In der Protokolldatei wird nun immer der Zeitpunkt der Abarbeitung eines Verfahrens protokolliert.
  • Es können nun Punktdateien mit mehr als 2,3 Mio. Sätzen verarbeitet werden.
  • Probleme bei einem ggf. noch existierendem Verzeichnis "LVermA NRW" für die Initialisierungsdatei von TRABBI-EDBS mit der Funktion "Grafik in Plottfunktion" wurden beseitigt.
  • In der Bestimmung der Nachbarschaften von Stützpunkten wurden weitere numerische Sonderfälle berücksichtigt.
  • Eine Punktdatei kann nun auch ohne eine Restklaffenverteilung überführt werden.
  • Der Bedienkomforts bei der Auswahl von Dateien eines Verfahrens wurde verbessert.

Da es sich bei den Überführungsverfahren um zum Teil sehr aufwändige Transformationsberechnungen handelt, sollte der verwendete Rechner sehr gut ausgestattet sein. Die nachfolgenden Angaben sind lediglich als Empfehlung zu sehen. Es sollte:

  • 1 GB-Arbeitsspeicher oder mehr vorhanden sein,
  • eine schnelle Festplatte verwendet werden,
  • mehrere GB freier Festplattenspeicher für die Verfahrensdaten vorhanden sein,
  • der Rechner ausschließlich mit dieser Aufgabe beschäftigt werden.
  • Windows (32-Bit-Systeme)
  • Prozessor 586 oder jünger
  • 17 MB freier Festplattenspeicher
  • Maus, Tastatur
  • VGA-Graphikkarte (Darstellung ist optimiert für 1024 x 768 Pixel oder größer)
  • CD-ROM-Laufwerk

Das Nutzungsrecht wird erteilt

a) zeitlich unbefristet mit der Einschränkung auf die Erledigung von hoheitlichen Aufgaben der Landesvermessung und des Liegenschaftskatasters nach Anerkennung der allgemeinen Abgabebedingungen

b) im Zuge der Umstellung der Nachweise von Landesvermessung und Liegenschaftskataster auf ETRS89/UTM nach Unterzeichnung und Rücksendung der gesonderten Nutzungsbedingungen oder

c) zeitlich befristet ausschließlich zur Ausführung von Werkverträgen mit Nutzungsnehmern und zur Erledigung von Aufträgen nach a) oder b) nach Anerkennung der allgemeinen Abgabebedingungen.

Die Rücksendung der unterzeichneten gesonderten Nutzungsbedingungen kann gescannt als Datei-Anhang bei der Download-Beantragung, gescannt als Email, per Fax oder auf dem Postweg erfolgen.

 TRABBI-EDBS
Dateigröße:
6 MByte
Format:
zip
Nutzungsbedingungen:
erforderlich
Für Download einloggen

Für die Beantragung bzw. den Download müssen Cookies auf Ihrem Endgerät zugelassen sein.

Haben Sie Fragen?
Postanschrift
Bezirksregierung Köln·50606 Köln
Herr Klotz
  T: (49)0 221-147 4455
  F: (49)0 221-147 4182
  E-Mail schreiben