Raumbezug 2016


Das Plenum der AdV hat den Beschluss gefasst, einen neuen geodätischen Raumbezug einzuführen. So kommt der Prozess zum Abschluss, der 2004 mit der „Strategie für den einheitlichen Raumbezug des amtlichen Vermessungswesen“ seinen Anfang genommen hat.

Basierend auf dieser Strategie der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen (AdV) wurden die Geodätischen Grundnetzpunkte eingeführt, die im Sinne eines integrierten Raumbezugs erstmalig alle geodätischen Messgrößen (Lage bzw. 3D-Position, physikalische Höhe und Schwere) auf einem Punkt vereinen. In bundesweiten Messkampagnen wurden in der Folge Koordinaten höchster Güte für die Geodätischen Grundnetzpunkte und Referenzstationspunkte bestimmt. Außerdem wurden das Deutsche Haupthöhennetz und das Deutsche Hauptschwerenetz erneuert. In NRW wurden zusätzlich fast 6000 Schwerewerte als Grundlage eines neuen Quasigeoids bestimmt.

Ab dem 01.12.2016 wird der geodätische Raumbezug durch folgende Komponenten realisiert und durch die Bezirksregierung Köln, Geobasis NRW bereitgestellt:

  • Geodätisches Grundnetz (GGN) mit den Koordinaten und ellipsoidischen Höhen aus der GNSS-Messkampagne 2008 (ETRS89/DREF91/Realisierung2016), das gemeinsam mit dem SAPOS-Referenzstationsnetz als amtlicher Lage- (bzw. 3D-) Bezugsrahmen dient
  • SAPOS-Referenzstationsnetz mit den Koordinaten und ellipsoidischen Höhen aus der GNSS-Messkampagne 2008 (ETRS89/DREF91/Realisierung2016)
  • Deutsches Haupthöhennetz 2016 (DHHN2016) - Höhenstatus 170 (HST 170) - als amtlicher Höhenbezugsrahmen
  • Deutsches Hauptschwerenetz 2016 (DHSN2016) als amtlicher Schwerebezugsrahmen
  • German Combined Quasigeoid 2016 (GCG2016) zur Beschreibung des Erdkörpers bei Nutzung von Normalhöhen. Das GCG2016 wird auch über SAPOS bereitgestellt.

Für das Liegenschaftskataster sind keine Auswirkungen zu erwarten. Die Ergebnisse der GNSS-Messkampagne 2008 haben an den SAPOS-Referenzstationen Abweichungen zum alten Raumbezug von maximal 5 mm in der Lage aufgezeigt und liegen deutlich unterhalb der Messgenauigkeit im Liegenschaftskataster.

Höhenwertänderungen in Nordrhein-Westfalen (NHN-Höhen im DHHN2016 - NHN-Höhen im DHHN92)

Die Einführung des DHHN2016 führt in Nordrhein-Westfalen zu Höhenwertänderungen im Bereich von -15 mm bis +35 mm. Da dies deutlich über der Messgenauigkeit des Nivellements liegt, wird allen Stellen, die eigene Höhenfestpunktfelder unterhalten, dringend empfohlen, diese in das DHHN2016 zu transformieren. Hierzu wird HOETRA2016 in der Version 1.0 als Modell zur Transformation von amtlichen Höhen im DHHN92 (HST 160) in amtliche Höhen des DHHN2016 (HST 170) und umgekehrt als Web-Anwendung bereitgestellt.