1868 - 1903: Karte des Deutschen Reiches 1:100.000


Die zwischen 1868 und 1903 hergestellte Karte des Deutschen Reiches 1:100.000 war das erste Kartenwerk kleineren Maßstabes, das flächendeckend für das gesamte Gebiet des im Jahr 1871 neu gegründeten Deutschen Kaiserreiches vorlag.

Die Karte des Deutschen Reiches 1:100.000 (KDR), auch als Generalstabskarte bezeichnet, war das erste Kartenwerk kleineren Maßstabes, das flächendeckend für das gesamte Gebiet des im Jahr 1871 neu gegründeten Deutschen Kaiserreiches vorlag.

Kartenbeispiel: Karte des Deutschen Reiches 1:100.000 (1868 - 1903) Generalstabskarte

In einem Abkommen vom 4. März 1878 beschlossen die Staaten Bayern, Preußen, Sachsen und Württemberg die Herstellung dieses Kartenwerkes nach einheitlichen Richtlinien. Baden und Hessen beteiligten sich zunächst nicht an der KDR, obwohl sie über eigene Landesaufnahmen verfügten. Es sollten noch rund 30 Jahre vergehen, bis das komplette Werk, das allein für Preußen aus insgesamt 542 Kartenblättern bestand, im Jahr 1909 flächendeckend vorlag.

Neben der einfarbigen Ausgabe wurde ab 1899 mit der Herstellung einer dreifarbigen Ausgabe B der KDR begonnen. Von dieser Ausgabe wurden bis 1929 insgesamt 301 Blätter fertig gestellt, bis die weitere Bearbeitung in der Folge der Weltwirtschaftskrise von 1929 aus Geldmangel eingestellt wurde.

Der Karteninhalt der KDR ist im Verhältnis zum Maßstab außerordentlich reichhaltig und gut gegliedert. Das ortsverbindende Wegenetz ist vollständig wiedergegeben und bei der Darstellung der Ortschaften ist der Unterschied zwischen geschlossener und offener Bauweise klar zu erkennen. Ferner wurden die Verwaltungsgrenzen bis zur Kreisgrenze hinab dargestellt.

Als Herstellungsverfahren wurde der Kupferstich verwendet, der in der damaligen Zeit die qualitativ höchste zeichnerische Präzision ermöglichte. Für die Wiedergabe der Geländeoberfläche wurde an Stelle der für den Maßstab 1:25.000 vorgesehenen Höhenlinien auf die frühere Schraffendarstellung in einer kombinierten Methode nach Lehmann und von Müffling zurückgegriffen, die nach damaliger Auffassung eine feinere Modellierung der Böschungen gestattete und damit eine plastischere Wiedergabe des Geländes ermöglichte.

Jedes Kartenblatt hat ein Kartenbildformat von ca. 35 cm x 28 cm. Aus Gründen der Lesbarkeit wird die KDR vergrößert abgegeben, der Maßstab entspricht ~ 1:67.000.

  • Dokumentation einer Zeitreihe / Stadtentwicklung
  • Umweltschutz / Renaturierung
  • Archäologische Untersuchungen
  • Ahnenforschung
  • Dekorative Wandgestaltung / Geschenk

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Das Kartenwerk liegt für Nordrhein-Westfalen flächendeckend vor.

schwarz/weiß

Im Einzelfall kann auf Antrag eine individuelle Selektion der digitalen Daten durch eine Fachkraft erfolgen. Die Aushändigung oder Übersendung der Geobasisdaten erfolgt i. d. R. mit Hilfe eines Datenträgers. Diese Amtshandlung ist gebührenpflichtig (Zeitaufwand).

Die Kartenblätter können auf Antrag analog abgegeben werden.

Für individuell zusammengestellte Datenpakete sowie Auswertungen von Geobasisdaten werden gemäß Anlage zur VermWertGebO NRW, Tarifstelle 2.2 Nr. 4 Zeitgebühren festgesetzt:

  • Zeitgebühr: Je Arbeitshalbstunde 30,- bzw. 44,- Euro

Für analoge Datenabgaben (Plots) werden gemäß Anlage zur VermWertGebO NRW, Tarifstelle 2.2 Nr. 2 Gebühren nach Zeitaufwand festgesetzt:

  • Bis einschl. DIN A1: Eine Arbeitshalbstunde: 30,- Euro
  • Größer als DIN A1: Zwei Arbeitshalbstunden: 60,- Euro

Die Gebühren sind in der Gebührenordnung für das amtliche Vermessungswesen und die amtliche Grundstückswertermittlung in Nordrhein-Westfalen (Vermessungs- und Wertermittlungsgebührenordnung – VermWertGebO NRW) vom 05.07.2010 in der jeweils gültigen Fassung und dem zugehörigen Vermessungs- und Wertermittlungsgebührentarif (VermWertGebT) festgelegt (SGV.NRW.7134).