Gemeinsam in die Zukunft. Fragen an Regierungspräsidentin Gisela Walsken


Regierungspräsidentin Gisela Walsken im Gespräch

Regierungspräsidentin Gisela Walsken im Gespräch


Gisela Walsken: „Nein, Bezirksregierungen sind wichtig, wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden. Bezirksregierungen sind Nadelöhr und Bindeglied zwischen der Landesregierung und den Kommunen. Sie vermitteln die Ziele der Landesregierung, treten aber auch für die Interessen der Region gegenüber der Landesregierung ein. Sie bündeln Interessenlagen und diese Bündelung ist der große Vorteil einer Bezirksregierung. Die Aufgabenvielfalt der Bezirksregierungen berührt eine Vielzahl von unterschiedlichsten Lebens- und Arbeitsbereichen. Wir sind der zentrale Ansprechpartner in der Region und sorgen für die nötige Bürgernähe, wenn es beispielsweise um die Lehrerversorgung an Schulen, den Schutz von Arbeitsstätten oder um den Umweltschutz geht.“

Gisela Walsken: „Wichtig ist immer: Wir begegnen allen Kommunen auf Augenhöhe. Wir sind Partner. Kommunen wollen für ihre Bürgerinnen und Bürger nur das Beste: gute Schulen für ihre Kinder, ausreichend Gewerbeflächen, genügend Freiraum für Erholung oder neue Flächen zur Wohnraumentwicklung. Ob nun eine neue Schule, ein neues Gewerbegebiet oder ein Schwimmbad, für alles benötigen Kommunen Geld, das sie zurzeit nicht haben. Oft sind sie bereit, sich für ihre Wünsche und Pläne weiter zu verschulden. Es ist eine meiner Hauptaufgaben, darauf zu achten, dass dieser Prozess in verantwortlichen Grenzen stattfindet. Aber auch dem Wunsch nach mehr Flächen, beispielsweise für den Wohnungsbau muss ich zuweilen Grenzen setzen, weil unsere Ressourcen nicht unerschöpflich sind. Der verantwortliche und nachhaltige Umgang mit Fläche liegt mir im Übrigen sehr am Herzen und ich setze alles daran, die Kommunen in eine städtebauliche und landesplanerische Lösungsstrategie mit einzubeziehen. Denn nur mit den Kommunen und mit den Bürgerinnen und Bürgern lassen sich unsere Region und unser Land weiterentwickeln. Mein Markenzeichen ist dabei das offene Gespräch mit allen Beteiligten.“

Gisela Walsken:„Die sich verändernde Gesellschaft und die derzeitige Schieflage vieler kommunaler Haushalte sind wichtige aktuelle Themen. Sie erfordern von allen Beteiligten große Anstrengungen. Bezirksregierungen können dabei behilflich sein, Kirchturmdenken zu überwinden und unterschiedliche kommunale Interessen ausgleichen. Nur eine verstärkte und koordinierte Zusammenarbeit im Bezirk verschafft den Kommunen wieder Handlungsspielräume für ihre eigentlichen Aufgaben, für ihre Bürgerinnen und Bürger. Ob es nun die Zusammenarbeit ist bei verwaltungsinternen Dienstleistungen oder bei gemeinsamen Maßnahmen zur Entwicklung intelligenter Verkehrskonzepte oder im Schulbereich: Es gibt viele Möglichkeiten, die genutzt werden können und sollten. Weil Bezirksregierungen einen guten Überblick über die Situation der Kommunen haben, können sie diese gewinnbringenden Prozesse anstoßen und begleiten.“

Gisela Walsken:„Der Erhalt der Landschaft und gewachsener Infrastrukturen liegt den Menschen sehr am Herzen. Viele Neuprojekte stoßen heutzutage bei Bürgerinnen und Bürgern auf mangelnde Akzeptanz, weil sie grundsätzlich in Frage stellen, dass überhaupt ein Bedarf für Änderungen oder Neues besteht. Das gilt für viele Themen. Die Bürgerinnen und Bürger müssen von Anfang an stärker einbezogen werden, bereits bei der Frage, ob ein Projekt überhaupt gebaut wird. Grundlage einer solchen Beteiligungskultur bildet das Vertrauen, dass mit den Bürgerinnen und Bürgern bessere und wirtschaftlichere Entscheidungen gefällt werden können als ohne sie. Dies setzt Verantwortungsbewusstsein voraus und die Bereitschaft von Politik und Verwaltung, Einflussnahme und Kontrolle durch die Öffentlichkeit zuzulassen. Dennoch wird am Ende die zuständige Behörde eine rechtsverbindliche Entscheidung treffen müssen.“


Gisela Walsken ist seit 2010 Regierungspräsidentin. Gemeinsam mit nahezu 1.850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht sie nicht nur für eine Stärkung des Vertrauens zwischen Verwaltung und Wirtschaft in der Region, sondern auch für den Abbau überflüssiger Bürokratie. Mit ihrem auf die Wünsche der Eltern ausgerichteten Vorgehen bei der Errichtung neuer Schulen in vielen Städten und Gemeinden, mit ihrem ausgleichenden Handeln bei der Fortentwicklung der Industrieregion Rheinland und dem gleichzeitigen Erhalt ambitionierter Umweltstandards und mit ihrem Engagement für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Behörde zeigt sie, wie sehr der Mensch im Mittelpunkt steht. „Eine gute Verwaltung zeichnet sich durch zügige Arbeit, rechtssichere Entscheidungen und die Fähigkeit zur Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern aus“ sagt Gisela Walsken.

Auch in Zukunft werden die Menschen in der Region an erster Stelle stehen. Sie sollen an transparenten Entscheidungsprozessen teilhaben. Die Bezirksregierung wird die Städte und Gemeinden in der Region dabei unterstützen: ob bei der Konsolidierung kommunaler Haushalte, bei der Infrastrukturentwicklung , bei zukunftsweisenden regionalplanerischen Maßnahmen oder bei der Einleitung der Energiewende.

Die Zukunft gemeinsam gestalten ist die Devise.