Wie sicher sind Holzkohlegrills?


Wie sicher sind Holzkohlegrills?

Von © Jörg Zimmermann

Um diese Frage zu beantworten, startete die Bezirksregierung Köln mit der Prüfung von Holzkohlegrills in allen Preissegmenten. Insgesamt sind 25 Proben aus dem Handel gezogen worden. Unter den geprüften Grills befanden sich Einweggrills unter zehn Euro, Einsteigergrills ab 50 Euro und preislich gehobene Grills ab 100 Euro. Die Prüfungen ergaben, dass 37% aller Grills formale Mängel und in 70% aller Fälle technische Mängel aufwiesen.

Bei den Einweggrills wurden häufig unvollständige Gebrauchsanleitungen und fehlende Warnhinweise festgestellt. Beispielsweise fehlten Hinweise zum korrekten Anzündverfahren, bzw. wie das Umkippen des Grillgerätes vermieden werden kann, wenn das am Rost haftende Grillgut entfernt wird. Außerdem fehlten Warnhinweise zur einmaligen Verwendung des Grills, damit die Schale nicht durchbrennt und heiße Asche und Kohlestücke herabfallen lässt. In einem vorliegenden Fall war die Qualität eines Einweggrills so mangelhaft, dass die Grillschale schon bei der erstmaligen Verwendung durchbrannte. In einem anderen Fall war das mitgelieferte Gestell so niedrig oder unzureichend, dass der Grill die darunterliegende Oberfläche auf 150 Grad aufwärmte, 80 Grad höher als die Norm zuließ.

Holzkohlegrills

Im Einsteigergrillsegment sind weniger als 1/3 der Produkte völlig mängelfrei, hier ist jedoch Wachsamkeit gefragt. So fehlten den Grills Warnhinweise, dass zum Anzünden oder Wiederanzünden kein Spiritus verwendet werden soll und diese nicht in geschlossenen Räumen zu nutzen sind. Zudem wurden sehr häufig Schnittverletzungsgefahren durch scharfe Grate an Ecken und Kanten festgestellt. In sehr vielen Fällen bestanden die Grills die Durchschlagsprüfungen durch das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung NRW nicht. Dies führt in der Regel auf dünnwandige Bleche zurück. Bedingt dadurch kommt es leichter zur Durchrostung und führt dazu, dass heiße Kohlestücke oder Aschereste herabfallen. Teilweise starke Temperaturerhöhungen an Handgriffen und Verstelleinrichtungen können zu Verbrennungen an den Händen führen.

Im gehobenen Grillsegment war die Verarbeitung und Qualität gut und technisch kaum zu beanstanden. So war die Temperaturerhöhung an Handgriffen und Verstelleinrichtungen nur minimal und die Bedienungsanleitungen wiesen auf die Benutzung von Ofenhandschuhen hin. Durchschlagsprüfungen ergaben hingegen keinen Grund zur Beanstandung. Scharfe Grate waren in sehr wenigen Fällen festgestellt worden und eher den unbekannteren Herstellern zuzuordnen. In einigen Fällen mussten die Hersteller die Bedienungsanleitungen ergänzen und Warnhinweise nachtragen.

Die Bezirksregierung Köln veranlasste daher die Mängelbeseitigung direkt bei den Herstellern und informierte die anderen betroffenen Marktüberwachungsbehörden.

Schauen Sie sich das Muster im Laden an und entscheiden Sie, ob keine Schnittverletzungsgefahren bestehen und der Grill stabil gebaut ist. Die Bedienungsanleitung sollte leicht verständlich sein und auf die verwendungsbedingten Gefahren bzw. sicheren Umgang hinweisen. Achten Sie im Zweifelsfall auf das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit, da in diesem Fall ein zertifiziertes Prüfinstitut die Qualität des Grills geprüft hat. Sollten Sie dennoch ein einen mangelhaften Grill vorfinden, informieren Sie die zuständige Marktüberwachungsbehörde und schildern Sie Ihre Feststellungen. Damit tragen Sie bei, dass nur sichere Produkte verkauft werden.