Qualifikationserweiterung für sozialpädagogische Berufe


Kenn-Nr.: 1.124.2015
Thema: Qualifikationserweiterung für sozialpädagogische Berufe
Zeit/ Beginn: Der Fortbildungskurs startet mit dem Schuljahr 2015/16 zum 1.8.2015, die Präsenzveranstaltungen werden mittwochs am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg, Aachen stattfinden. Starttermin: 16.9.2015, 10-15h im Käthe-Kollwitz-Berufskolleg, Aachen. Die Gesamtplanung mit allen Terminen wird dann bekannt gegeben.
Ort: Käthe-Kollwitz-Berufskolleg, Aachen
Zielgruppe: Lehrkräfte in Berufskollegs, die u.a. für den praxisbezogenen Einsatz in sozialpädagogischen Bildungsgängen (berufsqualifizierende BGs, Anlagen B und E) eingeplant sind und die Lehrbefähigung für Sek II erworben haben – über Fakultas in den Fächern Erziehungswissenschaften, Biologie, Gesundheitswissenschaften, Sport, Musik, Kunst, Deutsch (Fächer mit Bezügen zu praxisbezogenem Einsatz)
Moderation: Tanja Lenz, Geschwister-Scholl-Berufskolleg Leverkusen
Michael Kremer, Käthe-Kollwitz-Berufskolleg Aachen
Teilnehmerentlastung: Die Teilnahme wird pro Schuljahr mit 2 Std./Woche auf die Unterrichtsverpflichtung angerechnet, die nicht bedarfserhöhend für die Schule wirksam wird.
Inhalte:

Grundlegende Qualifizierung für den Unterrichtseinsatz in berufsqualifizierenden Bildungsgängen für sozialpädagogische Berufe, Anlagen B und E, auf Basis des Lehrplans der Fachschule für Sozialpädagogik.

Im Gesamtvolumen von 320 Std. – gestreckt auf 2 Schuljahre - erlangen die Teilnehmenden die Kompetenz, den Unterricht so zu gestalten, dass sie den aktuellen Lehrplananforderungen in Verbindung der Reflexion der Berufspraxis für diese differenzierte Lerngruppe entsprechen.

Die Teilnehmenden verfügen in Bearbeitung der Lernfelder über die Kompetenz, die Unterrichtssequenzen so zu gestalten, dass

  • eine fachlich fundierte Analyse der Berufsmotivation der Studierenden und eine Reflexion und Weiterentwicklung der beruflichen Identität und Professionalität möglich ist.
  • die Studierenden der Fachschule fachlich fundiert ein didaktisch-methodisches Handlungskonzept der pädagogischen Beziehungsgestaltung mit Einzelnen und Gruppen entwerfen und weiter entwickeln können.
  • die Studierenden der Fachschule fachlich fundiert pädagogische Prozesse mit dem Ziel Inklusion zu fördern planen, durchführen und reflektieren. Ausgangspunkt muss hierbei die Vielfalt der Lebenswelten und Lebenssituationen sowie die Diversität der Adressaten sein.
  • die unterschiedlichen Bildungspläne/ Bildungsempfehlungen sowie Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren lernfelddidaktisch aufbereitet werden können
  • sie die Heterogenität familiärer Lebenssituationen analysieren und deren Bedeutung für Bildungs-, Erziehungs- und Entwicklungsprozesse im Rahmen von unterrichtlichen Lernsituationen thematisieren können.
  • sie Konzepte der Qualitäts- und Teamentwicklung zu analysieren und für die Unterrichtsgestaltung nutzbar machen können.

Die Teilnehmer/innen reflektieren ihre Lehrerrolle, sie nehmen eine kritische und reflektierende Haltung zu Handlungen ihres beruflichen Alltags ein. Die Teilnehmer nehmen Erwartungen und Anforderungen an die Lehrtätigkeit im Bereich Sozialpädagogik wahr, reflektieren diese und ziehen Konsequenzen für ihr pädagogisch-didaktisches Handeln. Die Teilnehmer erwerben/ vertiefen ihr Wissen über die Lernfelddidaktik, um konkrete Unterrichtsvorhaben zu gestalten. Darüber hinaus setzen sich die Teilnehmer mit der Rolle als Praxislehrer/in auseinander.

Das Gesamtvolumen des Kurses von 320 Std wird gestreckt auf 2 Jahre, d.h. für die Teilnehmer sind 2 Stunden Reduktion auf die Unterrichtsverpflichtung so einzuplanen, dass der Fortbildungstag Mittwoch für die Präsenzveranstaltungen genutzt werden kann.

Der Zertifizierungskurs umfasst insgesamt 320 Stunden und wird aufgeteilt in

  • 200 Stunden Präsenzveranstaltungen (25 Termine x 8 Stunden)
  • 036 Stunden Unterrichtshospitationen (3 Teilnehmer x 3 Termine/Halbjahr x 4 Stunden)
  • 086 Stunden Konzept Praxisbetreuung/ schulinternes Mentoring

Die Anteile der Unterrichtshospitationen sowie des schulinternen Mentorings werden in Kooperation mit den beteiligten Berufskollegs gestaltet.

Die Teilnehmenden dokumentieren alle Lernprozesse über ein persönliches Portfolio, das auch im Rahmen des Abschlusszertifikats die inhaltliche Arbeit beschreibt.

Die Teilnehmer/innen bilden zu Beginn des Kurses feste Arbeits- und Austauschgruppen (3 Teilnehmer). Diese Teams planen einmal pro Halbjahr gemeinsam Unterricht und hospitieren gegenseitig. Die erworbenen Unterrichtserfahrungen werden im kollegialen Austausch im Qualifizierungskurs reflektiert.

Hinweis: Die erste Phase der kollegialen Hospitationen ist Ende des Schuljahrs 2015/16 eingeplant. Er wäre hilfreich, wenn die Kursteilnehmenden zu diesem Zeitpunkt im Unterricht eingesetzt sind.

Um der besonderen Bedeutung der (zukünftigen) Rolle als Praxislehrkraft Rechnung zu tragen ist vorgesehen, dass die TN schulintern über Mentoring durch erfahrene Kolleginnen und Kollegen im Umfang von 84 Stunden begleitet werden. In diesem Zusammenhang sollen die TN zunächst einmal Praxisbesuche von erfahrenen Lehrkräften begleiten, um im weiteren Verlauf des ersten Schuljahres zwei Praxisbesuche (im zweiten Jahr drei Praxisbesuche) in unterschiedlichen Praxisfeldern selbstständig durchzuführen. Diese Besuche werden im kollegialen Austausch mit der erfahrenen Lehrkraft sowie im Qualifizierungskurs reflektiert.

Hinweis: Dies wird in einem gemeinsamen Vorbereitungstreffen (geplant für Dezember 2015) mit den schulischen Mentorinnen und Mentoren vorbereitet.

Zusätzlich wird von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und von deren Schulen erwartet, dass ein entsprechendes Lehrerpraktikum während dieser Zeit ergänzt wird, um die Fachpraxis kennenzulernen (geregelt nach BASS 12-21 Nr 1, Pkt. 7.2, RdErlass des MSW vom 21.10.2010 ‚Berufs- und Studienorientierung’).

Um die Nähe zur Berufspraxis zu sichern, muss für den Zeitraum bis nach den Herbstferien 2015 ein zweiwöchiges Lehrerpraktikum im Tätigkeitsfeld Kindertagesstätte vorgesehen werden.

Die Teilnehmer/innen erwerben/ vertiefen dort ihr Handlungswissen über das Arbeitsfeld Kindertagesstätte. Die Teilnehmer/innen versetzen sich aufgrund fundierter Selbstreflexion in die individuelle Lebenssituation von Kindern und Praktikanten. Die Teilnehmer/innen erleben sich in der Rolle eines Praktikanten und reflektieren dies im Hinblick auf ihre Tätigkeit als Praxislehrer/in.

Ein weiteres zweiwöchiges Lehrerpraktikum im Arbeitsfeld Offene Ganztagsgrundschule (OGS) muss für die letzten Unterrichtswochen im Schuljahr 2015/2016 eingeplant werden. Kernaufgabe für Lehrerinnen und Lehrer ist und bleibt hierbei die Entwicklung, Realisation und Evaluation von Lernsituationen, die berufliche Herausforderungen und Problemstellungen zum Ausgangspunkt des Unterrichts machen und zur Entwicklung einer umfassenden Handlungskompetenz beitragen.

Die Ausgestaltung der Lernsituationen kann vielfältig sein und die Studierenden zunehmend in den Planungsprozess einbeziehen, um ihre Selbstständigkeit und Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu unterstützen.