Fischaufstieg und Fischabstieg


Darstellung von Umfang und Funktionsweise eines Pilotprojektes für die Optimierung von der Fischpassierbarkeit einer bestehenden Wasserkraftanlage in der Sieg in Windeck.

Laufwasserkraftwerke wie die Unkelmühle nutzen den Höhenunterschied zwischen dem Ober- und Unterwassergraben aus, um Strom zu erzeugen. Damit wandernde Fische überhaupt aus dem unteren Wasserniveau in den höher gelegenen Flussabschnitt gelangen können, gibt es schon seit längerem so genannte Fischaufstiegsanlagen. Diese haben auch an der Unkelmühle Tradition. So wurden hier bereits 1990 eine Blocksteinrampe direkt am Wehr sowie ein Denil-Fischpass an der Wasserkraftanlage errichtet. Zuvor hatte es schon einen Beckenpass gegeben.

Im Rahmen des Pilotprojektes wurde ein neuer technischer Fischaufstieg in Form eines „Vertical-Slot-Passes“ installiert. Über 27 Becken mit einem Durchfluss von 280 bis 320 Liter pro Sekunde können die Fische gut drei Meter Differenz vom Ober- ins Unterwasser überwinden. Fischaufstiegsanlagen sind heute bekannte und erprobte Technik.

Am Vorranggewässer Sieg werden im Rahmen des Pilotprojektes Unkelmühle erhöhte Standards sowohl für den Schutz anadromer Fischarten (z.B. Lachs, Meerforelle) als auch katadromer Fischarten (z.B. Aal) getestet.

Als mechanische Barriere vor den Turbinen werden Feinrechen mit einem lichten Stab-abstand von 10 Millimetern sowie einer Anströmgeschwindigkeit von maximal 0,5 m/s erprobt. Gleichzeitig sind für den Abstieg der Lachssmolts oberflächennahe Bypässe vorgese-hen, welche zwischen dem 15. März und dem 31. Mai (Hauptabwanderzeit) geöffnet werden.

Für den Abstieg der Aale, die in der Regel sohlnah wandern, sind sohlennahe Bypässe installiert, welche in den Monaten Juli bis Januar nachts geöffnet werden sollen. Durch den engen Stababstand der Rechenfelder wird erwartet, dass Geschwemmsel (Äste, Laub, Müll) den Betrieb des Kraftwerks verstärkt behindert, sodass eine leistungsfähige, automatische Rechenreinigungsanlage installiert ist.

Zur Minderung der Gefahr, dass sich vor der vergrößerten Rechenreinigungsanlage vermehrt Sedimente (Schlamm, Sand, Kies) ablagern, die nach und nach den Turbineneinlauf vermindern, ist ein Geschiebekanal eingebaut, durch dessen Öffnung die Sedimente bei Bedarf ins Unterwasser gespült werden können.