Wasserkraft klimafreundlich - fischfeindlich?


Darstellung des Umfangs und der Funktionsweise eines Pilotprojektes für die Optimierung der Fischpassierbarkeit an der bestehenden Wasserkraftanlage Unkelmühle an der Sieg in der Gemeinde Windeck.

Im Krafthaus der Unkelmühle arbeiten bei ausreichender Wasserführung der Sieg drei Francis-Turbinen, die insgesamt über eine installierte Leistung von 420 Kilowatt verfügen. Jährlich werden so rund 1.800 Megawattstunden Strom erzeugt. Das reicht aus, um 500 Haushalte zu versorgen.

Zwar ist der so erzeugte Strom sehr klimafreundlich, allerdings ohne eine besondere Schutzausstattung der Anlage wenig fischfreundlich.

Nach heutigem Kenntnisstand wirken sich die Probleme des Auf- und Abstieges an Stauanlagen und der Schädigungen in Turbinen insbesondere auf jene Fischpopulationen aus, die auf den Wechsel zwischen Binnengewässer und Meer angewiesen sind. Diese diadromen Populationen sind somit vor allem in jenen Gewässern nachhaltig zu schützen, in denen nur eine geringe Anzahl von Wasserkraftanlagen existiert.

In Nordrhein-Westfalen ist u.a. die Sieg als ein solches Vorranggewässer ausgewiesen; an den hiesigen Wasserkraftanlagen sind erhöhte Standards für den Fischschutz erforderlich, um eine ausreichend höhe Gesamtüberlebensrate der abwandernden Fische zu erreichen.