Das Wegekonzept im Naturschutzgebiet Siebengebirge


Oelberg-Panorama

Oelberg-Panorama | Copyright G.Persch | Rhein-Sieg-Kreis


Der Wegeplan der Bezirksregierung Köln für Wanderer, Radfahrer und Reiter im Naturschutzgebiet Siebengebirge ist umgesetzt. Das Ziel des Planes besteht darin, Ruhezonen für Wildtiere zu schaffen und Besucher die Orientierung im Siebengebirge zu erleichtern.

Im Jahr 2012 hat die Bezirksregierung Köln die Naturschutzgebietsverordnung vom 12.05.2005 für das Siebengebirge geändert. Kernpunkt dieser Änderung ist der erstmals aufgestellte Wegeplan für das beliebte Naherholungsgebiet mit seiner Vielzahl an Wegen. 2013 trat dieser Wegeplan in Kraft.

Wildkatze

Ein wichtiges Ziel des Wegeplans war die Ausdünnung des zu dichten Wegenetzes. Entfallen sind Parallelwege oder selten begangene Pfade, die schon teilweise zugewachsen waren. Auf diese Weise war es möglich, größere Ruhezonen für störungsempfindliche Wildtiere zu schaffen. Davon profitiert zum Beispiel die scheue Wildkatze. Die ersten Exemplare dieser seltenen Art konnten im Siebengebirge bereits nachgewiesen werden.

Wanderer im Wald

Ein weiteres Ziel des Wegeplans besteht darin, dass sich die Besucher leichter im Siebengebirge orientieren können. In der Vergangenheit war es oft nicht eindeutig, welche Wege wie genutzt werden durften. Deshalb gibt der Wegeplan nun Auskunft, ob die Wege zum Wandern, Radfahren oder Reiten genutzt werden können.

Inzwischen hat der Rhein-Sieg-Kreis die Kennzeichnung der Wege im Siebengebirge auf Grundlage des Wegeplans erneuert. Das neue Leitsystem für die Wege im Siebengebirge besteht nun aus vier Bausteinen:

Es erfolgte eine neue Kennzeichnung mit farbigen Dreiecken, um die zulässige Nutzung für jeden einzelnen Weg im Gelände kenntlich zu machen. Rote Dreiecke kennzeichnen die Wanderwege und gelbe Dreiecke die für das Radfahren zugelassenen Wege. Reitwege sind durch blaue Dreiecke markiert.

Wegebeschilderung | Copyright M. Hees | Gesellschaft für Umweltplanung

An vielen Abzweigungen und Kreuzungen stehen die markanten Wegsteine aus Grauwacke. 2015 sind neue beschriftete Scheiben aus Stein in diese Wegsteine eingesetzt worden. Sie enthalten Hinweise zu Sehenswürdigkeiten, Gaststätten und Parkplätzen, ergänzt durch Entfernungsangaben.

 

Zur besseren Orientierung wurden an 55 Standorten auch die Tafeln mit der neuen Wanderkarte für das gesamte Siebengebirge erneuert.

Die neue Wanderkarte, die den aktuellen Wegeplan berücksichtigt, ist bei der Tourismus Siebengebirge GmbH erhältlich.

Der Wegeplan und die neue Beschilderung gelten für den mittleren und südlichen Teil des Siebengebirges, der zum Rhein-Sieg-Kreis gehört. Da es dort noch keinen Landschaftsplan gibt, ist die Bezirksregierung Köln für die Schutzgebietsverordnung und damit für den Wegeplan zuständig.

Der nördliche Teil des Siebengebirges mit dem Ennert liegt auf Bonner Stadtgebiet und wurde durch den Landschaftsplan Ennert unter Schutz gestellt. Ein Wegeplan hierfür ist bislang nicht erstellt worden.

Die Kosten für die neue Beschilderung belaufen sich auf insgesamt 260.000 Euro. Die Bewilligung erfolgte durch die Bezirksregierung Köln. 70 % der Kosten übernahm das Land Nordrhein-Westfalen, 30 % der Rhein-Sieg-Kreis. Ein wesentlicher Kostenfaktor bei der neuen Beschilderung waren die extra angefertigten Steinscheiben, die per Hand auf die Wegsteine aufgebracht wurden. Dadurch konnten die meisten der bereits vorhandenen markanten Wegsteine weiter verwendet werden, zudem passt sich das Material bestens in das Landschaftsbild des Siebengebirges ein.

Wanderer im Wald

Mit dem neuen Wegeplan wurde ein Kompromiss geschaffen zwischen den Belangen des Naturschutzes und den Interessen der Erholungssuchenden. Alle Hauptwanderwege, alle wesentlichen Verbindungswege, alle wesentlichen Zugänge von den Ortslagen und viele Wege mit einem herausragenden Erlebniswert sind erhalten geblieben. So bleibt das Siebengebirge weiterhin ein sehr gut erschlossenes Erlebnis- und Erholungsgebiet. Die vielfältige Natur im Siebengebirge mit ihren vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten profitiert davon, wenn sich die Besucher an die ausgeschilderten Wege halten und diese nicht verlassen.

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