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Familienpflege

Ausbildung in der Familienpflege nach der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Familienpflegerinnen und Familienpfleger (APO- Familienpflege) vom 02.04.2004

I. Ausbildungsziel § 1 APO-Familienpflege

Ziel der Ausbildung zur Familienpflegerin und zum Familienpfleger ist es, Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die befähigen,

  • selbständig und eigenverantwortlich die Hausfrau, den Hausmann oder die verantwortliche Person im hauswirtschaftlichen, erzieherischen oder pflegerischen Bereich vorübergehend zu vertreten, zu unterstützen oder anzuleiten,
  • hilfsbedürftige Menschen jeden Alters in ihrer Wohnung zu betreuen und zu pflegen,

und

  • diese Aufgaben in familienähnlichen Strukturen sowohl vorübergehend als auch dauerhaft zu übernehmen.

Die Ausbildung bereitet insbesondere auf folgende Aufgaben vor:

  • Führung des Haushalts in Vertretung oder Zusammenarbeit mit der Hausfrau, dem Hausmann oder im Auftrag der verantwortlichen Person,
  • Wahrnehmung erzieherischer Aufgaben in Familien in Abstimmung mit den Personenberechtigten, pflegerische Grundversorgung kranker, pflegebedürftiger, behinderter und alter Menschen sowie Beratung derselben und deren Angehörigen,
  • Anleitung bei hauswirtschaftlichen, erzieherischen und pflegerischen Tätigkeiten,
  • Hilfe zur Erhaltung und Aktivierung der selbständigen Lebensführung,
  • Unterstützung bei der Inanspruchnahme anderer Stellen zur Lösung wirtschaftlicher, gesundheitlicher, erzieherischer und sozialer Probleme.

II. Zulassungvoraussetzung § 3 APO-Familienpflege

Zur Ausbildung kann zugelassen werden, wer

  1. in gesundheitlicher Hinsicht und persönlich für die Familienpflege geeignet ist und
  2. das 17. Lebensjahr vollendet hat und
  3. a) den Hauptschulabschluss oder einen entsprechenden Bildungsstand besitzt oder
    b) eine abgeschlossene Ausbildung und eine mindestens einjährige Tätigkeit im hauswirtschaftlichen, pflegerischen oder pädagogischen Bereich nachweist oder
    c) die Vollendung des fünfundzwanzigsten Lebensjahres und eine mindestens sechsjährige Führung eines Mehrpersonenhaushaltes nachweist oder
    d) eine mindestens sechsjährige Führung eines Mehrpersonenhaushaltes nachweist und eine abgeschlossene Ausbildung zur Familienhelferin und zum Familienhelfer hat.

III. Dauer und Gliederung der Ausbildung § 4 APO-Familienpflege

Die Ausbildung am Fachseminar für Familienpflege besteht aus einer zweijährigen theoretischen und fachpraktischen Ausbildung, welche mit einer Abschlussprüfung endet, sowie aus einem einjährigen Berufspraktikum, welches vom Fachseminar begleitet wird und mit einem Kolloquium abschließt.
Die Ausbildung am Fachseminar umfasst 1.800 Stunden Unterricht sowie 1.200 Stunden fachpraktische Unterweisung.

Ausbildung zur Familienpflegerin und zum Familienpfleger in der Landwirtschaft

Die Ausbildung zur Familienpflegerin und zum Familienpfleger in der Landwirtschaft umfasst auch die Vorbereitung auf die Übernahme von spezifischen Aufgaben im landwirtschaftlichen Haushalt und Betrieb.
Die Ausbildung umfasst zusätzlich 100 Unterrichtsstunden aus den Bereichen Landwirtschaftliche Betriebslehre, Gartenbau sowie Tierproduktion.
Bei der fachpraktischen Ausbildung ist es erforderlich, dass rund 400 Stunden in anerkannten Ausbildungsstätten der ländlichen Hauswirtschaft abgeleistet werden.

IV. Ausbildungsstätte § 2 Abs. 1 APO-Familienpflege

Ausbildungsstätten sind die staatlich anerkannten Fachseminare für Familienpflege.

V. Staatliche Abschlussprüfung § 9 Abs. 1 APO-Familienpflege

Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem fachpraktischen Teil. Sie ist gebührenfrei. Die schriftliche Prüfung besteht aus jeweils einer Klausurarbeit in den Fachbereichen:

  • Hauswirtschaft,
  • Pädagogik und Psychologie,
  • Säuglings-, Kinder- und Krankenpflege sowie
  • Sozialkunde.

VI. Berufspraktikum § 20 APO-Familienpflege

Das Berufspraktikum wird in einem Arbeitsverhältnis in Einrichtungen der Familienpflege oder in anderen Bereichen, in denen Kenntnisse und Fertigkeiten des Berufsfeldes eingeübt werden können, abgeleistet. Das Berufspraktikum ist spätestens ein Jahr nach der Abschlussprüfung anzutreten.
Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten, die die staatliche Anerkennung in der Landwirtschaft anstreben und die keine abgeschlossene Berufsausbildung als Hauswirtschafterin oder Hauswirtschafter mit dem Schwerpunkt ländliche Hauswirtschaft oder als Landwirtin oder Landwirt nachweisen, sollen vier bis sechs Monate ihres Berufspraktikums in landwirtschaftlichen Haushalten ableisten.

VII. staatliche Anerkennung § 21 APO-Familienpflege

Die staatliche Anerkennung als Familienpflegerin und als Familienpfleger setzt neben der erfolgreichen Abschlussprüfung die erfolgreiche Ableistung des einjährigen Berufspraktikums voraus. Der Antrag auf staatliche Anerkennung soll spätestens sechs Monate nach der Ableistung des Berufspraktikums über das Fachseminar für Familienpflege bei der Bezirksregierung gestellt werden.
Die staatliche Anerkennung zur Berufsausübung ist nach Antragstellung

  • bei gesundheitlicher Eignung, und wenn keine Tatsachen bekannt sind, aus denen sich die Unzuverlässigkeit ergibt, zu erteilen.


 

Letzte Änderung(en): 11.04.2011 11:18 Uhr | Erstellt am: 15.03.2010 12:19 Uhr