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TRIFT – Transfer of innovation into the area of foreign trade
TRIFT – Transfer of innovation into the area of foreign trade
ein Leonardo da Vinci-Innovationstransferprojekt (2010 – 2012)
In den 27 Staaten der Europäischen Union existieren 27 unterschiedliche Ausbildungsordnungen auf zum Teil sehr unterschiedlichen Niveaus: So ist zum Beispiel die Ausbildung zum 'Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Einzelhandel' in Deutschland eine duale Erstausbildung, in Großbritannien hingegen eine Weiterbildung für Absolventen mit einer kaufmännischen Ausbildung. Diese Unterschiedlichkeit ist historisch gewachsen und soll auch nicht vereinheitlicht werden. Gleichwohl erschwert sie es Auszubildenden, größere Teile ihrer Ausbildung im Ausland zu absolvieren, da nicht sofort klar ist, was dort gelernt werden kann und in welchem Verhältnis dieses Gelernte zu den Anforderungen der heimischen Ausbildung steht. Arbeitnehmer stehen vor einem ähnlichen Problem: die Bewerbung im europäischen Ausland ist schwierig, da die eigenen Kompetenzen nicht in Beziehung gesetzt werden können zu den Anforderungen des Ziellandes. Es mangelt an europäischer Transparenz und Vergleichbarkeit.
Hier setzt das Projekt TRIFT an. Auf der methodischen Grundlage des VQTS (Vocational Qualifications Transfer System) erarbeiten die fünf Partner (s. u.) gemeinsam eine Kompetenzmatrix für das Berufsfeld 'Außenhandel', die es erlaubt, sowohl die Kompetenzprofile ganzer Bildungsgänge als auch einzelner Personen vergleichbar und transparent abzubilden.
Hierbei werden zunächst gemeinsam auf Grundlage der betrieblichen Arbeitsabläufe Kompetenzbereiche herausgearbeitet, die die Arbeit in diesem Berufsfeld charakte¬risieren und strukturieren.
Für jeden dieser Kompetenzbereiche werden Kompetenzentwicklungsstufen definiert. Diese Stufen bilden die Entwicklung von Kompetenzen im jeweiligen Bereich ab, in der Regel von einfach zu komplex, sie bauen aufeinander auf.
Kompetenzbereiche und zugehörige Kompetenzentwicklungsstufen bilden zusammen die Kompetenzmatrix für ein bestimmtes Arbeitsfeld, in diesem Fall für das Arbeitsfeld 'Außenhandel', und umfassen idealerweise den gesamten Bildungsbereich zwischen schulischer Bildung und Hochschulbildung.
In der Kompetenzmatrix lassen sich nun Kompetenzprofile durch die Zusammenstellung von Kompetenzen in verschiedenen Kompetenzbereichen und auf verschiedenen Kompetenzentwicklungsstufen erstellen. Kompetenzprofile können die Kompetenzanforderungen ganzer Bildungsgänge oder Weiterbil¬dungsmaßnahmen beinhalten aber auch die Kompetenzen einzelner Arbeitnehmer oder die Stellenanforderungen von Arbeitgebern. Da die Kompetenzmatrix für das Arbeitsfeld Außenhandel gemeinsam mit den ausländischen Partnern entwickelt wurde und somit für die beteiligten Länder nur eine einzige Kompetenzmatrix entwickelt wurde, können derartige Kompetenz¬profile aus einem Land gut in einem anderen Land verstanden werden: Transparenz und Verständlichkeit steigen – und damit auch die Mobilitäts-Chancen der einzelnen Bürger in Europa. Die durch die Partnerländer gemeinsam erstellte Kompetenzmatrix hat auch den Vorteil, dass auch zuvor nicht beteiligte Länder sie mit relativ wenig Aufwand nutzen können.
Die Praktikabilität der Kompetenzmatrix für das Arbeitsfeld 'Außenhandel' wird in einem zweiten Projektabschnitt durch Auslandspraktika in einem zuvor vereinbarten Kompetenzfeld erprobt. Teil des Projektes ist es ebenfalls, für derartige Auslandspraktika geeignete Test- und Assessmentverfahren zu entwickeln, mit denen die erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen gültig festgestellt werden können, so dass sie für die heimische Ausbildung anerkannt werden können. Mögliche Zertifikate für diese Auslandspraktika sind des Weiteren ebenso Thema der Projektarbeit wie die Zuordnung von Credit Points einzelner Ausbildungsabschnitte entsprechend dem ECVET-Prozess und die Einordnung in die jeweiligen Qualifikationsrahmen der Partnerländer.
Dieser Projektabschnitt soll die Kompetenzmatrix nutzbar machen für eine europäisierte Ausbildung: Nicht jeder in Europa soll das gleiche lernen, aber jeder soll die Chance haben, Abschnitte seiner Ausbildung in einem EU-Partnerland absolvieren zu können und die dort erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen als Teil der eigenen Ausbildung anerkannt zu bekommen. Grundlage hierfür ist die Transparenz und Vergleichbarkeit von Kompetenzen in der Kompetenzmatrix.
Der Erwerb und die Anerkennung dieser Kompetenzen kann z.B. durch den europass Mobilitätsnachweis dokumentiert werden. Insofern ist trifft es sich gut, dass die EU-Geschäftsstelle 2010-2012 Partner in einem weiteren LdV-Innovationstransferprojekt ist, das sich genau mit dieser Fragestellung befasst: es handelt sich um das Projekt ECMO (ECVET meets europass mobility, s. dort).
Partner:
- EU-Geschäftsstelle der Bezirksregierung Köln (Koordination)
- Chamber of Commerce and Industry Gabrovo, Gabrovo, Bulgarien
- Saint Louis - Sainte Barbe, Dep. Commerce International, St. Étienne, Frankreich
- Burgårdens Utbildningscentrum, Göteborg, Schweden
- The Manchester College, Manchester, Vereinigtes Königreich
Letzte Änderung(en): 27.02.2012 16:33 Uhr | Erstellt am: 21.09.2010 12:47 Uhr