Shell Rheinland Raffinerie: Bezirksregierung Köln hat umfangreiches Sanierungskonzept angeordnet


Die Bezirksregierung Köln hat in der Vergangenheit alle Schadensereignisse bei der Firma Shell mit Hilfe externer Sachverständiger untersucht. Auf dieser Grundlage wurde unter anderem ein umfangreiches Sanierungskonzept angeordnet. Dazu erklärte heute der Leiter der Abteilung für Umwelt und Arbeitsschutz, Dr. Joachim Schwab: „Die in der heutigen Presseberichterstattung erwähnte Mängelliste wurde bereits Ende 2012 auf unsere Veranlassung hin vom TÜV-Süd erstellt. Wir haben diese Untersuchung und weitere Erkenntnisse zum Anlass genommen, ein umfangreiches Sanierungskonzept gegenüber der Firma Shell festzulegen. Alle von uns in diesem Zusammenhang erlassenen Ordnungsverfügungen sind mittlerweile rechtskräftig. Sie werden derzeit fristgerecht umgesetzt“.

Zu den umfangreichen Maßnahmen gehören eine vollständige Neuorganisation der innerbetrieblichen Überwachung und die Untersuchung und Instandsetzung von circa 19.000 unter- und oberirdischen Rohrleitungen. Mit der Umsetzung der Maßnahmen wurde bereits begonnen. Ein Großteil der Maßnahmen soll in den Jahren 2014 und 2015 realisiert werden, der Abschluss ist für das 2. Quartal 2017 vorgesehen.

Wegen des enormen Umfangs und des unterschiedlichen Sanierungsbedarfs wurden klare Prioritäten und ein fester Zeitplan festgelegt. Alle im Zuge der Sanierung gewonnenen Erkenntnisse sind der Bezirksregierung Köln von Shell vorzulegen. Vor Ort kontrolliert die Bezirksregierung Köln eng die Umsetzung der konkreten Maßnahmen durch das für die Umsetzung verantwortliche Unternehmen.

Unabhängig davon gibt es in den vergangenen Jahren eine auffällige Häufung von Schadensereignissen an dem Raffineriestandort. Die Bezirksregierung wird deshalb zusätzlich zu den bisherigen Untersuchungen in enger Abstimmung mit dem Umweltministerium eine umfassende Überprüfung des gesamten Sicherheitsmanagementsystems veranlassen.

Die Bezirksregierung Köln hat in der Vergangenheit mit einer Vielzahl von Maßnahmen eine intensive Überwachung der Anlagen an dem Raffineriestandort durchgeführt:

Chronologie der Überwachungsaktivitäten

  • 28.02.2012: Feststellung Leckage Kerosinleitung
  • 28.02.2012: Stilllegung, Entleerung und Reinigung der Kerosinleitung
  • 02.03.2012: Anordnung zur Ursachenuntersuchung Kerosinleitung
  • 14.06.2012: Ordnungsverfügung Bodenschutz Kerosinsee
  • 14.08.2012: Ordnungsverfügung Dokumentation aller VAwS-Rohrleitungen
  • 22.08.2012: Ordnungsverfügung Anforderungen Rohrleitungen Nordtrasse außer Kerosinleitung
  • 21.09.2012: Klage gegen Ordnungsverfügung Nordtrasse
  • 25.09.2012: Ordnungsverfügung Anforderungen Kerosinleitung vor Inbetriebnahme
  • 02.10.2012: Leckage Heartcut- Leitung
  • 10.10.2012: Ordnungsverfügung zur Ursachenuntersuchung Leckage Heartcut- Leitung
  • 10.10.2012: Leckage Heizölleitung
  • 11.10.2012: Ordnungsverfügung Ursachenuntersuchung Leckage Heizölleitung
  • 19.10.2012: Leckage Slopsleitung 3887
  • 23.10.2012: Leckage Slopsleitung 6406
  • 02.12.2012: Leckage Slopsleitung 41
  • 03.12.2012: Ordnungsverfügung Ursachenuntersuchung Slopsleitungen
  • 05.10.2012: Ordnungsverfügung Dokumentation Rohrfernleitungen
  • 06.12.2012: Anhörung zur Betriebsuntersagung wegen maroder Slopsleitungen
  • 07.03.2013: Ordnungsverfügung zum umfassenden Sanierungskonzept
  • 18.09.2013: Ordnungsverfügung zu unterirdischen Rohrleitungen an Straßendurchführungen auf dem Werksgelände
  • 20.01.2014: Klagerücknahme gegen Ordnungsverfügung zum umfassenden Sanierungskonzept