Wenn die Ladung ins Rutschen kommt…Bezirksregierung Köln warnt vor unsicheren Zurrgurten


Bei einer Schwerpunktaktion fand die Bezirksregierung Köln in etwa jeder siebten kontrollierten Spedition im Regierungsbezirk ungeeignete Zurrgurte, mit denen die Ladung eigentlich gesichert werden soll. Besonders problematisch – es wurden Zurrgurte mit gefälschten Gütesiegeln gefunden und eingezogen. Sie werden häufig von fliegenden Händlern in den Verkehr gebracht. Unsichere Zurrgurte können die Kräfte, die bei einer Vollbremsung oder Unfall auf die Ladung wirken, nicht halten. Das bedeutet eine konkrete Unfallgefahr. Positiv fielen die Kontrollen beim ortsansässigen Fachhandel aus. Hier wurden nur sichere Produkte gefunden.

Im Rahmen der Schwerpunktaktion wurden im Kölner Regierungsbezirk rund 60 Speditionen kontrolliert. Dabei wurden in ca. 15% der Betriebe die verwendeten Mittel zur Ladungssicherung bemängelt. Eine Auswahl der sichergestellten Zurrgurte wurde einem Testlabor zur Prüfung übergeben. Erschreckendes Ergebnis der Prüfung: Alle Gurte fielen ausnahmslos durch. Sie hielten den angegebenen Zurrkräften nicht stand. Als besonders problematisch erwiesen sich Produkte aus Nicht – EU – Ländern. Zum einen wiesen sie Mängel bei der Produktion auf. Weiter war häufig die Kennzeichnung falsch oder nicht vollständig. Zusätzlich wurden gefälschte Gütesiegeln GS-Kennzeichen (GS – geprüfte Sicherheit) verwendet. Bei vielen Zurrgurten fanden die Kontrolleure eine CE-Kennzeichnung. Dies dürfte an solche Produkte nicht angebracht werden. So soll der Eindruck erweckt werden, dass es sich um sichere Produkte handelt. Das Gegenteil ist der Fall. Das Aufbringen von CE-Kennzeichen auf Zurrgurten ist nicht zulässig. Bei solchen Gurten gilt: Finger weg!

Aus Erfahrung ist bekannt, dass Gurte oft von „fliegenden Händlern“ verkauft werden. Die Preise liegen oft unter den Preisen, wie sie beim Fachhandel verlangt werden. Dies kann zum Kauf verleiten. Aber das auf den ersten Blick gute Geschäft kann einen später teuer zu stehen kommen. Bei einem Unfall kann die schlecht gesicherte Ladung zu einer Gefahr für Leib und Leben werden. Eine weitere Erkenntnis der Schwerpunktaktion war, dass ein großer Teil der Einkäufer bei den Frachtunternehmen nicht ausreichend über die Anforderungen an Zurrgurte sowie deren korrekte Kennzeichnung informiert war.

Zurrgurte - Wichtige Hilfsmittel zur Ladungssicherung Zurrgurte haben neben Geräten zur formschlüssigen Befestigung von Ladegut die größte Bedeutung in der Ladungssicherung. Zurrgurte werden im Regelfall nach folgendem Prinzip eingesetzt: das Ladegut wird mit Hilfe der Zurrgurtvorspannung auf die Ladefläche gedrückt (sog. Niederzurren). Dadurch entsteht eine erhöhte Reibung zwischen Ladegut und Ladefläche. So wird ein Kraftschluss erreicht. Er verhindert, dass die Ladung verrutscht. Wie die Ladung auf einem Fahrzeug gesichert werden muss, ist von der Art der Ladung abhängig. Der Einsatz von Zurrgurten ist daher im Einzelfall von fachkundigen Personen zu ermitteln. Grundsätzlich gilt: es dürfen nur geprüfte und geeignete Zurrgurte zum Einsatz kommen. In Normen (DIN EN 12 195-2) sind die Sicherheitsanforderungen für Zurrgurte festgeschrieben. Die entscheidenden Informationen zur Eignung von Zurrgurten finden sich auf Etiketten zur Kennzeichnung an den Gurten selbst. Gurte mit aufgebrachter CE-Kennzeichnung sind vermutlich Fälschungen und sollten nicht erworben werden.

Transportsicherheit als eine Aufgabe der Bezirksregierung Köln Im Rahmen des technischen Arbeitsschutzes ist die Bezirksregierung zuständige Überwachungsbehörde für die Transportsicherheit in Unternehmen. Hier werden bei Betriebskontrollen die technische Ausrüstung sowie die ordnungsgemäße Schulung der Mitarbeiter überwacht, die mit der Sicherung von Ladung auf Straßenfahrzeugen und mit der Beförderung von Gefahrgut beschäftigt sind.