Arbeiten in den Schulferien: Gefährliche Jobs und Akkordarbeit tabu


Viele Schülerinnen und Schüler möchten in den Sommerferien ihr Taschengeld wieder mit Ferienjobs aufbessern. Soweit das Jugendarbeitsschutzgesetz beachtet wird, ist so ein Ferienjob auch kein Problem. Daher sollten Arbeitgeber, Eltern und die Jugendlichen folgende Regeln beachten:

Es sind nur einfache und für Jugendliche geeignete Jobs erlaubt. Das sind Arbeiten, die die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler nicht übersteigen, die nicht mit Unfallgefahren verbunden sind und bei denen sie keinen schädlichen Einwirkungen wie z.B. Lärm oder Gefahrstoffen ausgesetzt sind. Geeignete Jobs sind z.B. das Einsortieren von Waren in Regale, Aushilfstätigkeiten in der Gastronomie, Telefondienste, das Austragen von Zeitungen und Werbematerial oder ähnliches. Akkordarbeit und gefährliche Jobs sind nicht erlaubt. Das wären etwa das Arbeiten an einer Kreissäge oder in Kühlhäusern oder der Umgang mit gefährlichen Stoffen wie Laugen oder Säuren.

Ab 13 Jahren dürfen Schülerinnen und Schüler das ganze Jahr über mit Zustimmung der Eltern leichte Arbeiten wie Zeitungsaustragen, Babysitten oder Nachhilfe ausführen. Dabei gilt es zeitliche Grenzen zu beachten: bis zu zwei Stunden täglich an bis zu fünf Werktagen in der Woche.

Ab 15 Jahren dürfen Schülerinnen und Schüler unter folgenden Voraussetzungen in den Schulferien beschäftigt werden: Soweit die Jugendlichen noch schulpflichtig sind, darf das Beschäftigungsverhältnis vier Wochen mit bis zu 5 Arbeitstagen (20 Arbeitstage) im Kalenderjahr nicht überschreiten. Die vier Wochen können auf verschiedene Ferien verteilt werden. Die tägliche Arbeitszeit darf nicht mehr als 8 Stunden und wöchentlich nicht mehr als 40 Stunden betragen. Dabei sind die Pausenzeiten einzuhalten. Nach viereinhalb Stunden Arbeitszeit muss eine Pause von mindestens 15 Minuten gewährt werden. Bei einer Arbeitszeit von viereinhalb bis 6 Stunden beträgt die vorgeschriebene Pausenzeit mindestens 30 Minuten. Bei einer Arbeitszeit von über 6 Stunden beträgt die vorgeschriebene Pausenzeit mindestens 60 Minuten.

Samstags sowie an Sonn- und Feiertagen ist die Beschäftigung von Jugendlichen grundsätzlich verboten. Allerdings gibt es hier eine Reihe von Ausnahmeregelungen, so z.B. für das Hotel- und Gaststättengewerbe, für die Heil- und Pflegeberufe oder für Familienhaushalte.

Auch die Beschäftigung während der Nachtzeit (20 Uhr - 6 Uhr) ist grundsätzlich unzulässig. Allerdings gibt es auch hier eine Reihe von Ausnahmeregelungen, so zum Beispiel für Jugendliche über 16 Jahre in mehrschichtigen Betrieben. Für die Schüler und Schülerinnen besteht, wie für alle Arbeitnehmer in Deutschland, Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung. Sie sind nicht nur während der Tätigkeit, sondern auch auf dem Hin- und Rückweg zum Ferienjob gesetzlich unfallversichert. Dies gilt unabhängig von der Dauer der Beschäftigung und der Höhe der Bezahlung. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an den Unfallversicherungsträger, dem das Unternehmen angehört.