Flurbereinigung Windeck I erfolgreich beendet


Die Bezirksregierung Köln hat das Flurbereinigungsverfahren „Windeck I“ im Waldbereich zwischen Elisental und der Bundesstraße 256, nördlich von Schladern, erfolgreich beendet. In der vergangenen Woche überreichte Yvonne Rombey von der Kölner Flurbereinigungsbehörde die offizielle Schlussfeststellung an Johannes Salz, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft aus Altwindeck. „Wir haben im Windecker Wald ein schwerlastbefahrbares Wegenetz geschaffen und damit die Produktions- und Arbeitsbedingungen für eine nachhaltige Forstwirtschaft verbessert“, erklärte der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft.

Yvonne Rombey dankte dem Vorstand für die langjährige engagierte Tätigkeit und übergab den anwesenden sog. ordentlichen Mitgliedern als Anerkennung eine Urkunde

Im Flurbereinigungsverfahren konnte der zersplitterte Grundbesitz zu zweckmäßig bewirtschaftbaren Flächen zusammengefasst werden. Die Grundstücke der im Verfahren beteiligten Eigentümer wurden neu geordnet, so dass gut nutzbare, vergrößerte Grundstücke entstanden sind. Sowohl der Privatwald mit 121 Hektar als auch der Staatswald mit insgesamt 335 Hektar wurden erfolgreich arrondiert. Die Fläche des Staatswaldes konnte insgesamt verdreifacht werden. Neben den verbesserten Bedingungen für die Forstwirtschaft, gingen dabei rund 172 Hektar des geplanten Naturschutzgebietes Elisental in öffentlichen Besitz über. An die Stelle der alten, im Grundbuch nachgewiesenen Grundstücke sind mit der sogenannten Ausführungsanordnung in 2011 die neu gebildeten Abfindungsgrundstücke getreten. Danach wurden die öffentlichen Bücher wie Grundbuch und Liegenschaftskataster vollständig berichtigt, ehe die Flurbereinigung formell beendet werden konnte.

Nach sieben Jahren von der Einleitung an war die Waldflurbereinigung im Wesentlichen abgeschlossen. Ursprünglich begann das damalige Amt für Agrarordnung mit der Flurbereinigung Dattenfeld, die schließlich in drei einzelne Verfahren aufgegliedert wurde. Mit der Umstellung auf eine sogenannte vereinfachte Flurbereinigung in 2004 startete das Verfahren Windeck I. In 2006 konnte das in enger Zusammenarbeit mit Vorstand, Behörden und Naturschutzverbänden neu konzipierte Wegenetz im Wald bereits befahren werden. Hiebreifes Holz konnte erstmals wirtschaftlich genutzt werden. Dazu wurden rund 10 Kilometer Holzabfuhrwege teilweise auf der bereits vorhandenen Trasse gebaut. Als Ausgleich für Natur und Landschaft wurden der Fichtenbestand in mehreren Bachtälern entfernt und Arten der potentiellen natürlichen Vegetation wie Buchen angepflanzt.

Bei der Beseitigung der Sturmschäden von Orkan „Kyrill“ in 2007 hat das neue Wegenetz seine Bewährungsprobe bestanden. Wie wichtig eine gute Wegeerschließung im Wald ist, hat auch der Brand auf einer Lichtung im Windecker Ortsteil Höhnrath im Jahr 2010 gezeigt. Eine schnelle Brandbekämpfung war nur durch Nutzung der neu geschaffenen Waldwege möglich. Dadurch konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden, bevor er auf den Wald übergriff. Derzeit gewinnt die Waldflurbereinigung, auch vor dem Hintergrund der Energiewende, an Bedeutung. Große Teile des Kleinprivatwaldes Nordrhein-Westfalens weisen Strukturmängel auf. Diese zeigen sich durch Besitzzersplitterung, mangelhafte Erschließung und fehlende Kenntnis über die vorhandenen Grenzen. Durch eine Flurbereinigung kann oft erstmalig der Rohstoff Holz für die Energiegewinnung aber auch als vielfältiger Werkstoff wirtschaftlich und nachhaltig genutzt werden. Dies wirkt sich positiv auf die Wälder aus, die dadurch verjüngt werden. Damit fungiert der Wald als CO2-Senke - ganz im Sinne des Klimaschutzes.