9 von 20 landesweit neuen öffentlichen Gesamtschulen im Regierungsbezirk Köln


Zum Schuljahr 2014/15 gehen im Regierungsbezirk Köln 11 neue öffentliche Schulen an den Start. 9 von 20 neu gegründeten öffentlichen Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen liegen im Kölner Regierungsbezirk. Zusätzlich startet eine Sekundarschule in Wermelskirchen und eine PRIMUS-Schule in der Gemeinde Titz. „Eltern und Schüler erhalten ein zukunftsfähiges und verlässliches Schulangebot. Eine Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg wird dabei immer wichtiger. Das ist uns gemeinsam mit den Kommunen gut gelungen“, erklärt Regierungspräsidentin Gisela Walsken.

Im Schuljahr 2014/2015 werden 562.593 Schülerinnen und Schüler von 43.783 Lehrkräften in 11 Schulformen unterrichtet. Davon werden 38.045 Kinder im neuen Schuljahr im Regierungsbezirk Köln eingeschult. Die meisten I-Dötzchen gehen in der Stadt Köln zur Schule. An 147 Kölner Grundschulen werden künftig 8.886 Erstklässler unterrichtet. „708 Lehrerinnen und Lehrer haben wir zum neuen Schuljahr bereits neu eingestellt. An allen der rund 1500 öffentlichen und privaten Schulen in unserem Regierungsbezirk können wir damit eine Unterrichtsversorgung von 100% oder mehr für das kommende Schuljahr bereitstellen“, betont die Regierungspräsidentin.

Eltern haben im neuen Schuljahr für ihre Kinder, bei denen erstmals sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf festgestellt wird und im Übergang zur Sekundarstufe I und II, einen gesetzlichen Anspruch auf einen Schulplatz an einer allgemeinen Schule. „Mit dieser Neuregelung wird der Elternwille gestärkt“, verdeutlicht Gisela Walsken. Im kommenden Schuljahr findet Gemeinsames Lernen im Regierungsbezirk dann an mehr als der Hälfte aller Grundschulen für 5386 Kinder statt. Bei den weiterführenden Schulen gibt es in den vergangenen beiden Jahren einen deutlichen Zuwachs auf aktuell 288 Schulen, an denen 6146 Jugendliche im Gemeinsamen Lernen unterrichtet werden. Das entspricht einer Inklusionsquote von 37,4% im Schuljahr 2014/15 - und damit einer Steigerung von 3,8 %-Punkten zum Vorjahr. Die Regelung beruht auf dem vom Landtag NRW am 16.10.2013 verabschiedeten Ersten Gesetz zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Dieses 9. Schulrechtsänderungsgesetz tritt zum nächsten Schuljahr in Kraft und verankert das Gemeinsame Lernen als Regelfall im Schulgesetz für NRW.

Die Schülerzahlen im Regierungsbezirk Köln sind im Vergleich zum Vorjahr von 565.458 auf 562.593 gesunken. In 2007 gab es im Kölner Regierungsbezirk noch 621.216 Schülerinnen und Schüler. „Rückläufige Schülerzahlen erfordern ein Umdenken bei der Schulentwicklungsplanung. Eine interkommunale Zusammenarbeit auch über Kreisgrenzen hinweg bietet vielen Kommunen bereits heute die Möglichkeit gute ortsnahe Schulangebote aufrecht zu erhalten“, unterstreicht die Regierungspräsidentin. Ein gelungenes Beispiel dafür ist die geplante Zusammenlegung zweier Berufskollegs im Bergischen Land. Die Bezirksregierung Köln hat gemeinsam mit dem Oberbergischen Kreis die Fusion des Berufskollegs in Wipperfürth mit dem Berufskolleg Bergisch Land in Wermelskirchen initiiert und koordiniert. Künftig wird das neue Berufskolleg zwei Standorte haben, Wipperfürth als Hauptstelle und Wermelskirchen als Nebenstelle. Beide Berufskollegs werden in den kommenden Jahren Schüler verlieren. Durch die Fusion erhalten sie ihre Leistungsfähigkeit.

Auch die Gemeinde Titz im Kreis Düren stellt sich bei der Schulentwicklungsplanung auf den demografischen Wandel ein. Um in Zukunft eine weiterführende Schule vor Ort anbieten zu können, hat die Gemeinde die erste und einzige PRIMUS-Schule im Regierungsbezirk Köln errichtet. Bei diesem Schulversuch wird der Gedanke des längeren gemeinsamen Lernens mit einer durchgehenden Laufbahn von der Jahrgangsstufe 1 bis zur Jahrgangsstufe 10 in einer Schule erprobt. 51 Kinder werden im neuen Schuljahr die PRIMUS-Schule besuchen. Als Flächengemeinde, angrenzend an die Braunkohlentagebaue Hambach und Garzweiler, hat der Erhalt einer weiterführenden Schule für die Gemeinde eine besondere strukturelle Bedeutung.

„Die Schulentwicklung ist gekennzeichnet durch Aufbruch und Veränderung. Letztendlich entscheiden immer die Eltern über das Gelingen oder Scheitern einer Schulerrichtung. Ohne die notwendigen Anmeldezahlen können neue Schulen nicht gegründet werden. Der Elternwille ist entscheidend - das ist richtig und auch gut so“, erklärt Regierungspräsidentin Gisela Walsken.