„Sanfte Entwicklung“ der Sieg zwischen St. Augustin-Mülldorf und Siegburg


Die Bezirksregierung Köln hat mit Bauarbeiten an der Sieg zwischen Fließkilometer 12,250 und 12,450 begonnen. An dieser Stelle soll die Sieg wieder in einen Altarm fließen können. Hierfür wird eine Halbinsel, welche derzeit den Hauptlauf vom „Altarm“ trennt, mit einem Bagger auf ein Niveau von 50 Zentimetern über dem durchschnittlichen Wasserstand der Sieg abgetragen und die bestehende Ufersicherung entfernt. Hier finden sich Bodenschichten aus Kies. Diese kann die Sieg „bewegen“ und so ihr Flussbett in dem zur Verfügung stehenden Korridor von „Altarm“ und Hauptlauf zukünftig gestalten. Begleitende hydraulische Berechnungen zeigen, dass die Maßnahme hochwasserneutral ist und bei häufigeren Hochwässern sogar dazu beitragen kann, dass der Wasserspiegel gesenkt wird.

Eingezwängt in ein Steinskelett – so präsentiert sich die Sieg derzeit zwischen St. Augustin-Mülldorf und Siegburg. Mit ihrem starren Regelquerschnitt von etwa 30 Metern können keine abwechslungsreichen Gewässerstrukturen ausgebildet werden, um den Ansprüchen von verschiedenen Tieren, Insekten und Pflanzen zu genügen. Auf historischen Karten aus dem Zeitraum zwischen 1800 und 1850 wird eine Sieg abgebildet, die bis zu 80 Meter breit ist, in der Inseln liegen und die Nebengerinne ausgebildet hat. So soll die Sieg nach der EG-Wasserrahmenrichtlinie wieder aussehen. Einen ersten Versuch hatte die Bezirksregierung Köln im Jahr 2012 gestartet. Dafür sollte der „Altarm“ über eine oberwasserseitige Zulaufrinne stärker mit dem Abflussgeschehen im Hauptlauf vernetzt werden. Ein kleineres Hochwasser spülte die Rinne jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder zu. Aktuell präsentiert sich der „Altarm“ wieder stark verlandet.