Arbeitsschutz zieht Bilanz


14.000 Arbeitsunfälle, 3000 arbeitsschutzrechtliche Stellungnahmen, 500 mangelhafte Produkte, über 70.000 Anfragen, Anzeigen und Mängelmeldungen, 39 m³ radioaktive Abfälle aus ganz Nordrhein-Westfalen eingesammelt – das ist die Bilanz des Arbeitsschutzes für das Jahr 2013.

Die beiden Arbeitsschutzdezernate „Technischer Arbeitsschutz“ und „Betrieblicher Arbeitsschutz“ der Bezirksregierung Köln haben ihre Jahresbilanz 2013 mit Statistiken und zahlreichen konkreten Fällen aus der Praxis erstellt. „158 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirksregierung Köln kümmern sich um rund 210.000 Betriebe, 1,5 Millionen Beschäftigte und um knapp 4,2 Millionen Verbraucher im Kölner Regierungsbezirk. Das sind imposante Zahlen, die belegen, wie wichtig und umfangreich die Arbeit ist, die hier geleistet wird“, verdeutlicht Regierungspräsidentin Gisela Walsken.

Dabei wird der Arbeitsschutz im Hinblick auf sich stetig ändernde Bedingungen in der Arbeitswelt vor besondere Herausforderungen gestellt. In den letzten Jahren nehmen psychische und soziale Belastungen am Arbeitsplatz wegen der sich verändernden Arbeitswelt deutlich zu. Die demografische Entwicklung verlangt nach einer altersgerechten Gestaltung der Arbeit. „Leider ist die Anzahl der Mängel, die wir in den kontrollierten Betrieben finden, in bestimmten Bereichen noch immer sehr hoch. Wir haben in 80% der kontrollierten Betriebe beim Thema Arbeitszeit Fehler feststellen müssen und bei Kontrollen im Bereich Produktsicherheit finden wir in 40% unsichere Produkte. Unser Ziel ist es, die Verantwortlichen in den Betrieben für mehr Sicherheit der Beschäftigten zu sensibilisieren,“ erklärt die Regierungspräsidentin.

Die Bezirksregierung Köln ist mit ihren für den Arbeitsschutz zuständigen Dezernaten Ansprechpartner für die Vorgesetzten oder den in den Unternehmen für den Arbeitsschutz Verantwortlichen und berät, wie arbeitsrechtliche Vorschriften richtig umgesetzt werden. Bei den Kontrollen geht es vor allem darum, Fehler im Ablauf aufzudecken, arbeitsschutzrechtliche Vorschriften festzulegen und deren Einhaltung zu überwachen.

Dabei arbeiten der technische und betriebliche Arbeitsschutz oftmals eng zusammen. Ein Beispiel dafür ist etwa eine sogenannte Teleskopleiter, die zeitweise in vielen Discountern für jedermann käuflich erworben werden konnte. Ein gewerblicher Gartenbaubetrieb kaufte diese Teleskopleiter und setzte sie bei ihrer Arbeit ein. Dabei zerbrach die Leiter und ein Beschäftigter stürzte, wobei er sich schwer verletzte. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Technischen Arbeitsschutzes prüften, ob die Leiter nur ungeeignet für diese Arbeiten oder bereits vorher schon mangelhaft war. Die Überprüfungen bestätigten nach Sicht der Bezirksregierung den Verdacht, dass die Teleskopleiter ein mangelhaftes Produkt ist und deshalb nicht hätte vertrieben werden dürfen. Der Importeur zeigte sich zunächst einsichtig und wollte die Leiter vom Markt nehmen. Kurz darauf vertrat er aber die Meinung, die Leiter weise keine Mängel auf. Eine gerichtliche Entscheidung steht noch aus.

Zeitgleich nahm der betriebliche Arbeitsschutz seine Ermittlungen auf. Er stellte fest, dass der Arbeitgeber die arbeitsschutzrechtlichen Grundpflichten nicht erfüllt hatte. Es fehlte an einer geeigneten Arbeitsschutzorganisation, einer Gefährdungsbeurteilung, Arbeitsschutzmaßnahmen zur Sicherheit der Beschäftigten wurden nicht getroffen und die Beschäftigten nicht hinreichend im Bereich Arbeitsschutz unterwiesen.

Dies ist nur ein Beispiel. Die Zahl von schweren Arbeitsunfällen im Regierungsbezirk Köln ist ansteigend. Im Jahr 2013 untersuchte der Arbeitsschutz 14.000 Arbeitsfälle, davon 500 schwere und 10 Unfälle mit tödlichem Ausgang. Im Jahr 2014 ereigneten sich bereits 594 schwere und 7 tödliche Unfälle. Deshalb ist umsichtiger Arbeitsschutz in den Betrieben umso wichtiger. „Arbeitsschutz und die Sicherheit der Mitarbeiter sollten heute und in Zukunft in jedem Betrieb immer an erster Stelle stehen. Diese Jahresbilanz zeigt, dass wir hierfür in der Vergangenheit engagiert gearbeitet haben. Dieses Engagement werden wir fortsetzen und fordern das auch von den Betrieben und Unternehmen,“ betont Gisela Walsken.