Neueste Messungen bestätigen Legionellenbefunde: Bezirksregierung Köln fordert RWE auf das Kühlwasser zu desinfizieren


Die in Absprache mit der Bezirksregierung Köln vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW durchgeführten Messungen im Kühlturm Block F des RWE-Kraftwerks Weisweiler haben eine erneute Belastung bestätigt. Bei mehreren Messungen wurden Legionellen im Kühlwasser nachgewiesen. Nach einer ersten Auswertung liegt der gemessene Wert liegt bei 25.000 Legionellen-Einheiten pro 100 Milliliter Kühlwasser. Aus diesem Grund hat die Bezirksregierung Köln die Betreiberin des Kraftwerks mit Verfügung vom 28. Oktober 2014 aufgefordert, das belastete Wasser und den belasteten Kühlturm zu desinfizieren. Die Durchführung der Desinfektion wird circa sechs Stunden dauern und kann im laufenden Betrieb vorgenommen werden. Eine Langzeitbelastung des Kühlwassers oder des dabei entstehenden Abwassers ist nicht zu befürchten.

Der Desinfektionsprozess erfolgt in drei Schritten, bei denen unterschiedliche Methoden und Mittel zum Einsatz kommen. Als erstes wird ein Benetzungsmittel in den Kühlkreislauf eingesetzt. Der zweite Schritt ist die eigentliche Desinfektion, bei der sowohl das Wasser als auch der Kühlturm von Legionellen befreit werden. Beim dritten Schritt wird nochmals das Benetzungsmittel in den Kühlkreislauf eingesetzt. Für die Einleitung des Abflutwassers aus dem Benetzungsmittelprozess wird die Bezirksregierung Köln am 29. Oktober 2014 die wasserrechtliche Erlaubnis erteilen.

Im September dieses Jahres waren im Raum Jülich Legionellen festgestellt worden. Bei den daraufhin durchgeführten Ermittlungen wurde auch das Kraftwerk Weisweiler untersucht. Ein Speziallabor in Dresden stellte fest, dass der gefundene Legionellen-Typ nicht für die im Raum Jülich aufgetretenen Krankheiten in Frage kommt.