Flurbereinigungsverfahren in Windeck-Röcklingen beginnt


Die Bezirksregierung Köln hat heute den Einleitungsbeschluss für das Flurbereinigungsverfahren Mittlere Sieg in Windeck-Röcklingen öffentlich bekannt gemacht. Damit beginnt ein vereinfachtes Flurbereinigungsverfahren, mit dem die Flächenbereitstellung für eine naturnahe Gewässerentwicklung nach den gesetzlichen Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt wird. Um die dafür benötigten Flächen zu erhalten, löst die Bezirksregierung Köln als Flurbereinigungsbehörde gemeinsam mit den derzeitigen Eigentümern durch Erwerb oder Tausch von gleichwertigen Flurstücken sogenannte Landnutzungskonflikte.

Die Flurbereinigung wird südlich der Ortslage Röcklingen durchgeführt. Die Sieg soll dort in ihren natürlichen Zustand versetzt werden. Flächen, die heute noch landwirtschaftlich genutzt werden, dienen künftig wasserwirtschaftlichen Zwecken. Geplant sind dafür ursprüngliche Nebengerinne und Seitenarme sowie die weitere Entwicklung von Auenstrukturen. Der Hochwasserschutz in Röcklingen ist ebenfalls eine wichtige Planungsgrundlage. Die Bezirksregierung Köln hat bereits Flächen erworben und bringt diese in das Verfahren mit ein. Zur Umsetzung der Maßnahme sollen weitere Flächen erworben werden, denn die Gewässerentwicklung kann nur auf landeseigenen Flächen geplant und zugelassen werden.

Die privaten Eigentümer von Flächen, die für das Verfahren benötigt werden, bilden die Teilnehmergemeinschaft des Flurbereinigungsverfahrens. Diese wird im nächsten Jahr aus ihren Reihen einen Vorstand wählen, der an der Umsetzung des Flurbereinigungsverfahrens mitwirken kann. Im nächsten Jahr werden darüber hinaus Planwunschtermine durchgeführt. Die Flurbereinigungsbehörde wird mit jedem Eigentümer die Vorstellungen und Wünsche einer Landzuteilung erörtern. Nach Ermittlung und der Abwägung der Interessen aller Beteiligten, wird ein Zuteilungsentwurf zum Flurbereinigungsplan vorgelegt. Jeder Teilnehmer hat Anspruch auf eine wertgleiche Landzuteilung.

Die Bezirksregierung Köln hat den gesetzlichen Auftrag, die Ziele der seit Dezember 2000 geltenden Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen. Mit dem geplanten Flurbereinigungsverfahren „Mittlere Sieg“ werden ausschließlich wasserwirtschaftliche Ziele des Landes verfolgt. Eine Entscheidung zu Bewirtschaftungsfragen der landeseigenen Flächen z.B. mittels Großviehbeweidung ist nicht Gegenstand des Verfahrens.