Bezirksregierung Köln sieht Handlungsbedarf bei Arbeitsschutz und Produktsicherheit


700 schwere und 9 tödliche Arbeitsunfälle sowie 800 mangelhafte Produkte – das ist die Bilanz des Arbeitsschutzes der Bezirksregierung Köln für das Jahr 2014. „Der Arbeitsschutz hat leider in vielen Unternehmen den Ruf, zu viele Vorschriften zu erlassen und ständig Kontrollen durchzuführen. Dabei geht es darum, das tägliche Arbeitsumfeld sicher und sozial verträglich zu gestalten. Dafür möchte ich die Betriebe sensibilisieren, denn insbesondere bei der sicheren Arbeitsplatzgestaltung besteht großer Handlungsbedarf, wie zahlreiche festgestellte Mängel und schwere Arbeitsunfälle zeigen“, erklärt Regierungspräsidentin Gisela Walsken.

Erhebliche Mängel stellten die betrieblichen Arbeitsschützer u.a. bei Kontrollen in Sterne-Restaurants im Kölner Regierungsbezirk fest. Wegen überlangen Arbeitszeiten, wenig Pausen, verkürzten Ruhezeiten und fehlenden Arbeitszeitnachweisen mussten die Restaurants empfindliche Bußgelder zahlen. Richtig gehandelt haben hingegen die Firmen, die derzeit damit beauftragt sind, die Ursache für den Einsturz des Kölner Stadtarchivs zu finden. Zwei Tauchteams versuchen dafür in einem mit Wasser gefüllten Schacht an der Schlitzwand der im Bau befindlichen U-Bahn gerichtsverwertbare Spuren zu entdecken. Bereits im Vorfeld haben die beteiligten Firmen und die Bezirksregierung Köln die erforderlichen Schutzmaßnahmen vereinbart. Dadurch können die anstrengenden und gefährlichen Arbeiten sicher ausgeführt werden.

Neben dem betrieblichen Arbeitsschutz ist die Bezirksregierung Köln auch für den technischen Arbeitsschutz im Regierungsbezirk zuständig. „Wir Verbraucher nutzen täglich unzählige Gegenstände von Babyrasseln über Haushaltsgeräte hin zu Pedelecs oder Laserpointern. Wenn diese Produkte nicht sicher funktionieren, kann es schnell gefährlich werden“, warnt Gisela Walsken. In den Fokus der Produktprüfer geriet zum Beispiel ein Rasenmähroboter, bei dem die Sicherheitstechnik nicht funktionierte. Die Schneidwerkzeuge drehten sich weiter, nachdem ein Kontrolleur den Rasenmäher angehoben hatte. Dies kann sehr schnell zu schwersten Verletzungen führen. Die Arbeitsschutzbeamten veranlassten den Verkaufsstopp, die Warnung der Käufer und eine technische Nachbesserung des Produkts durch den Hersteller.

Auch Laserpointer sind ein Dauerthema für die Überwacherinnen und Überwacher, die Geräte mit zum Teil über 1000-fachen Überschreitungen der zulässigen Grenzwerte bei Händlern und Importeuren entdecken. Einige Tausend Laserpointer konnte die Bezirksregierung Köln schon aus dem Verkehr ziehen und dadurch vor allem Kinder- und Jugendliche vor gefährlichen Augenverletzungen bewahren. Die Praxis zeigt aber auch, dass sich die Arbeit der Marktüberwachung lohnt. Zahlreiche Produkte konnten verbessert werden oder sind vom Markt verschwunden.

Um die Gesundheit und das Leben der Menschen zu schützen, setzt die Bezirksregierung Köln 166 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, die rund 210.000 Betriebe mit circa 1,5 Millionen Beschäftigten im Regierungsbezirk Köln überwachen. Im Jahr 2014 konnten 12.000 Überwachungsmaßnahmen durchgeführt, 3800 Genehmigungen erteilt, 66.000 Anfragen, Anzeigen und Mängelmeldungen bearbeitet werden. Die Themen des Arbeitsschutzes umfassen Produktsicherheit, Strahlenschutz, Transportsicherheit, Arbeitszeit, Sprengstoffwesen, Chemikaliensicherheit, Baustellen, Arbeitsstätten, Anlagensicherheit, Mutterschutz und Jugendarbeitsschutz.