Schuljahr 2015/2016 kann starten: Steigerung der Inklusionsquote um 4,4%, Schulturnhallen mit Flüchtlingen belegt


Zum Schuljahr 2015/16 steht die Bezirksregierung Köln vor einer außergewöhnlichen Herausforderung. Trotz der großen Anzahl der ankommenden Flüchtlinge kann der Unterricht im neuen Schuljahr in allen Schulbezirken ordnungsgemäß beginnen. Einschränkungen gibt es in einzelnen Kommunen lediglich im Bereich des Sportunterrichts. „Dort wo Turnhallen auch nach dem Beginn des neuen Schuljahres noch für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden, bitte ich die betroffenen Schulen, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern um Verständnis für die hieraus entstehenden Einschnitte“, so Regierungspräsidentin Gisela Walsken. Ausdrücklich bedankt sie sich bei allen Kommunen und Organisationen, bei Ehrenamtlern, Sportvereinen und engagierten Mitarbeitern für deren Einsatz.

Für 37.482 Kinder beginnt im neuen Schuljahr ein neuer Lebensabschnitt. Die meisten Erstklässler starten in der Stadt Köln ihre Schullaufbahn. Zum neuen Schuljahr werden im Regierungsbezirk Köln 558.600 Schülerinnen und Schüler von 43.892 Lehrkräften an ingesamt 11 Schulformen unterrichtet. Sieben neu gegründete Schulen beginnen ihren Betrieb. Darunter ist auch eine Förderschule des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Daneben gehen auch vier Gesamtschulen und zwei Sekundarschulen an den Start. Zum neuen Schuljahr kann eine Lehrerversorgung von 100 % und mehr gewährleistet werden. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass im Jahr 2015 bisher 1.509 Lehrerinnen und Lehrer eingestellt wurden. Das inklusive Lernen von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf spielt auch im neuen Schuljahr eine immer wichtigere Rolle. Es ist besonders erfreulich, dass im neuen Schuljahr „allen Schülerinnen und Schülern mit sonder-pädagogischem Untersützungsbedarf für den Übergang von Klasse 4 nach 5 für das kommende Schuljahr ein Platz an einer allgemeinen Schule angeboten werden kann“, so Walsken. Die Inklusionsquote stieg gegenüber dem abgelaufenen Schuljahr 2014/15 von 37,06 % auf 41,5 %. Die Steigerung der Inklusionsquote im Bereich der Bezirksregierung Köln um 4,4 % ist damit im Landesvergleich eine der höchsten.

Gemeinsames Lernen von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstürzungsbedarf geht positiv voran Dem Wunsch vieler Eltern, nach einer Schule mit inklusiven Angeboten für ihre Kinder, kann zunehmend entsprochen werden. Mehr als die Hälfte aller öffentlichen Allgemeinen Schulen im Regierungsbezirk unterrichten schon jetzt 13.257 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf. Gemeinsames Lernen findet schulformübergreifend statt und Schulen aller Schulformen sind hier eingebunden. Im Schuljahr 2015/16 werden im Regierungsbezirk Köln insgesamt 31.948 Schülerinnen und Schüler mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf unterrichtet. Davon besuchen 5.567 Kinder eine Grundschule, 7.690 eine Schule der Sekundarstufe I und 18.691 Schülerinnen und Schüler werden im neuen Schuljahr 2015/16 in Förderschulen unterrichtet.

Neu hinzugekommen in diesem Schuljahr sind die „Inklusionsfachberater“ (IFA). Vier IFA starten in den Schulämtern der StädteRegionAachen, dem Kreis Euskirchen und der Stadt Köln. Es handelt sich hierbei um erfahrene Schulleitungen von Förderschulen, die die Schulämter beraten. Weitere IFA-Stellen sind bereits für das 2. Schulhalbjahr geplant.

Die neusten Zahlen zeigen, dass die Zahlen der Schülerinnen und Schüler leicht rückläufig sind. Im Schuljahr 2014/2015 gab es 559.780 Schülerinnen und Schüler im Regierungsbezirk Köln, im Jahr 2015/16 werden es 558.600 sein. Diese werden von 43.892 Lehrkräften an 11 Schulformen unterrichtet. Die Zahl der Gesamtschüler/-innen im Regierungsbezirk ist von 55.755 Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2014/15 auf 60.695 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2015/2016 gestiegen. Die Zahl der Gymnasiasten hat im Vergleich zum Vorjahr um 1.369 Schülerinnen und Schüler abgenommen und liegt nun bei 114.085 Schülerinnen und Schülern. Mit 120.909 Berufskollegsschüler/-innen konnte die Zahl im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant gehalten werden.

Nach der Zuweisung von Flüchtlingen in die Gemeinden gilt für sie die Schulpflicht wie für alle anderen Kinder und Jugendlichen in NRW. Auf Grund der hohen Anzahl und zur Sicherung des Schulbesuchs und der Schullaufbahn müssen Vorbereitungsklassen in allen Schulformen gebildet werden. Die Bezirksregierung Köln konnte von Januar 2015 bis Juni 2015 82 zusätzliche Lehrerstellen mit der Qualifikation „Deutsch als Zweitsprache“ besetzen. Außerhalb der Vorbereitungsklassen, insbesondere im Grundschulbereich, werden Schülerinnen und Schüler inklusiv in den Klassenverbänden unterrichtet. Lehrerinnen und Lehrer werden durch umfangreiche Fortbildungsangebote auf die neuen Herausforderungen vorbereitet. Die zum 01.08.2015 startenden Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen orientieren sich an dem Konzept: DemeK (Deutschlernen in mehrsprachigen Klassen) und am Konzept: DaZ (Deutsch als Zweitsprache). Die Kompetenzteams in den jeweiligen Schulämtern sowie in der Arbeitsstelle Migration bei der Bezirksregierung Köln arbeiten hierbei eng mit dem Mercator-Institut der Universität Köln zusammen.

„Nach wie vor ist die Schullandschaft durch ständige Änderungen geprägt. Mit der Unterstützung aller Beteiligten bin ich zuversichtlich, dass die Herausforderungen im neuen Schuljahr positiv gemeistert werden können“, fasste Gisela Walsken zusammen.