Gesprächsaustausch zur Flüchtlingssituation


Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister kamen heute auf Einladung von Regierungspräsidentin Gisela Walsken zu einem Gesprächsaustausch über die Flüchtlingssituation nach Köln. Die Bezirksregierung Köln hat mittlerweile alle Städte und Gemeinden im Kölner Regierungsbezirk mit über 40.000 Einwohnern gebeten, in Amtshilfe für das Land Nordrhein-Westfalen Notunterkünfte für bis zu 150 Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. „Es ist unsere gesamtgesellschaftliche Aufgabe, geflüchteten Menschen Schutz und Obdach zu bieten. Mir ist klar, dass unsere Kommunen vor immensen logistischen und menschlichen Herausforderungen stehen“, machte die Regierungspräsidentin deutlich. „Wege, die das Land gestern noch alleine gegangen ist, gehen wir heute gemeinsam mit den Kommunen. Wir brauchen diese Unterstützung. Wie lang dieser Weg sein wird, kann ich nicht abschätzen.“

Aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen reichen die über 26.500 landesweiten Regelplätze und Notunterkünfte nicht aus, um alle Flüchtlinge unterzubringen. Derzeit treffen wöchentlich weit über 5.000 Asylsuchende in Nordrhein-Westfalen ein. In der vergangenen Woche haben rund 6.600 Flüchtlinge Zuflucht in NRW gesucht. Die Bezirksregierung Arnsberg weist die ankommenden Menschen täglich den fünf Regierungsbezirken zu. Da die Zahlen unaufhörlich steigen, sind die Plätze in den Unterkünften der Bezirksregierung Köln belegt.

Deshalb ist die Bezirksregierung Köln seit Mitte Juli auf die Amtshilfe der Kommunen angewiesen. Diese stellen für das Land kurzfristig Notunterkünfte zur Verfügung und betreuen und versorgen die Flüchtlinge. Dadurch können im Kölner Regierungsbezirk aktuell über 4.000 Flüchtlinge in Landesunterkünften aufgenommen werden. „Wir stehen gemeinsam ein für Toleranz, Solidarität und Hilfsbereitschaft. Schutzsuchenden Menschen Hilfe zu bieten - das schaffen wir nur zusammen“, betonte die Regierungspräsidentin.

Sobald die sich noch im Aufbau befindlichen Einrichtungen in Köln-Chorweiler, Wegberg, Euskirchen und Sankt Augustin fertig gestellt sind, verfügt die Bezirksregierung Köln über zusätzliche 2900 Plätze. Weitere Landeseinrichtungen sind in Planung. Die Flüchtlinge verbleiben wenige Wochen in den Landesunterkünften und werden anschließend den Kommunen zugewiesen. Plätze, die eine Kommune für das Land in Amtshilfe zur Verfügung stellt, werden auf das Kontingent der Städte und Gemeinden angerechnet. Die Kosten dafür trägt das Land.