Mit Sand und Schilf zu sauberem Wasser


Der Erftverband liefert zukünftig noch reineres Wasser. Ein neues Testverfahren hilft bei der Reinigung von Abwässern. Mit einer vierten Reinigungsstufe werden Spurenstoffe wie Industriechemikalien, Arznei- und Körperpflegemittel effektiv aus dem gereinigten Klärwasser zurückgehalten. „Ich finde es wichtig, innovative Projekte zu unterstützen“, erklärt Regierungspräsidentin Gisela Walsken. Die Bezirksregierung Köln bewilligte dem Erftverband für das Testverfahren in Rheinbach eine Zuwendung von 798.668 Euro.

Sogenannte Retentionsbodenfilterbecken, Filteranlagen gefüllt mit Sand und Schilfpflanzen, nehmen bei starken Niederschlägen das Wasser aus der Kanalisation auf. Die Sandschicht filtert das Regenwasser und hält die Schadstoffe zurück. Diese Anlagen arbeiten bei starken Niederschlägen und nur wenige Tage im Jahr. Der Erftverband hat ein innovatives Konzept erstellt, damit sich diese Filteranlagen während der Trockenwetterphasen als zusätzliche Reinigungsstufe von Kläranlagen nutzen lassen. Der Testbetrieb beginnt voraussichtlich Ende 2016. Nach circa 18 Monaten entscheidet der Erftverband, ob sich das Verfahren auf andere Anlagen des Verbandes übertragen lässt. Der Erftverband testet momentan mehrere Verfahren, um Abwässer von Spurenstoffen zu befreien.