Wegeausbau Flurbereinigungsverfahren Gangelt I startet


Innerhalb der Flurbereinigung Gangelt I wird zwischen Gangelt, Hastenrath, Groß- und Kleinwehrhagen, Broichhoven, Buscherheide, Brüxgen, Schümm, Langbroich und Kreuzrath Mitte September mit dem Ausbau des neu konzipierten Wegenetzes begonnen.

In diesem Bereich bearbeitet die Bezirksregierung Köln die 2006 eingeleitete Unternehmensflurbereinigung Gangelt I. Ziel des Flurbereinigungsverfahrens ist es, die für den Bau des zweiten Abschnittes der B56n - von der ehemaligen Transitstraße bis zur Kreisstraße 13 – benötigten Flächen ohne Flächenenteignungen bereitzustellen und die durch die Straße verursachten Eingriffe in die Eigentums- und Bewirtschaftungsstruktur auszugleichen. Die neue Straße durchschneidet vielfach die jetzigen Bewirtschaftungsflächen und das vorhandene Wegenetz. Aus diesem Grund wurde das Wirtschaftswegenetz von der Flurbereinigungsbehörde in enger Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Landwirten neu geplant. Mit dem Bau neuer Wege und dem zusätzlichen Ausbau vorhandener Wege werden von der B 56n durchtrennte Wegeverbindungen ersetzt. Nicht mehr benötigte Wirtschaftswege werden rekultiviert und gleichzeitig neue zeitgemäße Bewirtschaftungseinheiten zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe geschaffen.

Zunächst werden rund 4 km der vorhandenen Hauptwege überwiegend in Schotterbauweise erneuert. Dadurch wird bereits vor der Neuordnung der Eigentums- und Besitzstrukturen die Erreichbarkeit der Grundstücke verbessert und deren Bewirtschaftung erheblich erleichtert. Ab Herbst 2016 werden dann weitere 2 km der bestehenden Wege verbessert und zusätzlich 3 km neutrassierte Wege ausgebaut. Dies dient bereits der Vorbereitung der Neuordnung der Eigentumsflächen in dem rund 800 Hektar großen Flurbereinigungsgebiet mit circa 550 Eigentümern. Die Bezirksregierung ist, nach dem die Eigentümer nach ihren Wünschen für die neue Flächenzuteilung befragt wurden, dabei den Plan für die Neugestaltung der Eigentumsflächen zu erarbeiten. Nach den jetzigen Planungen können die neu gebildeten Grundstücke im Wirtschaftsjahr 2016/17 bewirtschaftet werden. In dem Verfahren ist es der Bezirksregierung Köln gelungen, genügend und geeignetes Ersatzland für die Straße zu erwerben, sodass es zu keinen Flächenenteignungen kommt. Eine Besonderheit stellen die Ausgleichsmaßnahmen für die Landschaft dar. Vorrangflächen für den Feldhamster liegen verteilt in den Feldblöcken, um den Tieren der offenen Feldflur einen neuen Ersatzlebensraum entlang der Straßentrasse zu bieten. Bepflanzt werden diese Flächen mit Getreide, Klee/Luzerne und Sonnenblumen. Die 24 bis 40 m breiten Ackerstreifen werden über den sogenannten Flurbereinigungsplan einvernehmlich mit der Landwirtschaft und den Fachleuten des Naturschutzes in die neuen Wirtschaftsflächen eingepasst.

Den letzten Bauabschnitt der B 56n bis zur Anschlussstelle der A 46 bei Donselen begleitet die Bezirksregierung Köln ebenfalls mit einer Unternehmensflurbereinigung – der Flurbereinigung Gangelt II. Hier wird momentan das neue Wegenetz abgestimmt und die beim Straßenbau entstehenden Konflikte mit der Landwirtschaft gelöst.