Wirtschaft vor Ort konkret und hautnah erleben


Regierungspräsidentin lobt intensiven Dialog von Schule und Unternehmen

„Es gibt deutschlandweit keine Region, in der die Zusammenarbeit der Schulen mit den Unternehmen vor Ort, dank KURS, so gut funktioniert, wie im Regierungsbezirk Köln“, freute sich Regierungspräsidentin Gisela Walsken nicht ohne Grund. Rund 700 KURS-Lernpartnerschaften an 370 weiterführenden Schulen sprechen eine deutliche Sprache. „Mehr als die Hälfte der Schulen im Bezirk Köln sind schon dabei“, stellte die Regierungspräsidentin in der heutigen Pressekonferenz klar. Ihr Wunsch: „Ich würde mich freuen, wenn in naher Zukunft alle Schulen von dem Angebot profitieren“.

Mit der Bildungsinitiative KURS (Kooperationsnetz Unternehmen der Region und Schulen) setzen die Bezirksregierung, die Industrie- und Handelskammern Köln, Bonn/Rhein-Sieg, Aachen und die Handwerkskammer Köln auf einen intensiven Dialog von Schule und Wirtschaft. KURS sei eine Initiative, bei der es darum gehe, dass Schülerinnen und Schüler Wirtschaft am Beispiel der Unternehmen vor Ort konkret und hautnah kennenlernen, so die Regierungspräsidentin.

„Wir sehen, dass der Dialog mit den Wirtschaftsvertretern für Schüler bereichernd ist, sagte Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln, und sprach ebenso die Lehrkräfte an. „Wir halten KURS aber auch für ein Programm, das Lehrerinnen und Lehrern die Augen öffnen kann. Da die Lehrkräfte häufig zumindest überkommene Vorstellungen von der Wirtschaft, von den Berufen und Tätigkeiten oder von den Ablaufprozessen in Betrieben haben, ist KURS eine gute Möglichkeit, die Türen der Schulen für die Realitäten und Chancen des Arbeitslebens zu öffnen.“

„Wir begrüßen die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)“, die Berufsfelderkundungen in Betrieben für Schülerinnen und Schüler verbindlich vorschreibt“, betonte Dr. Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg. Daher sei heute auch in jeder neuen KURS-Ratifizierung das Angebot von Berufsfelderkundungen verpflichtend geregelt.

Für Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Aachen liefert KURS einen wertvollen Beitrag zur Fachkräftesicherung. „Die Entwicklung zeigt deutlich, dass es den Unternehmen zukünftig schwerer fallen wird, in ausreichender Zahl geeignete Bewerber für die Ausbildung zu finden. Wenn sich Unternehmen in KURS engagieren, dann ist das für sie die Chance, sich bei den Jugendlichen ins Gespräch zu bringen.

Dr. Ortwin Weltrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Köln brachte noch einen anderen Aspekt in die Runde: „Die Arbeitswelt verändert sich zurzeit in einem nie dagewesenen Tempo. Die damit verbundenen ökonomischen Herausforderungen gehören in den Unterricht, denn Schule soll auf das Leben vorbereiten und Arbeit hat dort einen hohen Stellenwert“, so Weltrich. Und sein Fazit: „Niemand kann Schülerinnen und Schülern das ABC der Wirtschaft besser nahe bringen als Praktiker aus der Wirtschaft.“ Diesem Gedanken folge KURS.

Saskia Pepin Tavarez hat gerade eine Ausbildung zur Hotelfachkraft im Pullman Cologne begonnen. Bis vor wenigen Wochen drückte sie noch die Schulbank in der Kölner Theodor-Heuss-Realschule. „Ich wäre nie auf die Idee gekommen, ins Hotelfach zu gehen“, so die junge Auszubildende, „aber die vielen Schulprojekte mit dem Hotel haben mein Interesse für das Hotelfach geweckt.“ Für die Schüler des Homburgischen Gymnasiums ist die Zusammenarbeit mit ihrem Partnerbetrieb Kampf Schneide- und Wickeltechnik ein besonderes Erlebnis. Im Auftrag des Unternehmens bauten sie in einem der aktuellen Projekte in Gruppen Schneidemaschinen für Aluminiumfolie und ließen ihre Produkte anschließend von Unternehmensexperten begutachten. Techniklehrer Thomas Stangier stellte klar: „Für uns gibt es keine Alternative zu diesen praxisnahen Projekten. Für unsere Schüler ist das ein Erlebnis, das sie enorm motiviert und anspornt. Wenn wir die Jugendlichen mit Herausforderungen aus der Wirtschaft konfrontieren, beschäftigen sie sich viel intensiver mit den Aufgaben“, ist der Lehrer überzeugt.

KURS ist eine Gemeinschaftsinitiative der Bezirksregierung Köln, der Industrie- und Handelskammern Aachen, Bonn/Rhein-Sieg, Köln sowie der Handwerkskammer Köln.

KURS-Basisbüros, angesiedelt bei den elf Schulämtern im Regierungsbezirk Köln, unterstützen interessierte Schulen und Unternehmen beim Aufbau und bei der Entwicklung auf Dauer angelegter Lernpartnerschaften.

Weitere Informationen zu KURS und den bestehenden Partnerschaften finden Sie im Internet unter www.kurs-koeln.de.

Ihre Ansprechpartner sind:
Katharina Liedmeyer und Dr. Christoph Merschhemke
Telefon: 0228 / 684 684 3,
Email: info@kurs-koeln.de