Bezirksregierung Köln startet neues Messverfahren mit Hilfe von ESA-Satelliten und Copernicus


Die Bezirksregierung Köln errichtet gemeinsam mit der TU Clausthal morgen den ersten Referenzpunkt für ein neues satellitengestütztes Messverfahren in Nordrhein-Westfalen. Durch dieses neue Verfahren werden landesweite Höhenänderungen beobachtet. Dies ist der erste Schritt zu einem künftigen Bodenbewegungskataster. Hierzu werden über das Land verteilt drei Radarreflektoren als Referenzpunkte aufgebaut. Der erste Reflektor wird auf dem Gelände der Kläranlage der Stadt Vreden aufgestellt.

Die Radarreflektoren wurden am Institut für Geotechnik und Markscheidewesen der Technische Universität Clausthal entwickelt und konstruiert. Sie senden Messsignale so deutlich zum Satelliten zurück, dass sie bei späteren Auswertungen als sogenannter Referenzpunkt genutzt werden können. Die Standorte liegen in Mechernich (Eifel), Winterberg (Sauerland) und Vreden (Münsterland).

Die Kölner Bezirksregierung verarbeitet die Daten der Satelliten in ihrer Abteilung Geobasis NRW, um landesweit Höhenänderungen feststellen zu können. Diese werden anschließend in Karten dargestellt und über Internet abrufbar sein. Die Entwicklung des Bodenbewegungskatasters in Nordrhein-Westfalen wird von der Deutschen Luft- und Raumfahrt (DLR) in einem Forschungsprojekt gefördert und von der TU Clausthal wissenschaftlich begleitet. Möglich macht dies das Copernicus-Programm „Europas Auge im Weltall“ der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Erst im April startete ein weiterer Satellit dieses Programm erfolgreich ins Weltall. Sentinel-1B ist der zweite Radarsatellit und führt aus 700 km Höhe Radarmessungen zur Erdoberfläche durch.