Endlich Sonne - aber was bedeutet das für meinen Arbeitsplatz?


Endlich zeigt sich der Sommer auch bei uns von seiner schönsten Seite. Aber Vorsicht: Sonne und Hitze können krank machen! Die Bezirksregierung Köln kontrolliert deshalb in den Sommermonaten verstärkt die Arbeitgeber und führt Temperaturmessungen in Betrieben durch. Schon ab einer Raumtemperatur von +26°C kann es heikel werden. Diesen Wert sollten Arbeitsräume nicht überschreiten. Ab +35°C soll innerhalb eines Betriebes nur noch gearbeitet werden, wenn spezielle Maßnahmen, wie Luftduschen, Wasserschleier oder Hitzeschutzkleidung, vorhanden sind. Ansonsten drohen Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzekollaps sowie Hitzeschlag. Eine besondere Gefahr besteht für Personen mit Vorerkrankungen, besonders alten oder jungen Menschen, Schwangeren oder bei verminderter Flüssigkeitsaufnahme.

Für nicht dauerhaft eingerichtete Arbeitsplätze, z. B. auf Baustellen oder im Freien, gilt diese 26-Grad-Regelung nicht. Auch nicht für LKWs, Busse und Bahnen oder im Reise- und Marktverkehr („Fliegende Bauten“, Kirmes, Jahrmarkt). Hier muss der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung eigene geeignete Grenzwerte ermitteln und Maßnahmen zum Schutz seiner Beschäftigten festlegen.

Im Büro oder in der Werkstatt können ab einer Raumtemperatur von +26°C z.B. folgende Maßnahmen eingerichtet werden:

  • Sonnenschutzsysteme (z. B. außenliegende Rollos, Jalousien, Markisen, Sonnenschutzverglasung) an den Fenstern
  • Effektive Steuerung der Sonnenschutzsysteme und der Lüftungsanlage (z.B. vermehrtes Lüften während der Nachtzeiten).
  • Gleitzeitregelungen zur Arbeitszeitverlagerung
  • zusätzliche Pausen
  • Reduktion von Geräten mit zusätzlicher Wärmeerzeugung (PC, Kopierer)
  • Lockerung von Bekleidungsvorschriften
  • Bereitstellung von Trinkwasser

Im Freien und auf Baustellen sind folgende Maßnahmen sinnvoll:

  • Tätigkeiten, wenn möglich, im Schatten ausführen
  • Schattenspender (Sonnenschirme) für Pausen bereitstellen.
  • Baugerüste durch Abdeckungen verschatten und Wärmestau vermeiden
  • Für gute Belüftung sorgen
  • Maschinen und Fahrzeuge mit Klimaanlage nutzen.
  • Verweildauer begrenzen, insbesondere im Hinblick auf die Sonneneinstrahlung
  • Besonders belastende Arbeiten von mehreren Personen ausführen lassen
  • Körperlich besonders anstrengende Arbeiten morgens oder abends ausführen
  • Versorgung der Beschäftigten mit Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und mit Hautschutzmitteln
  • Geeignete Kleidung und Kopfbedeckung zur Verfügung stellen und gegebenenfalls spezielle persönliche Schutzausrüstung verwenden, z.B. Warnwesten mit Kühlfunktion
  • Geeignete Sonnenschutzbrillen zur Verfügung stellen

Die aufgelisteten Maßnahmen sind Beispiele. Ein Anrecht auf bestimmte Maßnahmen besteht grundsätzlich nicht.

Weitere Hinweise sind unter http://www.baua.de/de/Informationen-fuer-die-Praxis/Handlungshilfen-und-Praxisbeispiele/Klima/Sommertipps.htmll erhältlich. Mitunter bestehen auch finanzielle Fördermöglichkeiten für bestimmte Schutzmaßnahmen. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) bietet ein Förderprogramm zur Anschaffung von Warnwesten mit Kühlfunktion an: http://www.bgbau.de/praev/arbeitsschutzpraemien/warn-uv-schutz-und-kuehlkleidung

Bei Problemen mit Hitze am Arbeitsplatz gibt es folgende Beschwerdemöglichkeiten:

Arbeitsschutz-Telefon NRW: 0221 - 855 33 11
Online-Beschwerdeformular:
https://www.fms.nrw.de/brkoeln/action/invoke.do?id=Beschwerde