Besitzübergang und Fortsetzung des Wegeausbaus im Flurbereinigungsverfahren Gangelt I


Die Bezirksregierung Köln hat als Flurbereinigungsbehörde im Flurbereinigungsverfahren Gangelt I in den Gemeinden Gangelt und Selfkant rund 1.800 Grenzsteine und Markierungspfähle mit neuen Flurstücksnummern der neu geordneten Grundstücke gesetzt. Die Landwirte können spätestens im Herbst auf den neu zugeteilten Flächen im Bereich um die neue Bundesstraße 56 (B56n) wirtschaften. Innerhalb des Flurbereinigungsverfahrens wird zwischen Gangelt, Hastenrath, Groß- und Kleinwehrhagen, Broichhoven, Buscherheide, Brüxgen, Schümm, Langbroich und Kreuzrath im September der Ausbau des neu konzipierten Wegenetzes fortgesetzt.

Ziel der 2006 eingeleiteten Unternehmensflurbereinigung ist es, die für den Bau des zweiten Abschnittes der B56n - von der ehemaligen Transitstraße bis zur Kreisstraße 17 - benötigten Flächen ohne Flächenenteignungen bereitzustellen und die durch die Straße verursachten Eingriffe in die Eigentums- und Bewirtschaftungsstruktur auszugleichen. Dafür konnte genügend und geeignetes Land erworben werden, das jetzt in die Lage der Straßentrasse und der straßenbedingten Ausgleichsflächen verlegt wurde. Schäden in der Bewirtschaftung, die dadurch entstanden sind, dass die neue Straße die jetzigen Bewirtschaftungsflächen und das vorhandene Wegenetz durchschneidet, konnten beseitigt oder abgemildert werden. Es war notwendig, das Flurbereinigungsgebiet auf 800 Hektar Eigentumsflächen auszudehnen, wovon rund 550 Grundstückseigentümer betroffen sind.

Im Vorfeld fanden zahlreiche Gespräche mit den Grundstückseigentümern statt, in denen diese ihre Wünsche für die neue Flächenzuteilung äußerten. Daraus wurde ein Neuordnungsplan erarbeitet, der den Eigentümern des Flurbereinigungsverfahrens in einem ersten Entwurf vorgelegt wurde. Diese neue Flurstückseinteilung wurde jetzt in die Örtlichkeit übertragen und so markiert, dass der Besitzübergang in diese Flächen, in Abhängigkeit der Nutzungsart und der angebauten Feldfrüchte, zum Sommer/Herbst erfolgen kann.

Das Wirtschaftswegenetz wurde von der Flurbereinigungsbehörde in enger Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Landwirten neu geplant. Mit dem Bau neuer Wege und dem Ausbau vorhandener Wege werden von der B56n durchtrennte alte Wegeverbindungen ersetzt. Nicht mehr benötigte Wirtschaftswege werden rekultiviert und gleichzeitig neue zeitgemäße Bewirtschaftungseinheiten zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe geschaffen.

Von September 2015 bis April dieses Jahres wurden bereits rund 4 km der vorhandenen Hauptwege erneuert. Ab Ende September werden weitere 3 km der bestehenden Wege verbessert und zusätzlich 3 km neutrassierte Wege ausgebaut; 12 km Wege werden beseitigt. Dieses zweite Wegebauvorhaben mit einem Auftragsvolumen von mehr als 1 Mio. Euro wird rund 10 Monate in Anspruch nehmen. In dieser Zeit ist mit Behinderungen bei der Bewirtschaftung der Felder zu rechnen.

Den letzten Bauabschnitt der B 56n bis zur Anschlussstelle der A 46 bei Donselen begleitet die Bezirksregierung Köln ebenfalls mit einer Unternehmensflurbereinigung – der Flurbereinigung Gangelt II. Hier werden momentan das neue Wegenetz abgestimmt und die beim Straßenbau entstehenden Konflikte mit der Landwirtschaft gelöst.