Holzkohlegrills nur im gehobenen Segment sicher


Produktsicherheitsexperten der Bezirksregierung Köln stellen in 70 Prozent aller Fälle technische Mängel fest

Mit Beginn der Grillsaison hat die Bezirksregierung Köln die Sicherheit von Holzkohlegrills im Kölner Regierungsbezirk geprüft. Insgesamt kontrollierten die Fachleute der Produktsicherheit 25 Holzkohlegrills. Im Fokus standen Einweggrills unter 10 Euro, Einsteigergrills um die 50 Euro und gehobene Grills ab 100 Euro.

Die Prüfungen ergaben, dass 37% aller Grills formale Mängel wie fehlende Warnhinweise, unvollständige Gebrauchsanleitungen und allgemeine Kennzeichnungsmängel aufwiesen. Technische Mängel wurden in 70% aller Fälle festgestellt. Hierunter fallen nicht nur scharfkantige Ecken, Kanten und Grate, sondern auch unzulässige Temperaturerhöhungen an Griffen und Verstelleinrichtungen, die zu Verbrennungen an den Händen führen. Nicht bestandene Durchschlagsprüfungen stellen hingegen die Stabilität und Sicherheit vor herabfallender heißer Asche und Kohlenstücke bei Durchrostung der Grillschale infrage. Die technischen Prüfungen wurden im Auftrag der Bezirksregierung Köln vom Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf durchgeführt.

Im Einweggrillsegment wurden durchgehend technische Mängel festgestellt. So heizte beispielsweise ein Grill die darunterliegende Oberfläche auf 150 Grad auf – 80 Grad höher als die Norm erlaubt. In einem anderen Fall brannte die Grillschale durch und die Kohle fiel herunter.

Im Einsteigersegment bestanden viele der günstigen Grills die Durchschlagsprüfungen nicht und wiesen teilweise starke Temperaturerhöhungen an den Handgriffen und Verstelleinrichtungen auf. Zudem wurden sehr häufig Schnittverletzungsgefahren festgestellt.

Gehobene Grills ab 100 Euro gaben kaum Grund zur technischen Beanstandung. So wurde nur in zwei Fällen eine leichte Temperaturerhöhung an Handgriffen und Verstelleinrichtungen gemessen und lediglich in einem Fall ein scharfer Grat vorgefunden.

Die Bezirksregierung Köln veranlasste die Mängelbeseitigung direkt bei den Herstellern und informierte die anderen betroffenen Marktüberwachungsbehörden.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten:

Schauen Sie sich das Muster im Geschäft an und entscheiden Sie, ob keine Schnittverletzungsgefahren bestehen und der Grill stabil gebaut ist. Die Bedienungsanleitung sollte leicht verständlich sein und auf die verwendungsbedingten Gefahren bzw. den sicheren Umgang hinweisen. Achten Sie im Zweifelsfall auf das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit, da in diesem Fall ein zertifiziertes Prüfinstitut die Qualität des Grills geprüft hat.

Sollten Sie dennoch einen mangelhaften Grill vorfinden, informieren Sie die zuständige Marktüberwachungsbehörde und schildern Sie Ihre Feststellungen. Damit tragen Sie dazu bei, dass nur sichere Produkte verkauft werden.