Immer mehr Auszubildende mit Auslandserfahrung Regierungspräsidentin Walsken ehrt Berufskollegs im Rahmen der 10%-Strategie


Franziska und Karim haben es gemacht, Max und Lea auch: Sie haben einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland verbracht. „Es hat schon ein wenig Überwindung gekostet, aber es hat sich voll gelohnt. Ich habe neue Leute und das Leben in einem anderen Land kennengelernt. Und fachlich war es auch super“, meint Max. Er geht auf das Berufskolleg Deutzer Freiheit – einem von 12 Berufskollegs, die am Donnerstag, dem 11. Mai 2017, von Regierungspräsidentin Gisela Walsken und Europaparlamentarierin Petra Kammerevert im Rahmen der 10%-Strategie der Bezirksregierung Köln ausgezeichnet wurden. „Das große Engagement der Berufskollegs ermöglicht immer mehr Auszubildenden eine wertvolle Auslandserfahrung. Dafür möchte ich mich bei allen beteiligten Kollegs bedanken. Mein Haus wird sie dabei auch in Zukunft unterstützen. Denn gerade in Zeiten wachsender antieuropäischer Strömungen und zunehmenden Nationalismus ist es wichtig, die zahlreichen Vorzüge eines vereinten Europa zu erleben“, sagte Walsken.

Im Rahmen der 10%-Strategie zeichnet die EU-Geschäftsstelle der Bezirksregierung Köln jedes der 58 Berufskollegs im Regierungsbezirk aus, das mindestens 10 Prozent seiner Auszubildenden während der beruflichen Erstausbildung eine Auslandserfahrung ermöglicht. Unter dem Motto „strategisch-beruflich-mobil“ berät die EU-Geschäftsstelle Berufskollegs im Regierungsbezirk zudem bei ihrer Europäisierungsstrategie in der Schulentwicklung, um ihnen das Antragsverfahren für Mittel der Europäischen Union zu erleichtern. Darüber hinaus unterstützt sie die Kollegs u.a. bei der Entwicklung von Programmen, beim Aufbau neuer Projektpartnerschaften und der Entsendung von Auszubildenden ins Ausland. Mit ihrer 10%-Strategie nimmt sie landesweit eine Vorreiterfunktion ein.

Um Anreize für Auslandsaufenthalte zu schaffen, gehen die Berufskollegs unterschiedliche Wege. Sie organisieren berufliche Praktika im Ausland, arrangieren Lernaufenthalte mit beruflichen und interkulturellen Angeboten und arbeiten an internationalen Projekten, die zusammen mit Auszubildenden sowie Lehrerinnen und Lehrern aus dem europäischen Ausland durchgeführt werden.

25 Auszubildenden, die bereits einen Lernaufenthalt im Ausland verbracht haben, verlieh Walsken zudem ihren Europass. „Im Ausland gewonnene Erfahrungen erweitern den eigenen Horizont. Davon profitieren nicht nur die Arbeitgeber, sondern auch unsere Region“, lobte die Regierungspräsidentin. Die Auszubildenden lernen andere Arbeitsabläufe und Techniken kennen und bringen diese in ihren Heimatbetrieb mit ein. Somit profitieren auch die Unternehmen. Diese gewinnen qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, steigern ihre Attraktivität als Arbeitgeber, knüpfen Geschäftskontakte ins Ausland und verbessern ihre eigene Marktposition.

Die Anzahl der Auszubildenden mit Auslandsaufenthalt hat sich innerhalb von zwei Jahren um knapp 15 Prozent auf 1605 erhöht, trotz insgesamt sinkender Zahl der Schülerinnen und Schüler an Berufskollegs. Der Europass dokumentiert und zertifiziert die Zeit im Ausland und ist daher im späteren Bewerbungsprozess sehr hilfreich.

Zum Hintergrund: Der Deutsche Bundestag hat 2013 das Ziel definiert, bis 2020 mindestens 10 Prozent der Auszubildenden während ihrer Ausbildung Auslandserfahrungen zu ermöglichen. Die Große Koalition hält an dieser Absicht fest. Die Bezirksregierung Köln unterstützt die Zielsetzung durch ihre 10%-Strategie für Berufskollegs.