Rettungstat nach Suizidversuch


Die Bezirksregierung Köln belobigte gestern im Namen der Landesregierung zwei Frauen aus Bergisch Gladbach und Kürten, die einer jungen Frau nach einem gescheiterten Freitodversuch zu Hilfe eilten. Abteilungsdirektorin Sigrun Köhle überreichte Sabine Kosseda und Diana Mertens die Belobigungsurkunden für ihre beispielhafte Rettungstat.

Am 21.10.2016 befand sich Sabine Kosseda im ersten Obergeschoss des Parkhauses der Rhein-Berg Passage in Bergisch Gladbach, als sie Hilfeschreie hörte und eine junge Frau an einem Stahlgitter-Zaun hängend erblickte. Mit der rechten Hand konnte sie den Oberarm der jungen Frau festhalten, während sie mit dem Mobiltelefon in der linken Hand den Notruf wählte. Zeitgleich rief sie um Hilfe, woraufhin ein junger Mann sein Fahrzeug verließ und sie unterstützte.

Zu dieser Zeit wollte Diana Mertens mit ihren Kindern das Parkhaus verlassen. Kurz vor der Ausfahrt bemerkte auch sie die junge Frau in knapp sieben Meter Höhe und eilte zu Hilfe. Um auf die junge Frau beruhigend einzuwirken, verwickelte sie diese in ein Gespräch. So erfuhr sie deren Namen und dass sie eine Überdosis Beruhigungsmittel eingenommen hatte. Der Sprung vom Dach missglückte glücklicherweise und die junge Frau konnte sich im letzten Moment noch festhalten. Dann versuchte sie abwärts zu klettern. Dabei gingen ihr die Kräfte aus und sie drohte abzustürzen.

Als kurz darauf Polizeibeamte und Feuerwehr eintrafen, konnte die junge Frau schließlich mit einer Drehleiter gerettet werden.

Staatliche Anerkennungen für Rettungstaten erteilt das Land Nordrhein-Westfalen in Form von Rettungsmedaillen und Belobigungsurkunden. Belobigungsurkunden werden, anders als Rettungsmedaillen, an Personen verliehen, die nicht unter Einsatz ihres eigenen Lebens eine Rettungstat vollbracht haben. Trotzdem haben beide Auszeichnungen eine Gemeinsamkeit: Die Rettung eines Menschenlebens.