Unfallkommission der Bezirksregierung Köln entschärft den Gefahrenschwerpunkt auf der A1 vor dem Autobahnkreuz Leverkusen


Autobahnkreuz Leverkusen

Autobahnkreuz Leverkusen

Auf Einladung der Bezirksregierung Köln hat am 20.5.2015 eine Sonderunfallkommission getagt. Anlass waren die schweren Unfälle der letzten Wochen auf der A1 zwischen Anschlussstelle Burscheid und dem Autobahnkreuz Leverkusen.

In der Regel tagt einmal im Jahr unter der Leitung der Bezirksregierung Köln die Unfallkommission. Die Unfallkommission setzt sich aus Mitgliedern der Bezirksregierung Köln, der Polizei und dem Landesbetrieb Straßenbau NRW als Baulastträger zusammen. Es wird für alle Autobahnen im Bezirk die Unfallsituation gesichtet und erörtert und dann gemeinsam festgelegt, mit welchen verkehrlichen oder baulichen Maßnahmen die Verkehrssicherheit erhöht werden kann.

Immer wenn besonders schwere Unfalllagen von der Polizei erkannt werden, tritt die Unfallkommission auf Einladung der Bezirksregierung zu einer Sondersitzung zusammen. Für den 10 km langen Streckenabschnitt der A1 zwischen der Anschlussstelle Burscheid und dem Autobahnkreuz Leverkusen dokumentierte die Polizei in der Zeit von 1. Juli 2014 bis 11.Mai 2015 insgesamt 288 Unfälle. Bei diesen Unfällen wurden insgesamt 80 Menschen verletzt, 15 davon schwer. Zwei Menschen kamen ums Leben.

Beeinflusst werden die Unfälle durch die dortige Verkehrssituation. Auf der Autobahn A3 stehen dem Verkehr drei Fahrstreifen zur Verfügung. Täglich entstehen auf dem rechten Fahrstreifen 5-10 km lange Staus durch die Fahrzeuge, die nicht über die Rheinbrücke Leverkusen fahren dürfen (Sperrung für Fahrzeuge schwerer als 3,5t).

Im Autobahnkreuz Leverkusen werden die Fahrzeuge auf die Autobahn A3 umgeleitet. Schon seit Jahren kann das Autobahnkreuz Leverkusen die dort zufließenden Verkehrsmengen nicht mehr verkehrsgerecht und flüssig in Richtung A3 abwickeln. Daher entstehen tägliche Staulagen. Durch den Umleitungsverkehr wachsen diese Staulagen bis zur Anschlussstelle Burscheid.

Auf diesem Streckenabschnitt regelt eine Verkehrsbeeinflussungsanlage verkehrsabhängig die Geschwindigkeit für alle Verkehrsteilnehmer und warnt vor dem Stau durch das bekannte Verkehrszeichen "Stau".

Die Anzeigen stehen in einem Abstand von 2 km. Seit Oktober 2014 war die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 120 km/h reduziert und wurde verkehrsbedingt bis auf 60km/h reduziert.

Viele Verkehrsteilnehmer beachten diese Anzeigen nicht. Sie fahren schneller, sind unachtsam oder abgelenkt.

Nach intensiver Diskussion beschloss die Unfallkommission folgende fünf Maßnahmen:

  • Das Lkw-Überholverbot wird vorgezogen und beginnt direkt hinter der Anschlussstelle Burscheid.
  • Die Geschwindigkeitsanzeigen in der Verkehrsbeeinflussungsanlage werden abgedeckt und durch Schilder am Straßenrand ersetzt. Für alle Fahrzeuge gilt dann ab der Anschlussstelle Burscheid die zul. Höchstgeschwindigkeit 120 km/h. Dann folgt im Kilometerabstand 100 km/h bzw. 80 km/h für Pkw und 60km/h für Lkw. Diese Beschilderung wird so schnell wie möglich aufgestellt.
  • Zusätzliche werden elektronische Stauwarnanzeigen am Rand der Autobahn aufgestellt. Diese zeigen verkehrsabhängig Stau an und werden mit Blitzlichtern versehen, um die Aufmerksamkeit auf die Staulage zusätzlich zu erhöhen.
  • Die Geschwindigkeitsbeschränkungen werden von der Polizei mobil überwacht.
  • So schnell als möglich soll diese mobile Geschwindigkeitsüberwachung durch stationäre Überwachungsanlagen ersetzt werden.