Digitale Luftbilder


Digitale Luftbilder (DLB) sind verkleinerte photographische Abbilder eines Teiles der Erdoberfläche. Sie werden aus Flugzeugen mit Spezialkameras in Nadirrichtung aufgenommen.

Luftbild - Ausschnitt

Luftbilder sind verkleinerte photographische Abbilder eines Teiles der Erdoberfläche. Sie werden aus Flugzeugen mit Spezialkameras in Nadirrichtung (senkrecht nach unten) aufgenommen. Sie dokumentieren den Zustand der Landschaft zum Aufnahmezeitpunkt und enthalten alle aus der Vogelperspektive sichtbaren Informationen zur Landschaft.

Bedingt durch die zentralprojektive Abbildung der Photographie und weil Geländeoberfläche und Bildebene in der Regel nicht parallel sind, wird das Gelände im Luftbild verzerrt dargestellt.

In einem zweijährigen Aktualisierungszyklus wird das aufzunehmende Gebiet in Ost-West-Richtung beflogen. Dabei werden die Bilder in den Flugstreifen so aufgenommen, dass sie sich in Flugrichtung jeweils um ca. 80% überdecken. Benachbarte Streifen überdecken sich seitlich um mind. 30%, in Gebieten mit dichter und hoher Bebauung um mind. 60%. Auf diese Weise entsteht eine lückenlose Abbildung der Erdoberfläche. Im Überdeckungsbereich der Einzelbilder ist eine stereoskopische Betrachtung und damit eine dreidimensionale Ausmessung möglich.

DLB sind nicht georeferenziert. Erst unter Hinzunahme ihrer Orientierungsparameter können sie photogrammetrisch mit Georeferenz ausgewertet werden. DLB werden mit großformatigen digitalen Luftbildkameras (z. B. Leica DMC III, Vexcel Ultracam UCE) aufgenommen. Die Dateigröße eines Bildes in unkomprimiertem TIFF variiert in Abhängigkeit von der Kamera zwischen 1400 und 1800 MByte.

Die Spezifikationen der DLB werden durch einen von der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder (AdV) verabschiedeten Standard vorgegeben. Digitale Luftbilder basieren auf diesem AdV-Standard und weichen lediglich in einer höheren Bodenauflösung (Ground Sample Distance, GSD) von diesem ab.

Auf Grund der zunehmenden Nachfrage auf Landes- und Kommunalebene nach höher aufgelösten Bildinformationen wurde mit dem Bildflug 2014 auf eine GSD von 10 cm umgestellt. Die Anzahl der Farbkanäle beträgt vier (Rot-Grün-Blau-Nahes Infrarot, RGBI), der Befliegungszeitpunkt alterniert in den aufzunehmenden Gebieten. So werden 50% der in einem Bildflugjahr aufzunehmenden Fläche im Frühjahr in der vegetationsarmen Zeit, die andere Hälfte als Sommerbildflug unter Vollbelaubung aufgenommen. Sobald die Region nach 2 Jahren wieder an der Reihe ist, wechseln die Aufnahmezeitpunkte von Frühjahr auf Sommer und umgekehrt.

Luftbilder werden in die Landesluftbildsammlung von Geobasis NRW aufgenommen. Der Bestand historischer Luftbilder reicht flächendeckend bis ins Jahr 1977 und vereinzelt sogar bis in die 50er-Jahre zurück.

  • Planungsgrundlage (z. B. im Straßenbau, im Umweltschutz und in der Land- und Forstwirtschaft)
  • Beweissicherung im Schadensfall (z. B. bei Naturereignissen)
  • bodenkundliche Erhebungen
  • archäologische Untersuchungen
  • Altlastenermittlung
  • Dokumentation einer Zeitreihe, als Geschenk oder
  • für stereoskopische Auswertungen und 3D-Messungen

Digitale Luftbilder liegen für Nordrhein-Westfalen flächendeckend vor.

Orientierungsparameter der Luftbilder sind für alle Bildflugergebnisse seit 2004 verfügbar.

Projektfiles der trimble-/inpho-Software der Arbeitsgebiete können bereitgestellt werden.

  • Lage / Lageangabe: ETRS89/UTM32 (EPSG 25832)
  • Höhe / Höhenangabe: DHHN2016 (EPSG 7837)

Die DLB werden im 2-Jahresturnus des Bildflugprogramms fortgeführt (siehe unter "Weitere Informationen").

  • Bodenauflösung 10 cm pro Pixel (GSD 10 cm)
  • Vegetationszustand alternierend unbelaubt/belaubt
  • RGBI, Farbtiefe 8 Bit pro Kanal

Im Einzelfall kann auf Antrag eine individuelle Selektion der digitalen Daten durch eine Fachkraft erfolgen. Die Aushändigung oder Übersendung der Geobasisdaten erfolgt i. d. R. mit Hilfe eines Datenträgers. Diese Amtshandlung ist gebührenpflichtig (Zeitaufwand).

Geobasisdaten, für die keine automatisierten Abrufverfahren bereit stehen, werden gemäß Tarifstelle 3.2.5 der Anlage Kostentarif zur VermWertKostO NRW i. V. m. § 2 Abs. 7 nach Zeitgebühr abgerechnet.

  • Zeitgebühr: 23,- Euro je angefangener Arbeitsviertelstunde

Die Gebühren sind in der Kostenordnung für das amtliche Vermessungswesen und die amtliche Grundstückswertermittlung in Nordrhein-Westfalen (Vermessungs- und Wertermittlungskostenordnung – VermWertKostO NRW) vom 12.12.2019 in der jeweils gültigen Fassung und dem zugehörigen Kostentarif (VermWertKostT) festgelegt (SGV.NRW.7134).