Region+


Die zukünftige Festlegung von Siedlungsraum wird bedarfsbezogen erfolgen. Kommunale Bedarfsüberhänge werden unter Beteiligung der Kommunen und sonstiger Akteure in der Region verteilt. Dieser Prozess heißt Region+.

Ein zentrales Ziel im Landesentwicklungsplan LEP ist die flächensparende und bedarfsgerechte Siedlungsentwicklung. Der Regionalplan konkretisiert diese Forderung und legt bedarfsgerecht Allgemeine Siedlungsbereiche (ASB) und Bereiche für gewerbliche und industrielle Nutzungen (GIB) fest. Die Wirtschaftsflächen finden sich sowohl in GIB als auch in ASB.

Die Ermittlung der Wohn- und Wirtschaftsflächenbedarfe erfolgt nach Methoden, die von der Landesplanungsbehörde vorgegeben bzw. mit ihr abgestimmt sind. Der Wirtschaftsflächenbedarf wird auf Basis einer eigenen Bedarfsberechnungsmethode basierend auf GIFPRO-ISB ermittelt. Ergänzend hierzu kann die Regionalplanungsbehörde Köln auf eine detaillierte Reserveflächenanalyse in Abstimmung mit den Kommunen sowie auf eine Vielzahl bereits erarbeiteter bzw. entstehender teilräumlicher Gewerbeflächenkonzepte häufig auf Ebene der Kreise zurückgreifen.

Für die Verteilung von Wohnbau- und Wirtschaftsflächenbedarfe wird es jeweils einen eigenen Planungsprozess geben, in dessen Rahmen Veranstaltungsreihen durchgeführt werden: "Region+ Wohnen" und "Region+ Wirtschaft". Zielgruppe sind vor allem die betroffenen Kommunen, aber auch Vertreter der Wirtschaft, politische Vertreter und sonstige Akteure. Die Prozesse werden voraussichtlich im Herbst 2018 beginnen. Die Moderation soll ein externes Planungsbüro übernehmen.

Für die Ballungsräume Köln/Leverkusen, Bonn und voraussichtlich auch Aachen zeichnet sich ab, dass lokale Flächenbedarfe zur Wohnflächenentwicklung nicht immer im jeweiligen Stadtgebiet unterzubringen sind. Entsprechend den Vorgaben des LEP sind hier regionale Lösungen gefragt, um den Bedarf an Wohnflächen insgesamt abbilden zu können.

Der Verteilungsprozess soll einvernehmlich nach gemeinsam formulierten Kriterien, wie Erreichbarkeit (SPNV/ÖPNV), Infrastrukturausstattung, Bereitschaft zum Geschosswohnungsbau oder vorhandenes Flächenpotenzial erfolgen.

Die zurzeit laufenden Aktivitäten im Rahmen des Agglomerationskonzepts des Region Köln/Bonn e.V. sowie der Stadt-Umland-Kooperationen sollen in diesen Prozess einbezogen werden. Auch eine regierungsbezirksübergreifende Zusammenarbeit ist vorgesehen.

Zur jeweiligen Gebietsabgrenzung liegen Grundlagenerhebungen zur Erreichbarkeit der Oberzentren über Bahnverbindungen innerhalb von 45 Minuten vor.

Entsprechend der Vorgaben des LEP ist bereits jetzt absehbar, dass regionale bzw. teilregionale Lösungen gefragt sein werden, um den Bedarf an Wirtschaftsflächen insgesamt abbilden zu können. Konkret werden neben einer Intensivierung der Nutzung bereits vorhandener Gebiete insbesondere bedarfsorientierte interkommunale Kooperationen notwendig werden, um zu sinnvollen bedarfs- und lageorientierten Lösungen zu kommen. Die Basis hierzu kann nur eine abgestimmte regionale Konzeption im Sinne des LEP bilden, die sich auf konkrete kommunale Kooperationsmodelle stützen muss. Die bereits vorhandenen Grundlagen aus den teilregionalen/kreisweiten Gewerbeflächenkonzepten bieten hierzu vielfach eine erste Grundlage und formulieren eine deutliche Erwartungshaltung an die Regionalplanüberarbeitung. Zugleich betreffen Vereinbarungen zur interkommunalen Kooperation bzw. regionalen Zusammenarbeit die nachfolgenden Planungsebenen und entziehen sich der regionalplanerischen Steuerung.

Die zurzeit laufenden Aktivitäten u.a. im Rahmen des Agglomerationskonzepts des Region Köln/Bonn e.V. sowie der kreisübergreifenden teilweise bezirksübergreifenden Aktivitäten z.B. StadtUmland sollen in diesen Prozess einbezogen werden.

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