Nationale Risikoanalyse und Hochrisikoländer


Alle Verpflichteten unter Aufsicht der Bezirksregierung Köln (mit Ausnahme von Güterhändlern, wenn sie auf die Annahme oder Abgabe von Bargeld ab 10.000 Euro verzichten) müssen eine eigene Risikoanalyse erstellen und diese dokumentieren. Die Risikoanalyse ist regelmäßig zu überprüfen und ggf. zu aktualisieren. Bei der Ermittlung und Bewertung der unternehmensindividuellen Risiken, zu Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung missbraucht zu werden, sind zwingend die Anlagen 1 und 2 des Geldwäschegesetzes sowie die Nationale Risikoanalyse zu berücksichtigen. Außerdem ist die Risikoanalyse von der Person der Leitungsebene, zu genehmigen, die im Unternehmen als verantwortlich für das Risikomanagement benannt ist. Die Aufsichtsbehörde kann von Ihnen jederzeit die Vorlage der Risikoanalyse verlangen! Vergleiche zu alledem §§ 4 und 5 des Geldwäschegesetzes.

Tipps:

  • Prüfen Sie jetzt, ob Ihre Risikoanalyse aufgrund der Nationalen Risikoanalyse oder anderer Entwicklungen, z.B. in ihrer Geschäftstätigkeit, anzupassen ist und aktualisieren Sie diese gegebenenfalls.
  • Dokumentieren Sie die Risikoanalyse, falls Sie dies bisher noch nicht getan haben sollten! Hierzu gehört auch, dass Sie das Datum einer Aktualisierung vermerken oder die Tatsache, dass Sie aufgrund einer Überprüfung der Risikoanalyse zum Ergebnis gekommen sind, dass keine Aktualisierung erforderlich ist.
  • Passen Sie ggf. Ihre internen Sicherungsmaßnahmen, wie z.B. die Unterrichtung Ihrer Mitarbeiter, an die Erkenntnisse Ihrer aktuellen Risikoanalyse an.
  • Lassen Sie die Risikoanalyse bzw. deren aktualisierte Form und die internen Sicherungsmaßnahmen von der zuständigen Person genehmigen.

Hilfestellung finden Sie im Merkblatt Risikomanagement.

Gemäß § 15 Abs. 1 und 2 Geldwäschegesetz (GwG) hat der Verpflichtete zusätzlich zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten verstärkte Sorgfaltspflichten zu erfüllen, wenn ein höheres Risiko vorliegt. Ein höheres Risiko liegt gemäß § 15 Abs. 3 Nr. 1 b) GwG insbesondere dann vor, wenn es sich bei einem Vertragspartner des Verpflichteten oder bei einem wirtschaftlich Berechtigten um eine natürliche oder juristische Person handelt, die in einem von der Europäischen Kommission nach Art. 9 der Richtlinie (EU) 2015/849 ermittelten Drittland mit hohem Risiko niedergelassen ist. Welche Länder dies sind, können Sie auf der FIU-Seite nachlesen. Auch die FATF, das auf OECD-Ebene angesiedelte Gremium, das internationale Standards zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung setzt, hat Länderlisten mit Defiziten veröffentlicht. Auch zu diesen Listen gelangen Sie über den o.a. Link. Zusätzlich wurden im Rahmen der Nationalen Risikoanalyse speziell für Deutschland Risikoländer identifiziert: Allgemeine Ausführungen finden Sie dort auf Seite 32 und eine differenzierte Tabelle als Anlage 4 (S. 126). Es wird aktuell geprüft, auch diese Informationen künftig zentral über den FIU-Link zugänglich zu machen. Als Aufsichtsbehörde begrüßen wir ausdrücklich, dass die FIU diese Listen jeweils aktuell zentral und öffentlich bereitstellt, da Länderrisiken stets im Rahmen der Risikoanalyse der Verpflichteten zu berücksichtigen sind und Auswirkungen auf die Risikobewertung entsprechender Geschäftsbeziehungen und Transaktionen sowie auf das Ausmaß der jeweiligen Sorgfaltspflichten haben können.


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