Risikomanagement


Das Risikomanagement hilft das Risiko ein Opfer von Geldwäschern zu werden zu minimieren. Es besteht im ersten Schritt aus der Risikoanalyse des eignen Unternehmens und im zweiten Schritt aus den daraus abzuleitenden Internen Sicherungsmaßnahmen.

Das Risikomanagement ist das erste der drei Werkzeuge zur Geldwäscheprävention. Verpflichtete erstellen es risikoorientiert und individuell auf ihr Unternehmen bezogen. Anhand der Analyse des Unternehmens sollen Sie die für Ihre eigene Geschäftstätigkeit typischen Risiken erkennen und den Missbrauch von Geldwäschern durch jeweils geeignete Maßnahmen (Interne Sicherungsmaßnahmen) verhindern. Sowohl die Analyse als auch die getroffenen Maßnahmen muss der Verpflichtete dokumentieren. Ausführliche Informationen zum Erstellen einer Risikoanalyse, können Sie dem Merkblatt Risikoanalyse entnehmen; der folgende Text stellt lediglich eine unvollständige Zusammenfassung dar:

Die Risikoanalyse umfasst eine neutrale Bestandsaufnahme Ihres Unternehmens. Sie ist so zu gestalten, dass sich ein Dritter ein Bild von Ihrem Unternehmen machen kann. Insbesondere Risiken, die aufgrund Ihrer Kundenstruktur, Ihrer Produkt-, Dienstleistungs-, Transaktions- oder Vertriebskanäle oder der Niederlassung Ihres Kunden entstehen können, sollen dargestellt werden. Mithilfe der Darstellung der drei Bereiche sollen Sie erkennen in welchen Bereichen im eigenen Geschäftsfeld Gefahren lauern, zu Geldwäschezwecken oder Terrorismusfinanzierung missbraucht zu werden.

Da das Risikomanagement generell risikoorientiert zu gestalten ist und von Ihrem Unternehmen abhängig ist, ist der Umfang der Risikoanalyse nicht vorgeschrieben – er muss lediglich nach der Art und dem Umfang der Geschäftstätigkeit angemessen sein.

Nachdem die Risiken festgestellt wurden, müssen Sie interne Sicherungsmaßnahmen schaffen, um die festgestellten Risiken Ihres Unternehmens angemessen zu begegnen. Diese sind insbesondere:

  • die Ausarbeitung von internen Grundsätzen, Verfahren und Kontrollen in Bezug auf
    • den Umgang mit Risiken
    • die Kundensorgfaltspflichten,
    • die Erfüllung der Meldepflicht
  • die Aufzeichnung von Informationen und die Aufbewahrung von Dokumenten
  • ggf. die Bestellung eines Geldwäschebeauftragten und seines Stellvertreters
  • die Überprüfung der Mitarbeiter auf ihre Zuverlässigkeit durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch Personalkontroll- und Beurteilungssysteme
  • die erstmalige und laufende Unterrichtung der Mitarbeiter in Bezug auf Typologien und aktuelle Methoden der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung und die dafür einschlägigen Vorschriften sowie Pflichten, einschließlich Datenschutzbestimmungen, und
  • die Überprüfung der zuvor genannten Grundsätze und Verfahren

Die Liste ist nicht abschließend. Wenn Sie zusätzlich andere Maßnahmen ergreifen möchten, steht Ihnen das frei. Somit haben Sie einen eigenen Beurteilungsspielraum, welche Maßnahmen Sie selbst als sachgerecht und zweckdienlich erachten, um Ihr Unternehmen in seiner individuellen Situation vor Geldwäschehandlungen oder Terrorismusfinanzierung zu schützen.

Gehört Ihr Unternehmen einer Gruppe an oder haben Sie Tochterunternehmen, sind besondere Pflichten einzuhalten. So ist zum Beispiel eine Risikoanalyse für alle gruppenangehörigen Unternehmen Zweigstellen und Zweigniederlassungen, die geldwäscherechtlichen Pflichten unterliegen, durchzuführen. Daraus resultierende Maßnahmen sind gruppenweit zu ergreifen.

Güterhändler müssen erst über ein wirksames Risikomanagement verfügen, soweit sie im Rahmen einer Transaktion Barzahlungen über mindestens 10.000 Euro tätigen oder entgegennehmen. Diese Grenze befreit Güterhändler aber nicht von der Pflicht meldepflichte Vorfälle der FIU zu melden.