Risikoanalyse


Die Risikoanalyse ist Kernelement des risikobasierten Ansatzes und dient als Grundlage für alle rikobasierten Maßnahmen der Bekämpfung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Um zu verhindern, dass das eigene Unternehmen für Zwecke der Geldwäsche missbraucht wird, muss sich das Unternehmen zunächst mit seinem individuellen Geldwäscherisiko auseinandersetzen. Dafür haben Sie „diejenigen Risiken der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung zu ermitteln und zu bewerten, die für Geschäfte bestehen, die von ihnen betrieben werden“ (§ 5 Abs. 1 GwG). Da jedes Unternehmen - nach Größe und Komplexität - sehr individuell ist, kann die Risikoanalyse daher mehr oder weniger umfangreich sein. Unabhängig davon, ist es jedoch nicht ausreichend, wenn sie lediglich eine Bestandsaufnahme der unternehmensspezifischen Situation vornehmen. Denn eine allumfassende Risikoanalyse, muss stets auch die Risikoermittlung und -bewertung beinhalten.

In jedem Fall, sind bei der Erstellung der Risikoanalyse insbesondere die in den Anlagen zum GwG genannten Risikofaktoren sowie die Informationen, die auf Grundlage der nationalen Risikoanalyse zur Verfügung gestellt werden, zu berücksichtigen.

In Anlage 1 des GwG nennt der Gesetzgeber Anzeichen und Faktoren für ein potenziell geringeres Risiko, in Anlage 2 des GwG für ein potenziell höheres Risiko.

Die dort genannten Faktoren müssen Sie bei Ihrer Risikoanalyse und bei den konkreten Sorgfaltspflichten beachten. Ferner beinhaltete die nationale Risikoanalyse weitere Fallkonstellationen, die Ihnen dabei helfen, Ihr Risiko vor Geschäftsabschlüssen und Transaktionen besser einzuschätzen.

Abschließend muss die Risikoanalyse dokumentiert, aufbewahrt und regelmäßig (zumindest einmal im Jahr) überprüft und gegebenfalls aktualisiert werden.

Danach haben Verpflichtete, die Mutterunternehmen einer Gruppe sind, eine Risikoanalyse für alle Zweigstellen, Zweigniederlassungen und gruppenangehörigen Unternehmen nach § 1 Absatz 16 Nummer 2 bis 4 GwG, die geldwäscherechtlichen Pflichten unterliegen, durchzuführen. Befinden sich gruppenangehörige Unternehmen außerhalb Deutschlands, so gelten die Regelungen in § 9 Abs. 2 und 3 GwG.

Die gruppenweiten Pflichten ersetzen nicht die eigenen internen Sicherungsmaßnahmen gruppenangehöriger Unternehmen!

Informieren Sie sich genau, welche Vorkehrungen innerhalb Ihrer Gruppe bereits getroffen wurden und ob diese der aktuellen Rechtslage entsprechen.