schulinternes Fortbildungsangebot: Sprache und Sprachsensibilität fördern am Berufskolleg


Kenn-Nr.: 1.383.2018/19-Hei
Thema: schulinternes Fortbildungsangebot: Sprache und Sprachsensibilität fördern am Berufskolleg
Ort: schulintern
Moderation: Team aus Moderatoren mit der Expertise Sprache und mit Erfahrungen in schulinternen Fortbildungen im Bildungsgang
Kosten: Reisekosten werden nicht von der Bezirksregierung Köln erstattet..
Inhalte:

Berufliche Handlungskompetenz der Schülerinnen und Schüler im Berufskolleg ist – für jeden Bildungsweg – eng verbunden mit der souveränen Nutzung sprachlicher Kompetenzen. Die gemeinsame Verantwortung in der unterrichtlichen Umsetzung liegt bei allen Fächern. Je nach Anspruchsniveau des Bildungsgangs und den Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler ist entsprechend adressatengerecht die jeweilige Unterstützung bereitzustellen. Der „bewusste und förderliche Umgang mit Sprache in allen Fächern und schulischen Handlungsbereichen“ wird ausdrücklich im Referenzrahmen Schulqualität NRW gefordert (QB 2, insb. 2.7. – in Verbindung mit 2.2 und 2.6).
Der Schulerfolg von Schülerinnen und Schüler hängt maßgeblich vom Erwerb der Bildungssprache (auf mündlicher und schriftlicher Ebene) ab. Nur mit diesem Sprachregister ist es möglich, am Unterrichtsgespräch teilzunehmen sowie schulisches Arbeitsmaterial und Prüfungsunterlagen zu verstehen.
Neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler verfügen selbst im Fall eines nachgewiesenen Sprachniveaus B1 der GER (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen) nicht oder nur in Teilen über die sprachlichen und metakognitiven Kompetenzen, die für den Gebrauch der Bildungssprache notwendig sind.
Daraus folgt für eine systematische Unterrichtsentwicklung: Fachlehrkräfte in allen Bildungsgängen( nicht nur bei IFK od. Anlage B) benötigen eine fachliche und didaktische Unterstützung und Orientierung mit Blick auf die bildungssprachlichen Anforderungen ihres jeweiligen Faches bzw. Bildungsgangs. Dabei sind auch progressiv aufeinander aufbauende Niveaustufen der aktiven und passiven Sprachverwendung zu berücksichtigen. Diese Unterstützung und Orientierung ist in Fach- und Bildungsgangkonferenzen abzustimmen, um Vereinbarungen zwischen Fachlehrkräften, nicht nur zwischen den Fachlehrkräften mit dem Fach Deutsch, zu treffen. Ziel ist es, eine auf die Identifikation von sprachlichen Defiziten ausgerichtete Sicht zu überwinden und stattdessenn im Sinne einer pädagogischen Unterrichtsentwicklung über den sprachsensiblen Fachunterricht zu einer systematischen Sprachförderung als Querschnittsthema aller Fächer beizutragen.
Die Grundzüge der deutschen Sprache zeigen einige Besonderheiten, die insbesondere im Verstehen und Anwenden der Bildungssprache für Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund zu Stolpersteinen werden können.
Viele Schülerinnen und Schüler am Berufskolleg verstehen Schulbuch- bzw. Fachtexte nur unzureichend und scheitern an korrekter und präziser Textproduktion, mündlich und schriftlich.
Um Fachinhalte zu lernen, müssen sie allerdings die in der Schule geforderte Bildungssprache beherrschen. Da sprachliches und fachliches Lernen nicht voneinander zu trennen sind und fachliches Lernen gut ausgebildete sprachliche Fähigkeiten voraussetzt, müssen die Lehrkräfte die Sprachförderung in alle Unterrichtsfächer integrieren und in Bildungsgängen Verabredungen treffen.
Angestrebte Kompetenzen:

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • unterscheiden Bildungssprache, Alltagssprache und Fachsprache.
  • orientieren ihr eigenes sprachliches Verhalten an den Bedürfnissen der Lerngruppen aus.
  • erkennen bildungssprachliche Merkmale im eigenen Fach.
  • fördern die sprachlichen Fähigkeiten im Unterricht.
  • entwickeln Materialien für den eigenen Unterricht nach sprachsensiblen Kriterien
  • verabreden die Bezugspunkte mit anderen Fächern der Lernsituation
  • verabreden die Einbeziehung in die didaktische Jahresplanung des Bildungsgangs
  • entwickeln sprachfördernde Strukturen für den Bildungsgang

In einem Vorgespräch werden Absprachen für die Fortbildung getroffen, um schul- bzw. bildungsgangspezifische Interessen gerecht zu werden.
Die Fortbildung kann schulintern bis zu 3 Tagen/Schuljahr dauern. Sie umfasst gemeinsame Planung, praktische Umsetzung und nachfolgende Reflexion.
Das Interesse des Bildungsgangs kann per Mail an Dez 46, Bezirksregierung Köln angemeldet werden (renate.gatzen@brk.nrw.de oder theresa.heinicke@brk.nrw.de).