Mehrsprachiges Lernen in der Primarstufe


Die Förderung der deutschen Sprache und die Einbeziehung der Herkunftssprachen der Kinder sind seit vielen Jahren eins der zentralen Ziele der Schulbehörden, Politik und Verwaltung. Im Regierungsbezirk Köln führen 35 Grundschulen entweder das KOALA oder das Bilinguale Konzept durch. Diese Unterrichtsformen regen die Kinder an, über ihre gegebenenfalls vorhandene Mehrsprachigkeit oder ihre Beziehung zur deutschen Sprache zu reflektieren und dies im Unterricht zu thematisieren. Sie lernen einen bewussten Umgang mit der Sprache, ihre Sprachlernstrategien werden erweitert und ihr Interesse am Sprachenlernen wächst. Dem interkulturellen Lernen kommt dabei eine wesentliche Rolle zu.

QuisS ─ Qualität in sprachheterogenen Schulen ist der Name eines Unterstützungsprogramms der Arbeitsstelle Migration der Bezirksregierung Köln für Schulen, die sich durch sprachliche Heterogenität und Mehrsprachigkeit auszeichnen.

An QuisS-Schulen prägen Heterogenität und Mehrsprachigkeit den Schulalltag. Sie sind Handlungsbedingungen für erfolgreichen Unterricht. In den Lehrplänen des Landes Nordrhein-Westfalen findet diese Realität Berücksichtigung, wenn die sprachliche Förderung als Aufgabe aller Fächer, und nicht nur als die des Deutschunterrichts, formuliert wird (§ 7 Abs. 4 der AO-SI). Auch das Schulgesetz des Landes NRW verlangt die Integration von Schülerinnen und Schülern nicht deutscher Herkunftssprache mit dem Ziel gleichwertiger Bildungsabschlüsse innerhalb einer Kommune (Schulgesetz NRW § 2).

Die Aufgabe, diese normativen Vorgaben in die Praxis umzusetzen, lösen viele Schulen mit großem Engagement. Gleichzeitig fehlt es oft an Konzepten zur systematischen sprachlichen Bildung für alle Schülerinnen und Schüler im Regelunterricht unter Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit und Mehrkulturalität. Wenn Schulen den Auftrag zur Chancengleichheit ernst nehmen, bedarf es keiner vereinzelten Projekte, sondern nachhaltiger Programme zur Unterrichts- und Schulentwicklung. Vor diesem Hintergrund entstand das Programm QuisS. Erstmals im Schuljahr 2011/12 erhielten 26 Schulen mit einer Schülerinnen- und Schülerschaft, die zu großen Teilen aus sozial benachteiligten Milieus stammt und Deutsch als Zweitsprache erwirbt, zusätzliche fachliche und personelle Unterstützung. Mit Beginn des Schuljahrs 2014/15 ist der Verbund auf 35 Schulen im Bereich der Sekundarstufe I und etwa 76 Grundschulen angewachsen.

QuisS-Schulen verwirklichen den Auftrag der Chancengleichheit in vier Handlungsfeldern. Von zentraler Bedeutung ist die Unterrichtsentwicklung (Handlungsfeld 1). Deshalb sind an QuisS-Schulen im Bereich des Regelunterrichts die meisten Unterstützungsangebote angesiedelt. Unabdingbar ist es, fachliches und sprachliches Lernen mit der schulischen Entwicklung insgesamt zu verschränken, etwa durch schulische (QuisS-) Steuergruppen, in Fachgruppen sowie Jahrgangsstufen- und Klassenteams (Handlungsfeld 2). Auch hat sich die gute Zusammenarbeit mit kommunalen Strukturen (Handlungsfeld 3) als besonders hilfreich erwiesen, wenn es um Konzepte zur Realisierung außerunterrichtlicher Projekte geht. Schließlich werden durch zusätzliche Angebote (Handlungsfeld 4) auch soziale, interkulturelle und ästhetische Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler gestärkt.

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