Mehrsprachiges Lernen in der Primarstufe


KOALA - Koordiniertes Lernen, Bilinguales Lernen und Gelebte Mehrsprachigkeit sind drei Konzepte, die im Regierungsbezirk Köln auf unterschiedliche Weise die Herkunftssprachen der Schülerinnen und Schüler mit dem Regelunterricht verzahnen.

Die Förderung der deutschen Sprache und die Einbeziehung der Herkunftssprachen der Schülerinnen und Schüler sind seit vielen Jahren eines der zentralen Ziele der Schulbehörden, Politik und Verwaltung. Zum regulären Herkunftssprachlichen Unterricht wird in mehreren Schulen der Primarstufe dieser mit dem Regelunterricht systematisch verzahnt. Dies erfolgt auf der Grundlage von zwei Konzepten: KOALA - Koordiniertes Lernen und Bilinguales Lernen. Darüber hinaus werden an zahlreichen Schulen der Primarstufe die Herkunftssprachen der Schülerinnen und Schüler durch das Konzept „Gelebte Mehrsprachigkeit“ temporär in den Regelunterricht integriert.

Grundschulen mit einem bilingualen Schulkonzept verfügen über einen Zweig, in dem die Schülerinnen und Schüler in der deutschen sowie in einer weiteren Sprache unterrichtet werden. Auch andere Fächer werden zum Teil im Team bilingual unterrichtet. Im Regierungsbezirk Köln wird dieses Konzept in folgenden Sprachkombinationen durchgeführt: deutsch-englisch, deutsch-französisch, deutsch-italienisch, deutsch-spanisch, deutsch-türkisch.

Dieses didaktische Konzept beinhaltet Prinzipien und Methoden zur Einbindung der in den Klassen gesprochenen Herkunftssprachen im Regelunterricht. Die Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler in ihren Herkunftssprachen können temporär genutzt werden, um auf der Metaebene über sprachliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu reflektieren. Es werden auch Tipps für die Unterstützung und die Einbeziehung der Erziehungsberechtigten berücksichtigt.

Seit Ende der Neunziger Jahre werden Schülerinnen und Schüler beim Erlernen von Lesen und Schreiben mit der jeweiligen Herkunftssprache im Herkunftssprachlichen Unterricht sowie im Unterricht mit anderen Schülerinnen und Schülern im Klassenverband von einer deutschen Regellehrkraft und einer Herkunftssprachenlehrkraft gemeinsam unterrichtet. Die Strukturen der beiden und weiterer Sprachen werden auf der praktischen und auf der Meta-Ebene verglichen. Diese Unterrichtsform regt Schülerinnen und Schüler an, über ihre gegebenenfalls vorhandene Mehrsprachigkeit oder ihre Beziehung zur deutschen Sprache zu reflektieren und dies im Unterricht zu thematisieren. Sie lernen einen bewussten Umgang mit der Sprache, ihre Sprachlernstrategien werden erweitert und ihr Interesse am Sprachenlernen wächst. Dem interkulturellen Lernen kommt dabei eine wesentliche Rolle zu.

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