QuisS ─ Qualität in sprachheterogenen Schulen


QuisS ─ Qualität in sprachheterogenen Schulen ist der Name eines Unterstützungsprogramms der Arbeitsstelle Migration der Bezirksregierung Köln für Schulen, die sich durch sprachliche Heterogenität und Mehrsprachigkeit auszeichnen.p>

Viele Schülerinnen und Schüler an QuisS-Schulen sprechen Deutsch nicht oder nicht nur als Erstsprache oder/und kommen tendenziell aus sozial benachteiligten Schichten. In den Lehrplänen des Landes Nordrhein-Westfalen findet diese Realiät Berücksichtigung, wenn die sprachliche Förderung als Aufgabe aller Fächer, und nicht nur als die des Deutschunterrichts, formuliert wird. Auch das Schulgesetz des Landes NRW verlangt die Integration von Schülerinnen und Schülern mit nicht deutscher Herkunftssprache mit dem Ziel gleichwertiger Bildungsabschlüsse innerhalb einer Kommune.

Wenn Schulen den Auftrag zur Chancengleichheit ernst nehmen, bedarf es keiner vereinzelten Projekte, sondern nachhaltiger Programme zur Unterrchts- und Schulentwicklung. Vor diesem Hintergrund entstand im Regierungsbezirk Köln das Programm QuisS. Im Schuljahr 2011/12 erhielten 26 Schulen, deren Schülerinnen- und Schülerschaft zu großen Teilen aus sozial benachteiligten Milieus stammt und Deutsch als Zweitsprache erwirbt, ertsmals zusätzliche fachliche und personelle Unterstützung seitens der Arbeitsstelle Migration der Bezirksregierung Köln. Mit Beginn des Schuljahres 2014/15 ist der Verbund auf 111 Schulen angewachsen. Zurzeit können keine weiteren Schulen in den Verbund aufgenommen werden.

QuisS-Schulen verwirklichen den Auftrag der Chancengleichheit in vier Handlungsfeldern. In den Bereichen des Regelunterrichts, der schulischen Entwicklung insgesamt und in der Zusammenarbeit mit kommunalen Strukturen können sie auf die Unterstützungsangebote der Bezirksregierung Köln (z. B. DemeK) und kooperierender Partner zurückgreifen. Durch zusätzliche Angebote werden auch die interkulturellen und ästhetischen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler gestärkt.

QuisS-Schulen realisieren sukzessive nachhaltige Angebote eines sprachsensiblen Unterrichts für möglichst alle Schülerinnen und Schüler in möglichst allen Fächern. Die Einführung und Implementierung von DemeK-Prinzipien und DemeK-Methoden steht dabei im Mittelpunkt. Die Förderung der Mehrsprachigkeit ihrer Schülerinnen und Schüler erfolgt z. B. durch Angebote wie KOALA (Koordinierte Alphabetisierung und koordiniertes Lernen), das Bilinguale Lernen oder das Unterrichten von Herkunftssprachen als zweiter oder fortlaufender Fremdsprache.

Unabdingbar ist es, fachliches und sprachliches Lernen mit dem Bereich der schulischen Entwicklung insgesamt zu verschränken, etwa durch schulische (QuisS-)Steuergruppen, in Fachgruppen sowie Jahrgangsstufen- und Klassenteams. In den meisten Schulamtsbezirken ist beim Auf- und Ausbau schulischer Steuergruppen der Schulpsychologische Dienst ein wichtiger Ansprechpartner und Begleiter. Die Sprachbeauftragten der QuisS-Schulen treffen sich mindesten halbjährlich, um über Neues im QuisS-Verbund informiert zu werden und an aktuellen QuisS-Themen gemeinsam zu arbeiten. Vor Ort werden die QuisS-Schulen von für den jeweiligen Bezirk zuständigen QuisS-Koordinatorinnen und -koordinatoren, die wiederum eng von der Arbeitsstelle Migration begleitet werden, unterstützt.

Die QuisS-Koordinatorinnen und -koordinatoren erarbeiten mit den QuisS-Schulen und kommunalen Institutionen (Kommunale Integrationszentren, Verbände und Vereine, Stadtteilbibliotheken u.a.) gemeinsam Konzepte zur Realisierung außerunterrichtlicher Projekte wie Ferienschulen, Lesekonzerte, Sprachfeste u.a. Zu diesem Handlungsfeld gehören auch die drei BiSS-Verbünde (Bildung durch Sprache und Schrift), die an der Arbeitsstelle Migration der Bezirksregierung Köln angesiedelt sind.

In diesem Handlungsfeld geht es besonders um Angebote zur (inter-)kulturellen und ästehtischen Erziehung, die z. B. durch das Projekt IKUS (Interkulturelles Lernfeld Schule) verwirklicht werden konnten.

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