Betrieb von zahn-, tier- und humanmedizinischen Röntgeneinrichtungen


Am 31.12.2018 sind die neue Strahlenschutzverordnung und weitere Teile des Strah-lenschutzgesetzes in Kraft getreten. Die Bezirksregierung Köln informiert im Folgenden über die wesentlichen Änderungen, die sich für Ihr Anwendungsgebiet ergeben.

Für einige ausgewählte Anwendungsbereiche ergeben sich weitere spezielle Änderungen im neuen Strahlenschutzrecht. Neben den allgemeinen Neuerungen sind im Folgenden die Regelungsinhalte zusammengestellt, die für die Betreiber von zahn-, tier- und humanmedizinischen Röntgeneinrichtungen relevant sind.

Der Betrieb von anzeigebedürftigen Röntgeneinrichtungen ist der zuständigen Behörde fortan spätestens vier Wochen vor dem beabsichtigten Beginn anzuzeigen. Bitte planen Sie diesen Zeitraum zukünftig für das Anzeigeverfahren ein. Der Betrieb darf vorher aufgenommen werden, wenn die behördliche Bestätigung vorliegt. Eine Anzeige hat auch zu erfolgen, wenn eine bereits angezeigte Röntgeneinrichtung unter der Verantwortung eines anderen Strahlenschutzverantwortlichen betrieben werden soll.

Wie bereits in der Röntgenverordnung festgelegt war, sind auch im neuen Strahlenschutzrecht Maßnahmen zu treffen, um die Exposition von Tierbegleitpersonen zu beschränken. Mit dem neuen Strahlenschutzgesetz wird das Konzept der Dosisrichtwerte eingeführt. In der neuen Strahlenschutzverordnung wird dies dahingehend konkretisiert, dass ein Dosisrichtwert von maximal 100 µSv effektiver Dosis je Strahlenanwendung zu Grunde zu legen ist.

Das Konzept des Röntgenpasses (nach § 28 Abs. 2 Röntgenverordnung) entfällt in der neuen Strahlenschutzgesetzgebung.

Im Anwendungsbereich der Teleradiologie sieht das Strahlenschutzgesetz ein Vorliegen eines Gesamtkonzepts für den teleradiologischen Betrieb vor. Es muss unter anderem eine regelmäßige und enge Einbindung des Teleradiologen in den klinischen Betrieb des Strahlenschutzverantwortlichen gewährleisten. Im Fall von vor dem 31. Dezember 2018 ersteilten unbefristeten Genehmigungen zur Teleradiologie ist dies der zuständigen Behörde bis zum 31.12.2022 nachzuweisen.

Für bestimmte vor dem 31. Dezember 2018 genehmigte und angezeigte Anwendungen ist innerhalb einer Übergangsfrist die Mitarbeit eines Medizin-Physik Experten (MPE) gefordert und der Behörde nachzuweisen:

  • für genehmigte Anwendungen von Röntgenstrahlung am Menschen für eine Behandlung mit ionisierender Strahlung, der ein individueller Bestrahlungsplan zugrunde liegt, muss a) ein MPE zur engen Mitarbeit hinzugezogen werden können und b) Medizinphysik-Experten in ausreichender Anzahl als weitere Strahlenschutzbeauftragte bestellt sein.

Dies muss der zuständigen Behörde bis zum 31. Dezember 2020 nachgewiesen werden.

  • für genehmigte Anwendungen von Röntgenstrahlung am Menschen für eine standardisierte Behandlung mit ionisierender Strahlung sowie zur Untersuchung mit ionisierender Strahlung, die mit einer erheblichen Exposition der untersuchten Person verbunden sein kann (z.B. Computertomographien, Intervention), muss a) ein MPE zur Mitarbeit hinzugezogen werden können und b) sofern aus organisatorischen oder strahlenschutzfachlichen Gründen geboten, ein MPE als weiterer Strahlenschutzbeauftragter bestellt sein.

Dies muss der zuständigen Behörde bis zum 31. Dezember 2022 nachgewiesen werden.

  • für angezeigte Anwendungen von Röntgenstrahlung am Menschen zur Untersuchung mit ionisierender Strahlung, die mit einer erheblichen Exposition der untersuchten Person verbunden sein kann, muss ein MPE zur Mitarbeit hinzugezogen werden können.

Dies muss der zuständigen Behörde bis zum 31. Dezember 2022 nachgewiesen werden.

Für neue Röntgeneinrichtungen oder wesentliche Änderungen der Anlagen hinsichtlich technischer Ausführung oder der Anwendung sind die zuvor genannten Pflichten im Anzeige- bzw. Genehmigungsverfahren ab dem 31.12.2018 zu erfüllen.

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