Kölner Bezirksregierung startet mit 43 Messtrupps Höhenmessungen im Ruhrgebiet und am linken Niederrhein


„Neue Höhen braucht das Land“ – unter diesem Motto werden regelmäßig Höhenmessungen in verschiedenen Landesteilen von Nordrhein-Westfalen durchgeführt.

Präzise Höhen bilden die Grundlage für viele technische Arbeiten, sei es im Verkehrswegebau, bei der Erstellung von Lageplänen oder bei der Überwachung von Bodenbewegungen und anderen umweltbezogener Fragestellungen. Die Abteilung 7 der Bezirksregierung Köln – Geobasis NRW – unterhält dazu ein landesweites Netz an präzise bestimmten Höhenfestpunkten. Zusammen mit weiteren Festpunkten und dem Satellitenpositionierungsdienst der Landesvermessungs-verwaltungen (SAPOS®) wird auf diese Weise der „amtliche Raum-bezug“ bereitgestellt, der als Grundlage aller ortsbezogenen Anwen-dungen (von der mobilen Kartennutzung auf dem Smartphone bis zum Nachweis von Eigentumsgrenzen im Liegenschaftskataster) eine wichtige Infrastrukturkomponente darstellt.

Auf Grund von vielen Einflüssen, z. B. durch Bergbau oder auch durch geologische Einwirkungen, sind diese Festpunkte Bewegungen ausgesetzt, die zu veränderten Höhen führen. Daher werden in regelmäßigen Abständen neue Höhenmessungen, sogenannte Leitnivellements, durchgeführt. Im Ruhrgebiet erfolgen die Leitnivellements alle 2 Jahre, im Bereich der Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft (LINEG) alle 6 Jahre. Unter der Federführung der Bezirksregierung Köln, Abteilung 7 – Geobasis NRW und der Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung 6 – Bergbau und Energie in NRW, werden insgesamt 17 Stellen an den Messungen beteiligt sein: die Bezirksregierung Köln, die LINEG, 12 Kreise und Städte, die RAG Aktiengesellschaft, das Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Meiderich und die RWE Netzservice GmbH.

In der Zeit vom 9. April bis 18. Mai 2018 werden im Ruhrgebiet und am linken Niederrhein in dem Gebiet Wesel - Haltern - Ahlen - Hamm - Unna - Bochum - Duisburg - Krefeld - Grefrath - Geldern - Xanten die Höhen von ca. 2 300 Festpunkten auf ca. 1 240 km Messweg neu bestimmt. Hierzu werden insgesamt 43 Messtrupps mit jeweils 3-4 Personen eingesetzt. Die zahlreichen Höhenmessungen werden überwiegend auf Fahrbahnen durchgeführt. Auf langsam fahrende Sicherungsfahrzeuge, die die Messtrupps vor dem fließenden Verkehr schützen sollen, ist zu achten.

Messwege der Leitnivellements 2018, Kartengrundlage: Webatlas-DE

Messwege der Leitnivellements 2018, Kartengrundlage: Webatlas-DE


Die Daten der Höhenmessungen werden in einem aufwändigen Verfahren durch die Bezirksregierung Köln aufbereitet und berechnet. Die Ergebnisse aktualisieren die Höhenangaben der Festpunkte und werden auch als Basis für das Monitoring grubenwasseranstiegsbedingter Bodenbewegungen im Ruhrrevier genutzt.

Hintergrundinformation:

Höhenangaben sind erforderlich z. B. für die Planung und die Durchführung von Baumaßnahmen, die zur Erschließung des Landes durch Straßen-, Wege-, Kanal- und Eisenbahnbauten und zur Entwässerung der Grundstücke durch Kanalisation und Dränung dienen. Auf den gemessenen Höhen und den daraus bestimmten Höhennetzen beruhen die Höhenangaben in den Landkarten und in den Lageplänen, wie sie z. B. von Bauherren den Anträgen auf Baugenehmigung beizufügen sind. Die Höhennetze der Landesvermessung werden durch Präzisionsnivellement im Höhenbezugssystem DHHN2016 über große Gebiete hinweg einheitlich und hochgenau bestimmt und dauerhaft vermarkt. Diese vermarkten Punkte werden als Höhenfestpunkte (HFP) bezeichnet. Diese Festpunkte bilden die Grundlage für Höhenmessungen. Sie werden als Metallbolzen ver-markt. Da die Höhe dieser Bolzen auf Millimeter genau bestimmt wird, dürfen nur stabile Festpunktträger verwendet werden. Am besten eignen sich Gebäude, die unterkellert und damit frostfrei gegründet sind. Wo keine Gebäude vorhanden sind, werden die Bolzen in besonders gesetzten Festlegungspfeilern aus Granit oder Beton, die im Allgemeinen ca. 15 cm aus dem Boden hervorragen, eingebracht. Der Kopf des Metallbolzens hat etwa 5 cm Durchmesser und trägt meist die Inschrift "HP" (Höhenfestpunkt). Er ragt in der Regel 5 cm aus dem Mauerwerk bzw. dem Festlegungspfeiler heraus. Die Be-stimmung der HFP ist eine technisch schwierige und kostenintensive Aufgabe. Es ist deshalb wichtig, dass die HFP-Vermarkungen unverändert erhalten bleiben. Die Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Nutzungsberechtigten von Gebäuden und Grundstücken, an bzw. auf denen Höhenfestpunkte festgelegt sind, werden daher gebeten, für die unversehrte Erhaltung und die Erkennbarkeit der Höhenbolzen zu sorgen (§ 7 Abs. 3 und 4 VermKatG NRW).

Informationsquellen:

Die Bezirksregierung Köln, Geobasis NRW bietet zum Thema Höhenmessung zwei Informationsblätter an, die unter folgenden Links abgerufen werden können:

http://www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/publikationen/abteilung07/pub_geobasis_normalhoehen.pdf

http://www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/geobasis/raumbezug/festpunktinformationen/hoehenfestpunkte/gebaeudeeigentuemer.pdf

Die Daten der amtlichen Höhenfestpunkte werden bei der Bezirksregierung Köln, Abteilung 7 – Geobasis NRW vorgehalten. Auskunft über die Höhenangaben bzw. Einsichtnahme in die Datenbanken ist bei berechtigtem Interesse für jede Bürgerin bzw. jeden Bürger möglich. Die verfügbaren Geobasisdaten stellt die Bezirksregierung Köln auch im Internet zur Verfügung:

TIM-online NRW - Topographisches Informationsmanagement