Bezirksregierung Köln und Stadt Köln wollen gemeinsam Mehrklassenbildung an Kölner Gymnasien reduzieren


Auch im kommenden Schuljahr 2021/2022 führen stetig steigende Bevölkerungszahlen - ebenso wie in den vergangenen Jahren - zu einer angespannten Schulplatzsituation an den Kölner Schulen. Insbesondere an den Gymnasien.

Die Schulplatzkapazitäten der Stadt Köln werden dem kommenden Bedarf dieser benötigten Schulplätze und der Fachräume an Gymnasien noch nicht gerecht. Die Zahl der Neuanmeldungen überschreitet die gegebenen Kapazitäten um insgesamt neun Klassen.

Um den nach wie vor großen Schulformwunsch Gymnasium erfüllen zu können, plant die Stadt Köln die Errichtung von neun weiteren sogenannten Mehrklassen. Dies führt zu einer Erweiterung der Anzahl der bereits bestehenden Klassen bei weitestgehend gleichbleibendem Fachraumangebot. Zusätzlich haben sich die Schulleitungen bereit erklärt, die Klassengrößen von regulär 27 auf 30 bzw. 31 Schülerinnen und Schüler zu erhöhen, um weitere Kapazitäten zu schaffen.

Damit kann allen angemeldeten Schülerinnen und Schülern der Besuch eines Kölner Gymnasiums ermöglicht werden.

Mit in den vergangenen Jahren bereits eingerichteten 117 Mehrklassen sind die bestehenden räumlichen Ressourcen an den Gymnasien in Köln jedoch ausgeschöpft. Dadurch kommt es zu einer höheren Auslastung der Kapazitäten, insbesondere mit Blick auf die Fachräume. So stoßen die Schulen nicht nur räumlich, sondern auch organisatorisch an ihre Belastungsgrenzen.

Die Bezirksregierung Köln hat wiederholt auf die Problematik der Mehrklassenbildung hingewiesen und bereits mit dem Schulbaugipfel 2017 versucht, die Stadt bei der Bewältigung der Aufgabe des Schulneu- und Umbaus zu unterstützen.

Die langfristige Lösung ist eine konsequente Reduktion der Mehrklassen sowie eine parallele und bedarfsorientierte Schaffung von zusätzlichen Unterrichtsräumen. Zudem könnten dadurch auch lange Fahrwege für Schülerinnen und Schüler reduziert und mehr Wunschschulen oder wohnortnahe Alternativen angeboten werden.

Damit die erforderlichen Mehrklassen für das kommende Schuljahr genehmigt werden können, fordert die Bezirksregierung eine zeitnahe und perspektivische Bereitstellung weiterer Raumkapazitäten und eine konzeptionelle Unterbringungsperspektive für die kommenden Jahre.

„Diese Situation ist zukünftig nicht mehr akzeptabel. Deswegen engagieren wir uns gemeinsam mit der Stadt und führen regelmäßige, intensive und lösungsorientierte Gespräche, um den Schulträger bei der Bereitstellung von Schulplätzen an Kölner Gymnasien zu unterstützen,“ versichert Gisela Walsken.

Die bereits in einem ersten Schritt auf den Weg gebrachten Maßnahmenpakete zum Schulbau sind dabei wichtige Meilensteine. In den kommenden Jahren ist geplant die ersten Bauprojekte, die mit General- oder Totalunternehmern realisiert werden, fertigzustellen.

Ebenso wird die Anmietung von Büroimmobilien, der Erwerb privater Grundstücksflächen wie auch die Errichtung von Schulen in Gewerbegebieten weiterhin forciert.

Ein weiterer Baustein für einen bedarfsgerechten Schulbau in Köln ist die bevorstehende Gründung einer Schulbaugesellschaft zur Umsetzung weiterer Schulbauprojekte.

Robert Voigtsberger betont: „Als Bildungsdezernent der Stadt Köln möchte ich diese Situation verändern. Darin werden die Kolleginnen und Kollegen der Verwaltung und ich massive Anstrengungen unternehmen. Ich danke den Schulleitungen und der Bezirksregierung Köln sehr für die gute Kooperation zu Gunsten der Kölner Schülerinnen und Schüler.“

Umfassende Informationen zum diesjährigen Anmeldeverfahren an den Schulen in Köln werden in der zweiten Osterferienwoche im Rahmen einer Pressemitteilung bekannt gegeben.